Fußball Kreisliga A2 TSV Heimerdingen II ist abgestiegen
Drita Kosova Kornwestheim schlägt Spvgg Warmbronn deutlich, SV Leonberg/Eltingen II kommt in Flacht unter die Räder. TSF Ditzingen und SKV Rutesheim II kassieren vier Gegentore.
Drita Kosova Kornwestheim schlägt Spvgg Warmbronn deutlich, SV Leonberg/Eltingen II kommt in Flacht unter die Räder. TSF Ditzingen und SKV Rutesheim II kassieren vier Gegentore.
Der Kampf um die Ränge hinter dem enteilten Spitzen-Trio der Kreisliga A2 spitzt sich im Saisonendspurt nach dem 26. Spieltag weiter zu, die Plätze vier und sieben trennt ein einziger Zähler.
Der spielfreie SV Gebersheim und die unterlegenen TSF Ditzingen werden vom TSV Flacht verdrängt, der seine starke Rückrundenform bestätigt. Im Abstiegskampf verändern sich die Platzierungen nicht, doch der TSV Höfingen und der TV Möglingen machen einige Punkte auf den Relegationsplatz gut.
Die Umbenennung ihres heimischen Stadions feierten die TSF Ditzingen mit einem Punktgewinn gegen Ligaprimus SpVgg Renningen. Das folgende Unentschieden beim SV Leonberg/Eltingen II dürfte weniger als Erfolg gewertet worden sein, mit einer 1:4-Pleite gegen die Spvgg Weil der Stadt im heimischen Stadion setzen die Ditzinger einen negativen Trend fort. Nach dem jüngsten Erfolgslauf zwischen Mitte März und Mitte April mit der längsten eigenen Siegesserie der Saison folgt nun das dritte Spiel ohne Sieg.
Der Gast aus der Keplerstadt ging bereits in Minute drei in Führung, Amin Djellali unterlief ein frühes Eigentor, als er den Ball von der Torlinie kratzen wollte. In der 20. Minute erhöhten die Gäste auf 2:0, Chefsache für Kapitän Vladyslav Bondar. Ein 2:0-Pausenstand ist immer ein trügerischer, fünf Minuten nach Wiederanpfiff verkürzte Arne Poster für die Hausherren und machte die Begegnung wieder eng, indem er nach einem direkten Steckpass frei vor dem Tor der Gäste auftauchte. Nach Posters achtem Saisontor entwickelte sich ein „Spiel ohne Mittelfeld“, wie Weil der Stadts Spielertrainer Roland Haizmann befand, der wegen Wadenproblemen zum Zuschauen verdammt war.
Beide Mannschaften spielten auf den Sieg, doch in solchen Situationen ist bei der Spvgg Weil der Stadt auf den Top-Torjäger der Liga Verlass. Mousa El Arkoubi stellte in Minute 69 den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her und überlupfte nach einem Abpraller aus 20 Metern Ditzingens Paul Grahle, der nach seiner Sperre aus der Vorwoche pausieren musste. Damit nicht genug, in der zweiten Minute der Nachspielzeit erhöhte Salih Karaman auf 4:1 für den Gast, aus knapp 50 Metern versenkte er das Leder mit einem Schuss aus der Drehung. „Das war einfach stark“, lobte der Trainer, der dabei keinen Torwartfehler Grahles gesehen haben wollte.
Er merkte allerdings an, dass seiner Mannschaft gegen Ende der Saison langsam die Kräfte ausgehen. „Es war ein ordentliches Spiel, aber nicht unser bestes“, lautete Haizmanns Fazit. Die TSF rutschen auf Platz sieben ab, besonders fatal ist die Offensive: mit 39 Treffern aus 23 Spiele, damit nur knapp 1,7 Tore pro Partie stellen die TSF mit dem TSV Heimerdingen II die schwächste Angriffsabteilung der Liga.
Während die derzeit schwächelnden Ditzinger auch in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga A2 vertreten sein werden, gilt dies nicht mehr für die Heimerdinger Zweitvertretung. Trotz eines 2:2 beim KSV Renningen ist der Abstieg der Heimerdinger nun endgültig auch rechnerisch nicht mehr abzuwenden, bei drei noch ausstehenden Spielen beträgt die Lücke zum Relegationsplatz elf Punkte.
Die Hoffnungen im Endspiel für die TSV-Zweite entfachte Luka Banas mit seinem Führungstreffer bereits nach 14 Minuten, Baris Erdogan (20.) und Mehmet Semsettin Erdogan (30.) drehten das Spiel jedoch in kurzer Zeit und verpassten den Gästen einen empfindlichen Dämpfer. Felix Brändle gelang kurz vor dem Pausenpfiff noch der Ausgleich (45.+3), mehr war für das Schlusslicht aber nicht mehr drin. Nach einer hitzigen Schlussphase mit fünf gelben Karten ab der 87. Minute war auch für den TSV Heimerdingen II endgültig Schluss.
Die zweite Mannschaft des Landesligisten klebte seit dem vierten Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz fest, 22 Spieltage später ist der Abstieg auch offiziell besiegelt. Bis zuletzt hatte Trainer Graziano Monteduro seinen Glauben an die Rettung bekräftigt, es reichte jedoch nicht mehr. Mit erhobenem Haupt muss sich der TSV Heimerdingen II in die Kreisliga B verabschieden.
Die direkten Absteiger sind damit geklärt, um den Relegationsplatz wird noch gerungen. Seit dem 22. Spieltag ist dieser wieder in Händen des KSV Renningen, rechnerisch sind bis Platz acht alle Teams noch gefährdet. Der neuntplatzierte TV Möglingen macht mit einem 4:1-Sieg bei der SKV Rutesheim II einen großen Schritt in Richtung Sicherheit, die Rutesheimer bleiben weiterhin nur zwei Zähler vor der verbotenen Zone. „Wir haben die komplette erste Halbzeit verpennt“, monierte Interimstrainer Jörg Moch.
Seine Mannschaft leistete sich zu viele individuelle Fehler und lag bereits zur Pause mit 0:3 in Rückstand. Einen Angriff über die linke Seite hielten die Gäste am Leben, nachdem die Rutesheimer Defensive den Ball im Aus vermutet hatte, im Zentrum verwertete Leon von Bank die Hereingabe zum 1:0 (10.). Sieben Minuten später verlor die SKV den Ball mit Mittelfeld, von Bank wurde im Strafraum bedient und erhöhte für den TV. Aus einer unübersichtlichen Gemengelage traf von Bank in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum dritten Mal, „dann war es auch schon gegessen“, seufzte Moch. Dennoch gelang seinem Team in der 73. Minute ein Treffer, U19-Spieler Denis Held schlenzte den Ball ins linke Eck.
Der Torschütze wurde spät noch zum Pechvogel, in der zweiten Minute der Nachspielzeit schickte ihn der Schiedsrichter mit zwei gelben Karten vom Feld. „Völlig überzogen“, schimpfte Moch, besonders die zweite Karte stieß ihm sauer auf. „Das war auf keinen Fall ein Foul. Er trifft ganz klar den Ball, der andere schreit, stirbt, steht wieder auf und lacht“, schilderte der Coach das Geschehen. Nur eine Minute später traf dann Julian Reiser zum Endstand. Jörg Moch lobte seinen U19-Torwart Luca Pellino, der die Mannschaft im Vorfeld mit einigen Paraden vor einem höheren Ergebnis bewahrte. Das Unentschieden des KSV Renningen hilft den Rutesheimern vorerst, Moch betont, dass die Mannschaft in den nächsten Wochen weiterhin am Klassenerhalt arbeiten muss.
Selbiges gilt auch für den SV Leonberg/Eltingen II. Die Mannschaft steht punktgleich mit den Rutesheimer Nachbarn da, weist jedoch das deutlich schlechtere Torverhältnis auf. Die 1:6-Klatsche beim TSV Flacht trägt dazu bei, in 23 Einsätzen kassierte die Mannschaft bereits elfmal vier oder mehr Gegentore und ist derzeit eine von nur drei Mannschaften in der Liga mit mindestens 80 kassierten Treffern. Auf der Gegenseite machte der TSV Flacht mit dem Sieg vor heimischem Publikum den eigenen Klassenerhalt perfekt.
„Wir haben uns in der ersten Halbzeit schwergetan. Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, aber konnten uns keine großen Chancen erspielen“, bilanzierte Flachts Spielertrainer Danny Konsek über die erste Spielhälfte. Es gab lediglich einen gefährlichen Abschluss von Maik Bauer, den Ole Haug im Gästekasten entschärfte. Nach einem schnellen Gegenstoß gingen die Hausherren vor der Pause in Führung, Christopher Welsch wurde von einem Klärungsversuch Haugs getroffen und drückte den Ball über die Torlinie. „Sie standen gut, kompakt und tief, haben uns wenig Räume angeboten“, lobte Konsek den Gegner, „gegen tiefstehende Gegner fällt es uns einen Tick schwerer.“
Nach der 0:5-Packung im Hinspiel verteidigten die Gäste im ersten Durchgang sehr solide, der Bann brach um die Stundenmarke. Die Räume hinter der SV-Abwehr wurden von den Flachtern besser bespielt und Welsch fing Feuer. Nach Vorlagen von Robin Schwenker (60.), Gianluca Buchholz (61.) und Lukas Küppers (63.) gelang Flachts bestem Knipser ein blitzsauberer Hattrick, Welsch steht damit bei 23 Saisontoren. Er hätte die Möglichkeit auf das 24. gehabt, schob jedoch am leeren Tor vorbei.
Auch nach der deutlichen Führung nutzten die Gastgeber das erprobte Mittel. Sven Gümperlein steckte auf Küppers durch, der zum 5:0 abschloss (77.), dann fand Luca Schmid den im Winter verpflichteten Kajeevan Sasikaran, dem sein erstes Tor im TSV-Trikot gelang (80.). Den Ehrentreffer für die geschlagenen Gäste erzielte Fabian Raab in der 90. Minute, der einen Abpraller verwertete. „Es wäre schön gewesen, mal wieder zu Null zu spielen“, meinte Trainer Konsek, doch bei einem so deutlichen Ergebnis konnte er das Gegentor verkraften.
Flacht stellt mit dem Kantersieg das eigene Torverhältnis auf Null, sichert mit dem achten Saisonsieg den Ligaverbleib und springt auf den fünften Platz mit nur noch einem Punkt Rückstand auf Platz vier. „Den Platz fünf wollen wir jetzt nicht mehr hergeben, die Top fünf sind unser Ziel für die kommenden Wochen“, kündigte Danny Konsek vollmundig an.
Die Spvgg Warmbronn hat nur mehr einen Punkt Vorsprung auf die Flachter, auch der Vierte erhielt mit 1:6 eine deutliche Abreibung des Tabellenzweiten Drita Kosova Kornwestheim. Für Warmbronn zieht sich eine schwarze Serie durch die vergangenen Wochen. Sechs Spiele in Folge ohne Sieg, dabei nur ein Punkt und gegen die SpVgg Renningen, den TSV Flacht und nun Kornwestheim sechs Tore erzielt. Der Vorsprung des Tabellenvierten ist in diesem Zeitraum von neun auf nur noch einen Punkt Abstand zu Platz fünf zusammengeschrumpft.
„Eine verdiente Niederlage gegen eine abgezockte Mannschaft“, kommentierte Felix Raith das Duell mit dem Zweiten. Der Warmbronner Spielertrainer hatte seiner Mannschaft vor dem Spiel prophezeit: „Wer hier in Führung geht, wird bei dem Wetter den Platz als Sieger verlassen.“ Bei fast 25 Grad war der sandige Kunstrasenplatz für die Gäste beschwerlich zu bespielen. Auf heimischem Platz hatte die Spvgg dem damaligen Tabellenführer erstmals in der Saison einen Punkt abgenommen, mit tiefem Verteidigen und schnellen Kontern wollte Raith den Gegner erneut ärgern. „Das Thema war leider schnell ad acta gelegt“, meinte der Trainer der Gäste, nachdem diese bereits nach 16 Minuten den Rückstand verkraften mussten. Adrian Thaqi vernaschte Christian Ahlborn auf der linken Seite und flankte zielgenau an den langen Pfosten, wo Spielertrainer Spetim Muzliukaj nur noch den Kopf hinzuhalten brauchte.
Drei Gegentore erhielt die Spvgg Warmbronn vor der Pause, „davon darf man zwei nicht geben“, kritisierte Felix Raith. Das 2:0 resultierte aus einem Kornwestheimer Einwurf, bei dem Gentrit Halimi für Raiths Geschmack zu weit im Feld stand. Der Ball flog in den Sechzehner, Thaqi legte für Muzliukaj ab, der sich die Chance nicht nehmen ließ (20.). Fünf Minuten später gelang den Gästen der Anschlusstreffer, Kapitän Philipp Kindler find einen Ball von Tugay Han ab und stiefelte schnurstracks nach vorn. Im entscheidenden Moment steckte er auf Petrus Glöditzsch durch, der Drita-Torwart Erblin Mehana im kurzen Eck überwand. In der 41. Minute folgte der große Aufreger, Spetim Muzliukaj räumte im Fünfmeterraum Warmbronns Tormann Gordon Römer rabiat aus dem Weg und schob den Ball ins leere Tor. Raith ärgerte sich, denn Ersatztorwart und Co-Trainer Römer musste lange behandelt werden und konnte nach der Pause nicht weitermachen.
Da Stammkeeper Fynn Jannis Kleinschmidt studiumsbedingt verhindert war, musste Daniel Göltl einspringen. „Ich habe auf der Bank nachgefragt, wer es sich zutraut. Dann hat sich er sich gemeldet, er hatte früher als Torwart gespielt“, erzählte Raith über die Umstände, unter denen Göltl sein Debüt für die erste Mannschaft der Spvgg gab. Der 18-jährige Verteidiger, der in der Saison sieben Spiele für die Zweitvertretung absolvierte, schlug sich aus Sicht des Trainers gut, bei den Toren war er machtlos. Kosovas Top-Torjäger Elvis Gashi bezwang den Debütanten mit einem wuchtigen Abschluss aus halblinker Position (68.), Tugay Han legte aus ähnlicher Position nach (75.). Nachdem Pascal Laich den Ball mit dem weit ausgestreckten Arm im Strafraum berührte, zeigte der Unparteiische drei Minuten nach Hans Tor auf den Punkt. Kornwestheims Routinier Sermin Zekjiri schob flach ins linke Eck ein, Göltl ahnte die Seite, der Ball war jedoch unerreichbar.
Am Ende stand eine herbe Packung für die Gäste, Trainer Raith meinte: „Wenn die zwei Tore, die meines Erachtens nicht zählen dürfen, in der ersten Hälfte nicht fallen, weiß man nicht, wie es aussieht.“ Er verwies auf die eigenen Umschaltmöglichkeiten, betonte jedoch auch: „Man hat gemerkt, was da für eine Qualität auf der anderen Seite auf dem Platz steht.“ Während die Warmbronner personell am Stock gingen, hatte der Gegner eine vollbesetzte Bank. Gegen die abstiegsbedrohten Rutesheimer will Raith jetzt eine Erfolgsserie starten, wie es auch in der Hinrunde nach dem Spiel gegen Kornwestheim gelang, als das Team die zur Winterpause verbleibenden vier Spiele allesamt gewann.
Für die Gewinner aus Kornwestheim schafften es mit Han, Muzlikaj und Gashi drei Torschützen in die FuPa Elf der Woche. Gleich viermal vertreten ist der TSV Flacht. Robin Schwenker und Sven Gümperlein wurden in die Verteidigung gewählt, Lukas Küppers ins Mittelfeld. Im Sturm überragte Christopher Welsch mit vier Toren gegen den SV Leonberg/Eltingen.
Drei Tore gelangen Möglingens Leon von Bank, der das Mittelfeld vervollständigt. Den Angriff komplettiert Weil der Stadts Salih Karaman, der das vierte Tor gegen Ditzingen schoss; die Verteidigung macht Höfingens Kapitän Rick Schuhmacher, dem ebenfalls das letzte Tor gegen Gerlingen vergönnt war. Als einziger Torwart mit weißer Weste steht Höfingens Kim Witte in der Aufstellung.
Die Abschiedstour des TSV Heimerdingen II beginnt am 27. Spieltag mit einem Heimspiel gegen den FC Gerlingen, der im Kampf um die Klasse dringend weitere Punkte braucht. Die braucht auch die SKV Rutesheim II, die strauchelnde Spvgg Warmbronn wirkt dafür wie ein gefundenes Fressen. Nur noch theoretisch auf den Relegationsplatz rutschen können der TSV Höfingen, der die Spvgg Weil der Stadt zu Gast hat und der TV Möglingen, der den SV Gebersheim empfängt.
Der formstarke TSV Flacht kann bei den TSF Ditzingen die Top Fünf zementieren. Final entscheiden kann die SpVgg Renningen die Meisterschaft noch nicht, das Heimspiel gegen Drita Kosova Kornwestheim hat jedoch bereits vorentscheidenden Charakter. Der KSV Renningen und der SV Leonberg/Eltingen pausieren und müssen den Abstiegskampf aus der Ferne verfolgen.