Fußball Landesliga SKV Rutesheim bleibt vorn: Leichte Enttäuschung über 2:2 nach 2:0-Führung

Die Kontrahenten im Topspiel schenkten sich nichts: Der Löchgauer Jens Krieger (vo.) geht im Duell mit einem SKV-Spieler zu Boden. Foto: Baumann/Julia Rahn

In der Fußball-Landesliga trennt sich der Spitzenreiter mit einem 2:2 vom Verfolger FV Löchgau – das Remis nützt der SKV weit mehr als dem Tabellenzweiten.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Alles ist relativ – besonders Ergebnisse im Fußball: Das 2:2 (0:2) im Spitzenspiel zwischen Landesliga-Primus SKV Rutesheim und Verfolger FV Löchgau ist ein aktuelles Beispiel. Das Remis vor knapp 600 Zuschauern in einem kampfbetonten, intensiven Match war über die gesamten 90 Minuten leistungsgerecht, nützt der SKV aber mehr, die bei noch drei ausstehenden Partien ihren Drei-Punkte-Vorsprung im Aufstiegsrennen verteidigt hat.

 

Für den FV Löchgau schmeckt das Remis eher nach einer gefühlten Niederlage, da der Tabellenzweite auf einen Ausrutscher der SKV auf der Zielgeraden hoffen muss – im Grunde muss der FV alle seine drei Spiele gewinnen, um sich überhaupt noch an den Rutesheimern auf den Platz im Aufzug in die Verbandsliga vorbeidrücken zu können. „Wir werden nicht nachlassen und wollen neun Punkte holen“, gab sich FV-Coach Markus Lang entschlossen, „dann schauen wir, ob Rutesheim was liegen lässt und es reicht.“

SKV Rutesheim: Feiern ist nicht angebracht

Aber auch sein Pendant Christopher Baake hüpfte am Freitagabend nach dem Schlusspfiff nicht von Glückshormonen überwältigt über den Löchgauer Kunstrasen. „Das 2:2 war leistungsgerecht“, analysierte der 36-Jährige nüchtern und warnte: „Der Vorsprung ist gefährlich. Wir dürfen uns auf gar keinen Fall in Sicherheit wiegen.“ Vor allem auch deshalb, weil der FV aktuell eine um vier Treffer bessere Tordifferenz besitzt.

Nicht immer einer Meinung: SKV-Trainer Christopher Baake sieht die Gelbe Karte von Schiri David Schmid. Foto: Baumann/Julia Rahn

Noch kommt keiner der SKV-Funktionäre auf die leichtsinnige Idee, schon mal einen Vorrat an Sekt und Bier für die Meisterfeier zu ordern, wenngleich Rutesheim gegen die Kellerkinder SV Kaisersbach und TSV Crailsheim sowie den noch nicht ganz geretteten SSV Schwäbisch Hall antreten muss. Das Abschlussprogramm des FV Löchgau besteht aus den Begegnungen gegen den Dritten SG Schorndorf, den SV Kaisersbach und SU Neckarsulm. „Wir haben alles in der eigenen Hand“, betonte SKV-Kapitän Tim Rudloff.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Gianluca Crepaldi hätte diese Überlegungen alle wegwischen können. In der Nachspielzeit tauchte der Rutesheimer Joker frei vor FV-Schlussmann Leon Dobler auf, doch sein Schuss war zu wenig platziert, der Keeper rettete das Remis per Fuß. „Das ärgert mich selbst am meisten“, stöhnte der 35-Jährige, „der Ball holperte etwas, der Winkel war spitz – ich hätte den Ball schieben sollen, statt zu schießen. Das 3:2 wäre die Krönung gewesen.“ Und hätte der SKV ein samtweiches Sechs-Punkte-Polster beschert.

Enttäuschung über das 2:2: Doppelpacker Laurin Stütz ist der Kreuz-Bube im Aufstiegs-Grand der SKV Rutesheim Foto: Baumann/Julia Rahn

Das hätte es auch werden können, wenn die Gäste ihren Elan von Halbzeit eins nach der Pause fortgesetzt hätten. In den ersten 45 Minuten beherrschte die SKV weitgehend das Geschehen, erstickte fast jeden Angriff der Hausherren im Keim, die nicht wirklich ins Spiel gefunden hatten. Torhüter Jan Göbel wurde seltenst gefordert und Torjäger Laurin Stütz unterstrich ein weiteres Mal, dass er der Kreuz-Bube der Rutesheimer im Aufstiegs-Grand ist. Beim 1:0 staubte er in Gerd-Müller-Manier ab, als Leon Dobler einen Kopfball von Marcel Held nur abklatschen konnte (22.). Beim 2:0 entwischte der flinke Stürmer seinem Gegenspieler und schob die Kugel am FV-Keeper vorbei (44.).

„Blickt man auf unsere souveräne erste Hälfte, haben wir zwei Punkte verloren“, bilanzierte Tobias Gebbert die Punkteteilung. Denn nach dem Seitenwechsel brachte ein Löchgauer Doppelschlag die Rutesheimer arg aus dem Gleichgewicht. Erst setzte sich Furkan Yumurtaoglu im Getümmel am Fünfmeterraum durch und traf zum 1:2 (50.). „Ein saublödes Slapstick-Tor“, knurrte Christopher Baake. Dann marschierte Mo Gueye nach einem so nicht geplanten Befreiungsschlag des FV allein auf Jan Göbel zu und erzielte das 2:2 (54.). Das Momentum lag aufseiten der Gastgeber, die SKV verlor Dominanz samt Überblick – positiv blieb aber: Löchgau konnte das 3:2 nicht nachlegen.

Medin Bulic und Torschütze Furkan Yumurtaoglu (re.) feiern den Treffer zum 1:2 für den FV Löchgau Foto: Baumann/Julia Rahn

„Größten Respekt an meine Mannschaft“, sagte SKV-Trainer Baake, „dass sie sich dagegen gestemmt und nach 70 Minuten wieder auf Augenhöhe war.“ Echte Hochkaräter erspielte sich in dem hochklassigen, spannenden Match kein Team mehr. In Minute 73 hofften die SKV-Fans auf einen Pfiff, als Markus Wellert im Löchgauer Strafraum zu Fall gebracht wurde. Doch die Pfeife des nicht immer überzeugend leitenden Schiris David Schmid gab keinen Ton von sich. Es blieb beim 2:2, da eben auch Crepaldi den Wink des Schicksals nicht umzusetzen wusste. „Vor dem Spiel hätte ich das 2:2 sofort unterschrieben“, sagte Tobias Gebbert.

SKV Rutesheim bleibt auf Aufstiegskurs

Dennoch war das Remis ein wichtiger Teilerfolg. Sagen wir es so: Wenn die SKV Rutesheim in den drei ausstehenden Spielen so engagiert und kampfbereit auftritt wie in Löchgau, sollte ihr das Ticket zu Verbandsliga kaum noch zu entreißen sein. SKV Rutesheim: Göbel – Schneider, Rudloff, Riedlinger – Gebbert, Obert (60. Wellert) – Grau (76. Maier), Russ (90+3 Walter), Held, Heiler – Stütz (86. Crepaldi).

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