Fußball Kreisliga A2 Donnerwetter! Drei Spielabbrüche in der Kreisliga!
Am 29. Spieltag finden nur drei Spiele ein Ende, in denen die unterlegene Mannschaft jeweils einen desolaten Eindruck hinterlässt. Drei Spiele enden vorzeitig.
Am 29. Spieltag finden nur drei Spiele ein Ende, in denen die unterlegene Mannschaft jeweils einen desolaten Eindruck hinterlässt. Drei Spiele enden vorzeitig.
Die tabellarischen Bewegungen in der Kreisliga A2 beschränken sich nach dem 29. und vorletzten Spieltag auf sportlich unbedeutende Regionen. Durch den Triumph gegen den FC Gerlingen überholt der TV Möglingen den spielfreien TSV Höfingen sowie die TSF Ditzingen, die einen von drei Spielabbrüchen des Spieltages zu verkraften hatten.
Damit übernimmt der TVM vor dem Saisonfinale Platz sieben, zumindest, wenn die TSF ihr Nachholspiel zuvor nicht gewinnen. Mit ihrem Kantersieg auf heimschem Rasen überholt der SV Leonberg/Eltingen II die unterlegen U23 der SKV Rutesheim sowie den FC Gerlingen und springt damit auf Rang zehn.
Nach der 0:5-Klatsche im Hinspiel war die Zweitvertretung des SV Leonberg/Eltingen gegen die U23 der SKV Rutesheim auf Wiedergutmachung aus, wie Co-Trainer Philipp Pajda betonte. Der 30-Jährige war in Abwesenheit von Chefcoach Sebastian Kohler, der auf einer Hochzeit weilte, der Strippenzieher auf dem Feld, Tim Widmaier übernahm den Part an der Seitenlinie. Die Revanche gelang, die SV-Zweite triumphierte mit 7:1. Solche hohen Siege sind in der Historie des kleinen Derbys eher Sache der SKV, in den zehn Duellen seit 2014, von denen drei noch der damalige TSV Eltingen II bestritt, gewann die zweite SV-Mannschaft erst zum zweiten Mal, vier der acht Siege der SKV-Zweiten zählten einen Abstand von mindestens fünf Toren.
Doch von der historischen Dominanz war im Sommerregen am Lewa-Sportpark nichts zu sehen, der Gastgeber gab von vorn bis hinten den Ton an. Im Mittelfeld waren die Hausherren numerisch überlegen, Philipp Pajda hatte oft sträflich viel Platz im Sechserraum. Sowohl im Ballbesitz als auch in den Umschaltbewegungen hatte das Team in Gelb die Nase vorn, Rutesheim lief nur hinterher. Unter den sommerlichen Temperaturen ein fataler Fehler. „Es war unser Plan, sie müde laufen zu lassen“, verriet Pajda. Der Zugriff der Rutesheimer fehlte gänzlich, auch Neuzugang Ilir Vokshi wirbelte unkontrollierbar durch das Mittelfeld. „Er macht das definitiv nicht schlecht“, lobte Pajda und verwies auch auf eine ausgestandene Kreuzbandverletzung des Neuen. Sein Einsatz führte nach 19 Minuten zur Führung für den dominanten Gastgeber, gegen Pascal Deutsch eroberte er den Ball und bediente nach einem kurzen Sprint Stürmer Philipp Hanke, der durch die Beine von SKV-Torwart David Feddersen zum 1:0 traf.
Die Trinkpause nach knapp 25 Minuten gab der SKV Zeit zum Durchatmen, unmittelbar nach dem Wiederbeginn traf dann Angelo de Pilla zum vermeintlichen Ausgleich, der wegen einer Abseitsstellung aber einkassiert wurde. Auf der anderen Seite kam Raphael Mandel in der 35. Minute aus einem Meter frei zum Abschluss, den Tomas Gioia jedoch auf der Linie klären konnte. Zwei Minuten später ließ er sich aus halbrechter Position dann nicht erneut bitten und versenkte die Kugel im langen Eck. Der spielstarke Vokshi hatte in der Folge eine weitere Chance, zögerte vor Feddersen aber zu lange, sodass der Tor-Hüne sich erst gegen ihn und dann im Nachschuss gegen Hanke auszeichnen konnte. Bei der folgenden Ecke rettete Lukas Nothacker einen Kopfball von Stergio-Periklis Sidopoulos auf der Torlinie. Kurz vor der Pause erhöhten die drückend Überlegenen Platzhirsche dann auf 3:0, Landesliga-Spieler Pascal Nufer zog auf dem linken Flügel an Gioia vorbei, der ihn zu zaghaft verteidigte und bediente vor dem Tor Hanke, der zum Doppelpack einschob (44.).
Nach dem Seitenwechsel erwischten die gebeutelten Gäste zunächst den besseren Start. De Pilla traf nach Zuspiel von Aykan Seymen (49.), der Treffer wurde jedoch abermals wegen Abseits zurückgenommen. Die Gemüter erhitzten sich, vor allem Vokshi provozierte die Gästebank mit obszönen Gesten. In der 54. Minute versenkte Kapitän Seymen einen direkten Freistoß und ließ kurzzeitig Hoffnung aufkommen. Doch diese erstickte Gabrijel Kolar schnell im Keim. Der Winterneuzugang, der die zur Saisonhälfte erlahmte SV-Offensive belebt hatte, erzielte binnen nur sieben Minuten einen lupenreinen Hattrick. In der 59. Minute nutzte er einen Fehler Feddersens, der Kolars Schuss zu ihm zurückprallen ließ, in der 62. Minuten umkurvte er den 2,04 Meter großen Schlussman und schob lässig ein, ebenso wie nach einem von Vokshi zurückgelegten Ball in der 66. Minute. Der Vorbereiter wurde in Minute 77 vom Schlussmann der SKV, der sich im Sommer dem TSV Flacht anschließen wird, zu Fall gebracht, SV-Kapitän Marco Krönert verwertete den fälligen Strafstoß.
„Wir waren von Anfang an das entschlossenere Team. Wir wussten, mit einem Sieg sichern wir uns quasi den Klassenerhalt“, erklärte Philipp Pajda. Vor dem letzten Spieltag hat seine Mannschaft sechs Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz, wo der KSV Renningen mit zwei Siegen noch gleichziehen könnte, gegen die Spvgg Warmbronn und den designierten Meister SpVgg Renningen aber das Torverhältnis, das mit minus 44 gegenüber minus 17 auf Seiten des SV Leonberg/Eltingen ausgleichen. „Rechnerisch ist es theoretisch noch möglich, aber die Chance ist relativ gering“, resümierte der zufriedene Pajda.
Ähnlich stellt sich die Situation beim FC Gerlingen dar. Die Mannschaft rangiert punktgleich, aber mit einem Torverhältnis von minus 32 unmittelbar hinter der SV-Zweiten. Das Duell beim TV Möglingen konnte trotz leichter Regenfälle zu Ende gespielt werden, eher zum Unmut von Daniel Bersaglio.
Der FC-Trainer seufzte nach der 0:4-Niederlage: „Ich wünschte, das Wetter hätte uns nicht verschont, so wie wir wieder aufgetreten sind. Wieder mal haben wir eine unglaublich schlechte erste Halbzeit gespielt, für die es einfach keine Entschuldigung gibt.“ Seine Mannschaft habe gespielt, „als wären wir eine D-Jugend“, monierte der Coach. Der TV Möglingen habe einen tollen Fußball gespielt, das Team von Trainer Heiko Wieland, erhielt ein „Riesenkompliment“ von Bersaglio. „Wenn wir gut drauf sind, können wir jeden ärgern, aber das ist halt unser anderes Gesicht“, sagte der Gerlinger Trainer. Der FC kam nicht ins Pressing, zeigte große Defizite in der Laufbereitschaft und kam regelmäßig zu spät in die Zweikämpfe. Sahan Sahin, Ismetcan Caglayan und der doppelt erfolgreiche Julian Reiser schossen die Gäste bereits vor der Pause ab.
„Mich ärgert das, es tut unglaublich weh“, meinte Bersaglio, final gerettet sieht er sein Team noch nicht. Die Mannschaft müsse „Werbung in eigener Sache machen“, gegen Kornwestheim oder Ditzingen hatte der FC starke Leistungen gezeigt. Doch gegen Möglingen kam die Einstellung völlig abhanden, schimpfte Bersaglio: „Da muss sich jeder fragen, warum er eigentlich auf dem Platz stand.“
Zusammen mit dem Kantersieg der SpVgg Renningen, die mit dem 7:1 gegen den SV Gebersheim den Meistertitel quasi eintütete, blieben diese beiden Partien die einzigen Spiele, welche über 90 Minuten gespielt wurden. Nach heftigem Gewitter in Ditzingen, Weil der Stadt und Warmbronn, wurden die Spiele auf diesen Plätzen allesamt abgebrochen und müssen nun nachgespielt werden. Nach einer Pausenführung von 1:0 gegen den TSV Heimerdingen II musste die Spvgg Weil der Stadt zur Pause vorzeitig die Segel streichen, Trainer Roland Haizmann trauerte dem direkt verwandelten Eckballtor von Fabian Teutsch hinterher. Da beide Mannschaften am letzten Spieltag der Saison spielfrei gewesen wären, entschieden die Verantwortlichen, das Spiel am Sonntag um 13 Uhr neu anzusetzen.
Die Spvgg Warmbronn nahm ein 2:2 gegen den KSV Renningen mit in die Kabine, aus der sie nicht mehr auf den Platz zurückkehrte. Der ursprünglich auf Donnerstagnachmittag angesetzte Nachholtermin wurde aufgrund von Personalmangels der Warmbronner auf den Vorabend verlegt, um 19:30 Uhr am Vorfeiertag gastiert der KSV erneut in Warmbronn.
Besonders bitter trifft es die TSF Ditzingen, die gegen Drita Kosova Kornwestheim die Meisterschaft der SpVgg Renningen endgültig hätten besiegeln können, was zahlreiche Akteure des Spitzenreiters im Edeka-Matkovic-Stadion verfolgten. Nach einem Kopfballtor von Noah Ihlenfeld sowie zwei blitzsauber vollendeten Kontern von Khaleddaham Pascale Djellali lagen die Ditzinger mit 3:2 in Front, als das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung machte. Den nächsten Anlauf will die Mannschaft von Kevin Sturm am Feiertag um 12 Uhr nehmen.
So erlebt die Kreisliga A2 ein fulminantes Saisonende. Nach den Nachholspielen zwischen der Spvgg Warmbronn und dem KSV Renningen am Mittwoch sowie zwischen den TSF Ditzingen und Drita Kosova Kornwestheim am Donnerstag wartet am Sonntag nochmal ein voller Spieltag auf die Zuschauer. Das nachzuholende Spiel zwischen der Spvgg Weil der Stadt und dem TSV Heimerdingen II eröffnet diesen um 13 Uhr, ab 15 Uhr geht es in eine letzte große Konferenz, die jedoch wenig Spiele von sportlichem Belang liefert. Der KSV Renningen hat den Relegationsrang so gut wie sicher, viele Szenarien, die diesen noch der SKV Rutesheim II zuschustern könnten, sind nicht ersichtlich. Zumal der KSV die benachbarte SpVgg Renningen empfängt, welche die Saison mit einem Sieg und damit dem Meistertitel krönen möchte. Entsprechend gering ist der Druck für die SKV-Zweite, gegen die TSF Ditzingen siegen zu müssen.
Der FC Gerlingen empfängt die Spvgg Warmbronn, der TSV Höfingen den TV Möglingen. Beim SV Gebersheim will der SV Leonberg/Eltingen II die gute Bilanz gegen andere Leonberger Mannschaften in dieser Saison veredeln. Das Auswärtsspiel des TSV Flacht beim Tabellenzweiten Drita Kosova Kornwestheim könnte jedoch abgesagt werden, wie Flacht-Verteidiger Sven Gümperlein in den Raum wirft. Aufgrund der voraussichtlich anstehenden Relegationsspiele um den Bezirksliga-Aufstieg könnte der Gegner auf das tabellarisch wenig relevante Spiel verzichten, um die Kräfte zu schonen, vermutet der Flachter Akteur.