Christopher Welsch (li., gegen Drita Kosova Kornwestheims Defrim Trena) netzte gleich dreimal gegen die Spvgg Warmbronn. Foto: Andreas Gorr
In der Fußball-Kreisliga A2 besiegt der TSV Flacht die Spvgg Warmbronn trotz eines frühen Rückstands und einer 40-minütigen Unterzahl. Christopher Welsch trifft dreifach.
Widerstände erlebte der TSV Flacht im Duell mit dem Tabellenvierten so einige. So musste der im Kalenderjahr 2026 noch ungeschlagene Dritte der Rückrundentabelle auf seinen Abwehrchef Danny Konsek verzichten, der für den unmittelbar nach dem Spiel gegen die Spvgg Warmbronn beginnenden Mallorca-Urlaub geschont wurde.
Die Gäste nutzten früh die rechte Seite der Flachter, wo sie mit schnellen Spielverlagerungen freie Räume aufsuchten. In der fünften Minute fand Pascal Stork mit einem öffnenden Ball auf dem linken Flügel Frederik Kindler, der Jonathan Zuber aussteigen ließ und den Ball durchs Zentrum in den Strafraum spielte. Dort irritierte Benjamin Keppler seinen Gegenspieler Gianluca Buchholz mit einem dezenten Rempler, der Ball rutschte durch auf Christian Ahlborn, der Rechtsaußen hatte sich völlig frei im Rücken der Flachter Abwehr davongestohlen, umkurvte Torwart Jonas Welting und schob zur frühen Gäste-Führung ein.
Einer für Malle: Nach dem Spiel musste Danny Konsek (li.) schnell weiter. Foto: Andreas Gorr
In ihrem 21. Saisonspiel kassierten die Flachter zum elften Mal das erste Tor der Partie. Die Antwort der Hausherren folgte nur eine Minute später, der fußschnelle Christopher Welsch erlief den Ball nach einer aggressiven Balleroberung von Kevin Bauer und überlupfte den herauslaufenden Warmbronner Schlussmann Fynn Jannis Kleinschmidt, doch der Ball flog knapp am Tor vorbei. Erfolgreicher war Kevin Bauer in der 26. Minute, eine Flanke von Max Laubheimer köpfte der sträflich freie Routinier im Strafraum unerreichbar für Kleinschmidt in die rechte untere Ecke.
Kevin Bauer kann’s auch mit dem Fuß, gegen Warmbronn traf er per Kopf. Foto: Andreas Gorr
Neun Minuten später legten die Gastgeber nach, eine Eckballflanke von Welsch köpfte Zuber an den langen Pfosten, den Abpraller schob Timeas Hetzer über die Linie (35.). Eckbälle blieben ein Thema beim TSV Flacht, nur drei Minuten später trat Welsch erneut an die linke Fahne, seine Hereingabe senkte sich über Kleinschmidt hinweg in den rechten Knick. Doch nur weitere zwei Umdrehungen später trafen die Warmbronner zum Anschluss, Sanel Bilali drückte eine Hereingabe vom rechten Flügel aus kurzer Distanz ins Tor. Mit 3:2 gingen die heimischen Flachter in die Pause, erst zum fünften Mal nahm das Team eine Führung mit in die Kabine.
Timeas Hetzer stand bei seinem Führungstor genau richtig. Foto: Andreas Gorr
„Wir wussten gar nicht, wann wir das letzte Mal mit einer Führung in die Halbzeit gegangen sind“, schmunzelte Flachts Trainer Björn Wenninger, diese Situation hatte es zuletzt vor vier Wochen beim TSV Heimerdingen II gegeben. „Wir haben schon in der Vorwoche nach dem 1:3 zur Halbzeit gesagt: ‚Wir haben in diesem Jahr noch kein Spiel verloren, warum sollen wir jetzt damit anfangen?‘“, sagte der Coach.
Frühe Hiobsbotschaft – Flacht 40 Minuten in Unterzahl
Dabei gab es nur vier Minuten nach Wiederanpfiff den nächsten Rückschlag für die Flachter. Winterneuzugang Kajeevan Sasikaran hatte sich nach 21 Minuten für ein taktisches Foul die gelbe Karte geholt, in der 49. Minute sah er für eine überharte Grätsche an der Außenlinie den zweiten Karton und musste bei seiner Startelf-Premiere das Feld vorzeitig verlassen. Wenninger war zum Handeln gezwungen, die bewährte Dreierkette wich einem Viererriegel, das hohe Pressing wich einer Lauerstellung. Das zahlte sich aus, zweimal wurden die drückenden Warmbronner überrumpelt. Welsch lauerte in vorderster Front, nach einer unsauberen Ballmitnahme von Philipp Schüle schickte Kevin Bauer seinen Stürmer auf die Reise, der an Kleinschmidt vorbeizog und ins leere Tor der Spvgg netzte (63.).
Trainer Wenninger musste auf den Platzverweis reagieren, seine taktischen Maßgaben fruchteten. Foto: Andreas Gorr
Die Gäste mussten den Druck weiter erhöhen und liefen nur sechs Minuten später in den nächsten Gegenstoß. Flachts Hintermannschaft fing einen langen Ball der Warmbronner ab, Bauer steckte abermals auf Welsch durch, der Kleinschmidt erneut aussteigen ließ und freie Bahn für seinen dritten Treffer des Tages hatte. Mit seinem 19. Saisontor festigte Welsch seinen Platz als drittbester Torjäger der Liga. In der 88. Minute setzte der TSV den Schlusspunkt, nach einer neuerlichen Welsch-Ecke kassierte Kevin Bauer im Strafraum einen Ellbogenschlag von Spvgg-Spielführer Philipp Kindler, den fälligen Strafstoß verwandelte Gianluca Buchholz souverän rechts gegen die Richtung von Torwart Kleinschmidt.
Björn Wenninger ist angetan von der Moral seines TSV Flacht. Foto: Andreas Gorr
Trotz der vielen Rückstände in der bisherigen Spielzeit hat der TSV Flacht erst sechs Spiele verloren, nur das Spitzentrio der Liga weist weniger Niederlagen auf. „Wir sind gefestigter als zu Beginn der Saison“, fand Trainer Wenninger, „mit jeder Woche, die wir ungeschlagen sind, steigt das Selbstvertrauen und das Bewusstsein, dass man nur schwer gegen uns gewinnen kann.“ Ein besonderer Antrieb war die deutliche 1:5-Pleite der Flachter in Warmbronn in der Hinrunde. „Wir wollten Warmbronn nicht die erste Mannschaft sein lassen, die zweimal gegen uns gewinnt in dieser Saison“, betonte Wenninger.
Raith vermisst Kampfgeist und Effizienz
Warmbronns Spielertrainer Felix Raith, der aufgrund körperlicher Beschwerden erst zur Stundenmarke ins Spiel kam, sagte ernüchtert: „Das war nix. Das Ergebnis ist brutal hoch, aber aufgrund unserer Fehler nicht zu hoch und komplett verdient“. Seit fünf Spielen wartet die Mannschaft auf einen Sieg, ist aktuell die formschwächste Mannschaft der Liga. Raith kritisierte fehlenden Kampfgeist, individuelle Fehler und mangelnde Chancenverwertung im Duell mit den lange in Unterzahl agierenden Flachtern.
Felix Raith hat sich von Platz drei bereits verabschiedet. Foto: Andreas Gorr
Er sah „ein typisches Elf gegen Zehn, die Mannschaft in Unterzahl läuft automatisch mehr und wir wurden noch nachlässiger.“ Das zu Saisonbeginn ausgerufene und nach den Erfolgen gegen Möglingen und Heimerdingen II bekräftigte Ziel Platz drei ist in weite Ferne gerückt, Raith erklärte, der Plan sei bereits verworfen. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir die Runde sauber zu Ende spielen“, meinte der Trainer, seine Mannschaft hat aktuell elf Zähler Rückstand auf Rang drei bei nur noch zwei Punkten Vorsprung auf den fünften Platz. Gründe für die maue Form seiner Spvgg sieht Trainer Raith in schwindendem Selbstvertrauen und der Verletztenmisere, die sich durch mangelnde Rotationsmöglichkeiten auch negativ auf die Fitness der Mannschaft auswirkt.
Am nächsten Spieltag könnte Warmbronn Platz vier einbüßen
Warmbronn pausiert am kommenden Spieltag und läuft Gefahr, den vierten Platz an die beim SV Leonberg/Eltingen II geforderten TSF Ditzingen zu verlieren. Der TSV Flacht dagegen will seine ungeschlagene Serie ausbauen, muss dafür allerdings zum Spitzenreiter SpVgg Renningen, die nach dem 1:1 im Hinspiel noch eine Rechnung mit den Flachtern offen haben.