Der Trainer Roko Agatic hat sein Team auf den Saisonendspurt eingeschworen. Foto: Eibner Pressefoto/Oliver Schmidt
Der TSV Bernhausen will mit einem Heimsieg gegen den Aufstiegsrivalen TSV Köngen zurück auf den zweiten Tabellenplatz. Bei der Aufstellung zeichnen sich Härtefälle ab.
Es war am Mittwochabend lediglich ein Rumpfprogramm. Zwei Spiele nur in der Staffel 2 der Fußball-Landesliga. Die aber haben es in sich gehabt, denn mit ihnen dürften im Aufstiegskampf wichtige Weichen gestellt worden sein – womöglich auch für den TSV Bernhausen, gleichwohl die Filderstädter bloß Zuschauer waren. Fakt ist für sie: Die eigenen Chancen auf den Meistertitel sind vier Spieltage vor Saisonschluss gesunken, jene auf Tabellenplatz zwei und die Relegationsteilnahme dürfen dagegen als vollends angeheizt betrachtet werden. Und an diesem Sonntag (15.30 Uhr) kommt es für die „Veilchen“ nun zu einer Begegnung, die bereits Endspiel-Charakter hat. Gegen den TSV Köngen steigt am Fleinsbach das Topspiel des Wochenendes.
Bernhausen gegen Köngen, der Dritte gegen den Zweiten, beide nur durch einen Punkt voneinander getrennt. „Uns erwartet eine sehr schwere Aufgabe mit einem im Umschaltspiel brandgefährlichen Gegner“, sagt der Trainer Roko Agatic. Doch der Plan ist klar: Er und die Seinen wollen mit einem Sieg im Klassement vorbeiziehen und damit das Ranking auf den Stand zurückstellen, der noch bis Mittwoch galt. Da gewann der anstehende Kontrahent vor den Augen Agatics sein Nachholspiel gegen den ebenfalls weiterhin hoffenden TSGV Waldstetten mit 2:0. Ein Ergebnis, das den Bernhausenern durchaus gefiel, im Gegensatz zu jenem der zweiten Partie des Abends. In dieser setzte der Spitzenreiter TSV Ehningen ein 7:1-Ausrufezeichen gegen den GSV Maichingen. Die Ehninger sind damit fürs Erste auf sechs Zähler enteilt, zuzüglich der mit Abstand besten Tordifferenz.
„Die noch einzufangen wird schwierig. Aber wir wollen versuchen, mindestens Zweiter zu werden und da zu sein, falls sich noch eine Möglichkeit für mehr ergibt“, sagt Agatic. Auf dieses Ziel habe er sich mit seinen Kickern in dieser Woche eingeschworen – der Tatsache zum Trotz, dass von deren aktuellem Stammpersonal in der nächsten Saison bekanntlich kaum mehr einer das lila Trikot tragen wird. „Ehrensache“, sagt Agatic, „wir wollen das Ganze hier würdig zu Ende bringen.“
In personeller Hinsicht gedenkt der Coach dabei seiner Linie treu zu bleiben. Punkt eins: Warum ein zuletzt erfolgreiches Team ändern? Punkt zwei: Wer, aus welchen Gründen auch immer, gefehlt hat, der muss sich erst einmal hinten anstellen. „Wer mich kennt, der weiß: Da bin ich knallhart“, sagt Agatic. Beginnen soll bis auf eine Ausnahme die Sieger-Elf vom 3:1 vor Wochenfrist in Waldhausen. Ersetzen muss der Trainer aus jener nur seinen Mittelfeldmann Mihael Tomic (privat in Kroatien). Drumherum nimmt er Härtefälle in kauf. Zum Beispiel im Tor. Dort steht der Stammkeeper Matej Livancic (weilte auf einer Kommunionsfeier) eigentlich wieder bereit. Den Vorzug soll allerdings der erst vor kurzem verpflichtete Youngster Hasan Kaya erhalten. „Er hat als Stellvertreter ein brutal gutes Spiel gemacht“, lobt Agatic.
Dem eigentlichen Stammkeeper Matej Livancic (links) droht ein Platz auf der Bank. Foto: Günter Bergmann
Demgegenüber war das Saison-Überraschungsteam aus Köngen zwischenzeitlich ins Formtief gerutscht, hat in den vergangenen Spielen aber wieder zur Hinrunden-Form gefunden. Vielleicht auch deshalb, weil eine der Schlüsselfiguren nach einer Verletzungspause wieder zur Verfügung steht: Der spielende Co-Trainer Yannik Kögler traf bei seinen zwei Comeback-Einsätzen in der Startformation prompt dreimal.