Fußball Landesliga Nur 2:2 – eine gefühlte Niederlage für den TSV Heimerdingen

Eigentlich ist Verteidigen die primäre Aufgabe von Gabriel Fota (li./gegen Simon Glück), doch gegen den TSV Crailsheim gelang dem Heimerdinger Routinier der Ausgleich zum 1:1. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Der Fußball-Landesligst sieht im Duell gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten TSV Crailsheim lange wie der Sieger aus, doch in der Nachspielzeit fällt das 2:2 für die Gäste.

Kurz nach dem Schlusspfiff waren sich alle einig. „Der Ball war so lange in der Luft, da hatten wir genug Zeit, um uns zu orientieren“, meinte Rechtsverteidiger Gabriel Fota. Von einer Zuordnung, die nicht gepasst hatte und einer Flanke, die man hätte verhindern können, sprach Mannschaftskapitän Sebastian Bortel.

 

Und doch flog, kurz nachdem der Schiedsrichter drei Minuten Nachspielzeit angezeigt hatte, diese eine letzte, perfekt getimte Flanke in den Strafraum des TSV Heimerdingen, wo Tim Messner mit einer Kopfball-Bogenlampe den chancenlosen Lukas Emmrich im TSV-Tor überwand und zum 2:2-Endstand ausglich. „Das fühlt sich wie eine Niederlage an“, fasste Bortel wohl den Gemütszustand aller, die es mit dem TSV Heimerdingen halten, zusammen.

Drei Punkte waren zum Greifen nah

Die Grün-Weißen hatten die Chance gehabt, im Kampf um den Klassenverbleib mit einem Heimsieg den um einen Punkt schlechteren Tabellennachbarn auf vier Zähler zu distanzieren. Und sie schienen auf dieses Ziel zuzusteuern, nachdem sie einen 0:1-Pausenrückstand in der zweiten Halbzeit in eine 2:1-Führung gedreht hatten und es ihnen in der Folge gelang, die Gäste aus der gefährlichen Zone vor dem eigenen Tor fernzuhalten.

Heimerdingens Robin Reichardt (vo.) und der Crailsheimer Maximilian Schön springen im Gleichschritt über das Hindernis namens Jan Hübsch. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Es schien bei einigen Umschaltsituationen sogar so, als könnten die Gastgeber eher einen dritten Treffer nachlegen. „Wir hätten es entscheiden können, wenn ein Ball einmal ganz durchgerutscht wäre“, bedauerte TSV-Trainer Markus Koch. Die beste Chance hatte Haris Gudzevic, der nach einer etwas zu weiten Flanke aus sieben Metern über das Crailsheimer Tor köpfte (84.). So aber hatten die Gäste das letzte Wort, und bleiben durch den Punktgewinn weiterhin bis auf einen Zähler an den Grün-Weißen dran.

Die Begegnung hatte mit einer Viertelstunde Verspätung begonnen, da die Gäste auf der Autobahn im Stau gestanden waren. Von Beginn an entwickelte sich ein von Zweikämpfen geprägtes Duell auf Augenhöhe, in dem die Grün-Weißen die ersten Offensivakzente setzten. In der 12. Minute verlängerte ein Crailsheimer Verteidiger eine Flanke von der rechten Seite per Kopf, sodass der Ball nur knapp am Pfosten des Gästetores vorbeistrich. Acht Minuten später kam Gudzevic im Fünfmeterraum nach einem Rückpass von der Grundlinie zum Abschluss, scheiterte jedoch mit der Hacke an Gästetorhüter Lars Albig.

Haris Gudzevic (re.) hatte die Chance zur Heimerdinger Führung – doch er scheiterte am Torhüter der Crailsheimer. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Crailsheim ging mit der ersten Torgelegenheit in Führung: Nach einem Angriff über rechts hatte Luca Blümlein am langen Pfosten viel Platz und zirkelte den Ball aus 14 Metern in den Winkel (22.). Gäste-Torjäger Louis Hermann verpasste in der 37. Minute seinen 16. Saisontreffer, als er den Ball nach perfekter Vorarbeit von Dominik Rummler aus neun Metern freistehend über die Latte des TSV-Tores bugsierte. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Rudolf Buxmann, der den Ball Sekunden vor dem Pausenpfiff nach einer schnellen Kombination über vier Stationen aus 14 Metern knapp über die Latte setzte.

In der zweiten Hälfte dauerte es keine 60 Sekunden, ehe der TSV Heimerdingen zum Ausgleich kam: Gabriel Fota setzte sich nach einem Freistoß auf der linken Seite gegen einen Verteidiger durch und vollendete aus kurzer Distanz. „Ich hatte im richtigen Moment einen kleinen Vorsprung, weil Crailsheim stets sehr hoch verteidigt hat“, erklärte er. Nach dem gleichen Muster fiel auch die Führung für die Gastgeber durch Sebastian Bortel: Nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte war der Routinier schneller als die gesamte Gäste-Defensive und schob den Ball durch die Beine von Crailsheims Schlussmann Albig zur Führung für seine Elf.

Doch Crailsheim brachte von der Bank frische Offensivkräfte – und hatte zu Beginn der Nachspielzeit noch den einen entscheidenden Moment. Nach dem 2:2 müssen beide Teams in der unteren Tabellenhälfte weiter zittern – der Stadionsprecher verabschiedete alle mit den Worten: „Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr in dieser Liga wieder.“ TSV Heimerdingen: Emmrich – Pellegrino, Geppert, Baumeister, Fota, De Sousa Lourenco, Milos, Bortel, Reichardt (73. Traore), Gudzevic (85. Riedmiller), Buxmann.

Weitere Themen