Fußball Kreisliga A2 TSV Höfingen holt Big Points in Warmbronn
Endlich wieder Kreisliga! Der Rückrundenstart in der Kreisliga A2 wartet mit sportlichen Leckerbissen auf und macht Lust auf die kommenden Wochen.
Endlich wieder Kreisliga! Der Rückrundenstart in der Kreisliga A2 wartet mit sportlichen Leckerbissen auf und macht Lust auf die kommenden Wochen.
Ein Novum nach mehreren Wochen. Erstmals seit dem zweiten Spieltag ist Herbstmeister Drita Kosova Kornwestheim vom ersten Tabellenplatz verdrängt. Obwohl die Kornwestheimer ihren Rückrundenauftakt beim TSV Münchingen gewannen, zieht die SpVgg Renningen mit der nun besseren Tordifferenz am punktgleichen Konkurrenten vorbei.
Während sich auf den folgenden vier Plätzen nichts bewegt, erstürmen die TSF Ditzingen nach dem deutlichen Triumph über den SV Gebersheim Platz sieben. Auch der TSV Höfingen macht mit seinem unerwarteten Auswärtssieg Boden in der Tabelle gut, klettert erstmals seit dem fünften Spieltag auf einen einstelligen Tabellenplatz. Die SKV Rutesheim II und der TSV Flacht, deren Duell wegen der Unbespielbarkeit des Platzes ausfiel, sind die Leidtragenden des Spieltages, gemeinsam mit dem KSV Renningen, die vom SV Leonberg/Eltingen II den Relegationsplatz überreicht bekommen. Im Keller leidet auch der FC Gerlingen unter dem vergrößerten Rückstand auf das rettende Ufer und den schrumpfenden Vorsprung auf Schlusslicht Heimerdingen II.
Als erste Mannschaften der Kreisliga A2 eröffneten der Tabellenfünfte TSV Münchingen II und Herbstmeister Drita Kosova Kornwestheim die Rückrunde, der Gast aus Kornwestheim setzte sich mit 1:0 knapp durch. Münchingens zum Ende der Hinrunde verletzter Top-Torjäger Tamino Filipaj kehrte ins Team zurück, Trainer Gianluigi Rufrano fehlte jedoch auf dem Sportplatz an der Stuttgarter Straße. Hintergrund seines Fehlens waren allerdings keine gesundheitlichen Probleme, sondern vielmehr interne Querelen im Verein. Verletzungen und ausbleibenden Wintertransfers sorgten für einen personellen Engpass, den Rufrano aus den Reihen der Ü32 ausgleichen musste, Michael Koch und Michele Ancona standen für den TSV auf dem Feld. Gleichzeitig waren die Dauerbrenner Dorian Milosevic und Elvis Prkacin am späteren Nachmittag im Kader der ersten Mannschaft, die einen Sieg gegen den TASV Hessigheim feierte.
Mit seinem Fernbleiben tat Rufrano seinem Unmut über die aktuelle Personalsituation kund, er betont allerdings, dass er an eine Lösung glaube. Weitere Zugänge der ersten Mannschaft sollen dafür sorgen, dass die zweite Mannschaft wieder von oben aufgefüllt wird. Das Duell mit dem Herbstmeister entschied Elvis Gashi in Minute 26 mit einem Foulelfmeter, der laut Rufrano durchaus strittig war. Der Gegner habe wie seine eigene Mannschaft mit einigen Spielern jenseits des besten Fußballeralters agiert, Rufrano betonte jedoch die Qualität der auf höheren Niveaus erprobten Kornwestheimer Spieler um Spielertrainer Spetim Muzliukaj. „Die Jungs haben alles gegeben, das Spiel kann auch unentschieden ausgehen“, gab Rufrano zu Protokoll. Für den Trainer sind die Kornwestheimer gemeinsam mit der SpVgg weit vor den anderen Teams der Liga.
Nicht so weit von den Abstiegsplätzen entfernt bleibt der SV Leonberg/Eltingen II, der mit einem 5:1-Erfolg gegen den KSV Renningen jedoch mustergültig in die Rückrunde startet. „Das war genau der perfekte Start für uns“, freute sich Trainer Sebastian Kohler, sein Team ging bereits nach vier Minuten durch Orhan Tekin, der nach seiner im Oktober erlittenen Verletzungspause sein Comeback gab, in Führung. KSV-Schlussmann Vitali Mositschuk faustete eine Freistoßflanke von Fabian Kern gegen den Kopf des Rückkehrers, von dem der Ball ins Tor prallte, „ein Slapstick-Tor“, sagte Kohler.
Nur eine Minute später bediente Ennio Ohmes, der gemeinsam mit Kern und Marvin Hampel von der ersten Mannschaft zu Hilfe gekommen war, den Winterneuzugang Gabrijel Kolar, der den Ball ins Tor schob. In der 34. Minute köpfte Tekin eine weitere Freistoßflanke ins Tor der Gäste, die zehn Minuten später durch einen Foulelfmeter zum Torerfolg. Gökhan Utku brachte Renningens Top-Torjäger Mehmet Semsettin Erdogan zu Fall, der sein elftes Tor im elften Saisonspiel erzielte. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, die Hausherren ließen den KSV weiter ins Spiel kommen.
Erst spät fiel die Entscheidung infolge zweier Treffer in der Schlussphase. „Ich würde sagen, da hat vielleicht die Kraft beim KSV nachgelassen, die auf das zweite Tor gespielt haben“, analysierte Kohler. Die sich öffnenden Räume nutzten Dimitrios Wacker (87. Minute) und erneut Gabrijel Kolar (90.). Kohler schöpft Mut aus dem Auftaktsieg, die Rückkehr von Okan Tekin und Leon Hundt taten seiner Mannschaft gut, ebenso wie Neuling Kolar, der dem Spiel des SV wieder mehr Tiefe gibt, die nach dem Abgang von Youssef El Guerch verloren gegangen war.
Verloren ging auch der Rückrundenauftakt des SV Gebersheim, der im Auswärtsspiel bei den TSF Ditzingen mit 0:3 nach Hause geschickt wurde. Das Ergebnis gefiel Trainer Kevin Sturm, der jedoch mahnte: „Leistungstechnisch war es noch nicht da, wo wir sein könnten, die Chancenverwertung bleibt leider ein Thema.“ Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte brachte Noah Ihlenfeld die Heimmannschaft in der 54. Minute per Kopf nach einer Ecke in Führung, diese war aus einem von Sturm verschossenen Elfmeter entstanden. Verteidiger Ihlenfeld, der in der Hinrunde den seit September verletzten Spielführer David Schmitt vertreten hatte, gab die Binde wieder an den Rückkehrer zurück.
Das Spiel blieb bis in die Nachspielzeit offen, in der fünften Minute der Nachspielzeit wurde der eingewechselte Neuzugang Burak Belkaya auf dem Weg zum Gebersheimer Tor von einem Verteidiger gefoult, der für das zweite Vergehen die Ampelkarte erhielt. Noah Ihlenfeld vergab den zweiten Strafstoß der TSF, doch im Nachschuss war Neuling Belkaya zur Stelle und erzielte im ersten Spiel für die TSF sein Premierentor. Der Zwillingsbruder von Bekir Belkaya, dem Co-Trainer des KSV Renningen, profitierte von Sturmkollege Arne Poster, für den er ins Spiel kam und der in der ersten Halbzeit die gegnerische Abwehr müde gespielt hatte. Trainer Sturm verspricht sich von seinem neuen Stürmer, der vom SV Perouse nach Ditzingen wechselte, mehr Treffsicherheit in seiner Offensive, wenngleich der 33-Jährige noch nicht die Fitness für volle 90 Minuten mitbringt.
Die TSF kamen in der achten Minute der Nachspielzeit durch Juri Micic noch zum dritten Tor des Tages. Kevin Sturm hofft, dass der Auftaktsieg seiner Mannschaft Auftrieb für den Rest der Rückrunde gibt. „Wie wir uns nach dem 1:0 verhalten haben, gibt mir ein gutes Gefühl“, lobt Kevin Sturm. Seine Mannschaft habe sich gegen eine folgende Drangphase der Gäste erfolgreich gewehrt. „Die Energie auf dem Platz fühlt sich besser an als in der Hinrunde“, freute sich der Trainer.
Besser als in der Hinrunde verlief auch der Rückrundenstart des TSV Höfingen. Der abstiegsbedrohte Aufsteiger gewann bei der viertplatzierten Spvgg Warmbronn mit 1:0 und sorgte für das vermutlich überraschendste Resultat des Spieltags. Trainer Marco Russo gab sich jedoch keinesfalls überrascht: „Wir wollten unsere gute Form aus der Winterpause behalten“, meinte der Coach, seine Mannschaft weist aus den jüngsten fünf Partien die fünftbeste Form der Liga auf und verlor nur eines der vergangenen acht Spiele.
Gegen Warmbronn sah die Perspektive dennoch schwieriger aus, im Hinspiel siegte die Spvgg mit 5:2 und warf den TSV zudem mit 5:0 aus dem Bezirkspokal. „Da waren wir noch nicht soweit, mittlerweile sind wir schon ziemlich stabil. Auf dem Papier wahrscheinlich ein überraschendes Ergebnis, für uns aber weniger, weil wir davon überzeugt waren, dass wir etwas holen können“, sagte der erfahrene Trainer. In Halbzeit eins sah Russo seine Mannschaft deutlich überlegen, doch die Chancenverwertung verhinderte erneut eine höhere Führung seines Teams. In der 24. Minute brachte Raffaele Di Muccio die Gäste mit einem Schuss aus der Drehung ins kurze Eck in Front. Nach der Pause blieb das Spiel umkämpft, das Ergebnis blieb jedoch, auch Dank Höfingens starkem Schlussmann Kim Witte bestehen.
Russo ist überzeugt von der Qualität des TSV, mahnt jedoch, dass die Tabelle bis zum Schluss spannend bleiben werde. „Wir müssen auf uns schauen“, betont der Übungsleiter. Mit dem Erfolg gegen einen Gegner aus dem oberen Tabellendrittel rückt der TSV Höfingen in der Tabelle vor und fügt der Spvgg Warmbronn die erste Heimniederlage der Saison zu. Nicht einmal Herbstmeister Kornwestheim konnte auf dem Platz an der Büsnauer Straße gewinnen. Die drei Punkte vergrößern Höfingens Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz auf acht Zähler.
Auf den Abstiegsplätzen selbst wird es nach dem 3:1-Sieg des Schlusslichts TSV Heimerdingen II beim Tabellensechsten TV Möglingen dagegen nochmal feurig, mit dem zweiten Saisonsieg rückt die Mannschaft von Graziano Monteduro auf einen Punkt an den FC Gerlingen heran. „Es war für uns wichtig, mit einem positiven Ergebnis zu starten, das hatten wir uns vorgenommen“, sagte der Trainer. Er räumte ein, dass beiden Mannschaften Spieler fehlten, er selbst verfügte nur über neun Spieler seines eigenen Kaders.
Dieser wurde jedoch großzügig aufgefüllt, mit Shakur Traore, Hakan Tepegoez, Stefan Schlick, Robin Reichardt und Ayyub Baroudi standen gleich fünf Spieler in der Startelf, die normalerweise für die erste Mannschaft des TSV in der zwei Spielklassen höheren Landesliga auflaufen. „Das hat uns natürlich auf dem Platz geholfen“, räumte der Trainer ein. Das erste Tor fiel jedoch ohne Landesligaa-Beteiligung, Angelo Siena fand Alexander Leitz, der den Gast in Führung köpfte (9.). Nur vier Minuten später traf Möglingens Leon von Bank nach einer Ecke zum Ausgleich.
Die Entscheidung des Spiels fiel in der Schlussphase, Hakan Tepegoez erzielte die Führung nach einer starken Einzelaktion (82.). Drei Minuten später legte er nach und verwandelte einen von Robin Reichardt geholten Foulelfmeter. Die Unterstützung der ersten möchte Monteduro bis zu deren Rückrundenstart am 6. März sicherlich weiter nutzen, zu sehr will er aber nicht darauf bauen, sondern sobald wie möglich wieder auf sein eigenes Personal setzen. „Ich will meine Jungs nicht vergraulen, die wollen ja auch spielen“, erklärt der Coach.
In den nächsten beiden Spielen bekommt es seine Mannschaft mit der Spvgg Warmbronn und dem neuen Tabellenführer SpVgg Renningen, zwei Teams aus den Top Vier der Liga, zu tun. Dann folgen innerhalb von drei Wochen Spiele gegen die ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden SV Leonberg/Eltingen II und TSV Flacht. Monteduro meint: „Wenn wir nochmal richtig rankommen wollen, müssen wir da etwas mitnehmen.“ Aufgrund des sechs Punkte großen Rückstandes auf den Relegationsplatz wolle er jedoch zunächst kleine Brötchen backen.
Die FuPa-Elf der Woche wird zum Rückrundenauftakt von zwei Kantersiegern bestückt. Nach dem 9:0 über den FC Gerlingen schaffen es mit Spielmacher Riccardo Ronny Bischoff sowie Doppelpacker Quentin Klett und Torschütze Cedric Wurmbrand gleich drei Akteure der SpVgg Renningen ins Mittelfeld, das von Marvin Hampel, Gastspieler beim SV Leonberg/Eltingen II, komplettiert wird.
Die Zweitvertretung schickt mit den Doppelpackern Gabrijel Kolar und Okan Tekin gleich zwei Stürmer ins Rennen, die neben Ditzingens Burak Belkaya die Offensivreihe bilden. Auch die Abwehr wird aus den drei Vereinen gebildet: Joshua Schneider vertritt den SV, Torschütze Noah Ihlenfeld die TSF Ditzingen und Doppelpacker Oliver Schüle die SpVgg Renningen. Den einzigen Ausreißer bildet Torwart Kim Witte, der mit mehreren starken Paraden den knappen Sieg des TSV Höfingen sicherte.
Am kommenden Spieltag kann sich die SpVgg Renningen die alleinige Tabellenführung sichern. Während der neue Spitzenreiter den TSV Höfingen empfängt, muss der nun Zweitplatzierte Drita Kosova Kornwestheim gegen die in die Rückrunde startende Spvgg Weil der Stadt antreten, die mit neuem Cheftrainer und nur sechs Punkten Abstand auf das Führungsduo anreisen.
In die Rückrunde starten nach dem Spielausfall am vergangenen Wochenende auch der TSV Flacht beim SV Gebersheim und die SKV Rutesheim II gegen die Zweitvertretung aus Münchingen. Im Keller versucht der FC Gerlingen, gegen die gut gestartete zweite Mannschaft des SV Leonberg/Eltingen Anschluss an das rettende Ufer zu halten.