Fußball Landesliga Aufreger im Derby: Der Strafstoß für den TSV Heimerdingen
Aufstiegsaspirant SKV Rutesheim lässt in der Fußball-Landesliga dem TSV Heimerdingen beim 3:1-Sieg keine Chance. Bei einem Elfmeter gibt es jedoch Unstimmigkeiten.
Aufstiegsaspirant SKV Rutesheim lässt in der Fußball-Landesliga dem TSV Heimerdingen beim 3:1-Sieg keine Chance. Bei einem Elfmeter gibt es jedoch Unstimmigkeiten.
Ein Aufschrei im Sportpark Bühl. Im Landesliga-Derby zwischen der SKV Rutesheim und dem Nachbarn TSV Heimerdingen zeigte Schiedsrichter Niklas Straßer plötzlich auf den Punkt im SKV-Strafraum. Nach einem Freistoß gingen SKV-Stürmer Laurin Stütz (SKV) und sein TSV-Pendant Haris Gudzevic (TSV) im Sechzehner zu Boden – für Straßer ein Strafstoß.
Stütz konnte es kaum fassen. „Das war ganz verrückt“, klagte der Torjäger, „der Schiri meinte, ich hätte ihn mit beiden Armen umklammert und niedergerissen. Sogar der Gegner meinte zu mir, es sei lachhaft.“ Ein Gegenspieler habe sich sogar bei ihm entschuldigt, Stütz bemängelte eine „ganz glasklare Fehlentscheidung“ und vermutete eine Verwechslung.
Tatsächlich hatte Mitspieler Alexander Grau intensiv mit Gudzevic gerungen, allerdings hatte Stütz sein Bein so weit ausgestreckt, dass der Gegenspieler final durch dieses zu Fall kam. Der Schiedsrichter hatte beste Sicht, die Entscheidung war demnach vertretbar. Gudzevic verlud Rutesheims Tormann Jan Göbel und schob rechts unten zum 1:1 ein (25.).
In der 14. Minute hatte ausgerechnet Laurin Stütz zur Führung getroffen. Nach flacher Hereingabe durch Flavio Heiler vom linken Flügel brauchte der Führungstor-Experte am langen Pfosten nur noch ins leere Tor zu schieben. In Minute 36 brachte er die SKV Rutesheim erneut in Front. Wieder nach Vorarbeit Heilers von links war Stütz den Schritt schneller als TSV-Außenverteidiger Salvatore Pellegrino und grätschte das Leder über die Linie. Es hätte auch bereits das 3:1 sein können, denn in der 29. Minute hatte Stürmer Markus Wellert das leere Tor aus spitzem Winkel verfehlt, nachdem er Gegner Daniel Geppert ins Leere grätschen lassen und auch Torhüter Lukas Emmrich umkurvt hatte.
Dennoch fiel der dritte SKV-Treffer noch vor dem Pausenpfiff, diesmal bereitete Grau von rechts vor, Maxim Russ verlängerte den Ball ins lange Eck (43.). Insgesamt dominierten die Hausherren die erste Hälfte deutlich, ließen den Gästen kaum Platz zur Entfaltung. Die zweite Halbzeit lieferte jedoch weit weniger Hingucker. Die zahllosen Eckbälle verpufften allesamt aufregungslos, die SKV Rutesheim kam zu einigen Halbchancen, der TSV Heimerdingen zu keiner nennenswerten Möglichkeit. Das Derby besaß nicht die Brisanz, die so mancher im Vorfeld erwartet hatte. In der Nachspielzeit zeigte Hakan Tepegoez dem Unparteiischen den Vogel, der dem TSV-Kicker im Gegenzug Rot zeigte.
Der im Sommer scheidende TSV-Trainer Markus Koch haderte nach der Partie: „Es hat heute nicht gereicht, um etwas mitzunehmen. Wir waren zu passiv, zu verhalten.“ Sein Kapitän fand deutlichere Worte. „Wir hatten einen Torschuss in 90 Minuten, das nagt an einem, so kann man kein Spiel gewinnen“, kritisierte Sebastian Bortel das Auftreten seiner Truppe.
Auf der Gegenseite war die Freude entsprechend groß. Erstmals seit zehn Jahren spielt die SKV Rutesheim mit den Fußball-Nachbarn TSV Heimerdingen und SV Leonberg/Eltingen in der gleichen Liga, zum ersten Mal überhaupt feierte die SKV Siege in allen vier Derbys. Am nächsten dran waren die Rutesheimer 2014/15, als Trainer Christopher Baake selbst noch auf dem Platz stand. „Absolut verdient, von Sekunde eins waren wir mit Abstand die bessere Mannschaft“, strotzte der Coach vor Stolz. Besonders freute ihn die Reife, mit der sein Team die Führung ins Ziel brachte. Der Elfmeter und die verpasste Großchance von Wellert brachten die Mannschaft nicht aus der Ruhe, auch das lobte der Trainer. Als klare Schwachstelle der Gegner hatte Baake die Flügel der Gäste ausgemacht, über welche sein Team alle Tore vorbereitete.
Für die verbleibenden acht Spiele, unter anderem gegen Spitzenreiter FV Löchgau, nimmt Baake positive Erkenntnisse mit. „Wenn wir unsere Wucht auf den Platz bringen, gibt es keine andere Mannschaft in der Liga, die so etwa in ähnlicher Art kann. Dann hat jeder Angst – daran müssen wir glauben. Wenn einer gewinnt, dann sind wir das“, sagte der zufriedene Trainer. SKV Rutesheim: Göbel – Schneider (55. Hadergjonaj), Rudloff, Riedlinger – Grau (68. Maier), Held (85. Geist), Russ (76. Obert), Heiler – Gebbert – Stütz, Wellert (76. Boateng) TSV Heimerdingen: Emmrich – Jildiz (60. Schüller), Geppert, Kuchtanin, Pellegrino – Traore (72. Schlick), Bortel, Milos, Tepegoez – Gudzevic, Buxmann (72. Riedmiller)