Fußball Landesliga SKV Rutesheim: Noch zwei Schritte bis zum Aufstieg
Die SKV Rutesheim empfängt im letzten Heimspiel SSV Schwäbisch Hall. Pascal Haug sieht im Mix aus Anspannung und Lockerheit die Trümpfe des Teams im Aufstiegsrennen.
Die SKV Rutesheim empfängt im letzten Heimspiel SSV Schwäbisch Hall. Pascal Haug sieht im Mix aus Anspannung und Lockerheit die Trümpfe des Teams im Aufstiegsrennen.
Die SKV Rutesheim steht nach drei Jahren Landesliga vor der Rückkehr in die Verbandsliga. Mit einem Sieg an diesem Samstag (15.30 Uhr) im Sportpark Bühl gegen den SSV Schwäbisch Hall würde ein Remis am 6. Juni beim TSV Crailsheim zur Meisterschaft reichen. Pascal Haug, der Sportliche Leiter, traut dem Team diesen Schritt zu – und auch, dass sich die SKV eine Liga höher auf Dauer etabliert.
Herr Haug, als der SV Kaisersbach am vergangenen Sonntag mit 1:0 in Führung gegangen ist – rutschte Ihnen da das Herz in die Hose?
Herz in die Hose ist zu viel gesagt, aber ich musste schon kurz schlucken. Aber ich habe ganz großes Vertrauen in unsere Jungs, weil sie über die Jahre hinweg gereift sind – das gibt einem immer ein gutes Gefühl von außen. Ich war jetzt nicht ganz entspannt, aber ich war mir ziemlich sicher, dass wir das noch drehen.
Die SKV hat noch die Spiele gegen Schwäbisch Hall und in Crailsheim vor der Brust. Mit vier Punkten ist das Team Meister und steigt auf.
Richtig. Uns würde theoretisch ein Sieg und ein Unentschieden reichen, aber über Theorien will ich nicht reden. Wir gehen in jedes Spiel, wie wir die gesamte Saison bestritten haben: Mit viel Energie, mit viel Mut, mit viel Zuversicht – wir wollen jedes Spiel gewinnen. Und dann ist da unser tolles Umfeld, das die Mannschaft in den letzten Wochen getragen hat.
Ist es trügerisch und gefährlich, wenn man weiß: Ein Sieg und ein Remis reichen bereits zum Titel?
Nein, so wollen wir gar nicht denken, denn das ist tatsächlich gefährlich. Wir wollen zwei Spiele gewinnen. Das ist auch der Anspruch an uns selbst. Am Samstag wollen wir konzentriert, fokussiert und mit viel Freude an dem, was wir tun, auf dem Platz stehen. Da muss auch weiterhin eine gewisse Lockerheit vorhanden sein. Das ist eine Riesenchance für uns.
Die Euphorie ist immens im Sportpark Bühl.
Natürlich, sie darf aber nicht in Leichtsinnigkeit münden – aber das wird nicht passieren. Unsere Führungsspieler um Kapitän Tim Rudloff und die Trainerriege um Christopher Baake werden darauf achten. Ich bin bei jedem Training anwesend und registriere: Da herrscht ein gesunder Mix aus Anspannung und Lockerheit.
Der Trumpf der SKV in dieser Saison war die Kontinuität – der Großteil der Mannschaft spielt schon lange hier und Chefcoach Baake zählt in Rutesheim ja schon zum Vereins-Inventar.
Ja, und genau das hat uns in den letzten Jahren immer ein bisschen gefehlt. Da haben wir Spiele verloren, die wir nicht verlieren hätten müssen. Das ist der große Unterschied. Wenn ich es mal aus der Vogelperspektive betrachte, erkenne ich, wie das Team in den vergangenen drei Jahren gewachsen ist. Die Jungs sind in ihrer persönlichen Entwicklung sowie in ihrer fußballerischen Entwicklung, in ihrer Reife weiter als vor drei Jahren. Es ist einfach cool zu sehen, dass da jeder seinen Schritt gemacht hat. Und das schlägt sich am Ende auch an Ergebnissen nieder.
Sie stecken in einer Zwitterrolle, wenn Sie nun das Team für die neue Saison bauen. Planen Sie zweigleisig? Einmal für die Landesliga, einmal für die Verbandsliga?
Wir planen primär mit der Landesliga, aber natürlich spielt auch ein möglicher Aufstieg eine Rolle. Es ist eine privilegierte Situation.
Haben Sie wirklich noch nicht mit möglichen Verstärkungen für die Verbandsliga gesprochen?
Die Verbandsliga war bis dato mit keinem externen Spieler das alleinige Thema. Wir müssen liga-unabhängig eine wettbewerbsfähige Truppe auf den Platz stellen. Die vielen Zusagen von Spielern aus dem aktuellen Kader für die neue Saison belegen, dass wir weiter auf Kontinuität setzen und unseren Jungs weiterhin das Vertrauen schenken – egal in welcher Liga. Ich bin überzeugt, dass der Schritt in die Verbandsliga auch für Jungs in unserem Kader genau der richtige Entwicklungsschritt wäre.
Nick Rudloff und Marlon Herderich sowie die U-19-Spieler Luca Pellino und Leon Teller stoßen zum Team. Da gibt es aber doch bestimmt auch noch offene Baustellen, oder?
Ja, wo wir noch einen suchen, ist für die Offensive. Also im Sturm wollen wir definitiv noch was tun, da wird auch noch was passieren. Unser Kader steht zu 95 Prozent. Den einen oder anderen Spieler, der noch im Köcher ist, werden wir bald veröffentlichen.
Das Trainerteam bleibt im Amt, Sie bleiben Sportlicher Leiter – gibt es etwas, das in der Struktur verändert werden müsste im Falle des Aufstieges?
Im Grunde nicht. Wir haben in Sachen Sponsoren noch ein Handlungsfeld, aber da sind wir dran. Ich möchte hier keinen Aufruf starten, aber jeder, der der Auffassung ist, das gefällt ihm, was in Rutesheim im Fußball passiert, der überzeugt ist, dass gute Bedingungen vorliegen, der ist herzlich willkommen einzusteigen und einen Beitrag zu leisten. Natürlich wollen wir auch auf der Sponsoring-Ebene den nächsten Schritt gehen.
Zurück zum heute. Für den SSV Schwäbisch Hall und den TSV Crailsheim geht es um nichts mehr. Hilfreich oder gefährlich für die SKV?
Wir müssen die richtige Einstellung an den Tag legen und dürfen nicht glauben, das wird einfach mal so klappen. Wir müssen dem Gegner von Anfang an aufzeigen, dass es gegen uns nichts zu holen gibt.
Schade, dass das Saisonfinale in Crailsheim und nicht auf dem eigenen Platz stattfindet, oder?
Dann kommt der Fanbus eben wieder zum Einsatz. Das könnte ein Full-Circle-Moment (eine Situation, in der sich ein Kreis schließt, d. Red.) werden. Im Juni 2017 hat die SKV in Crailsheim die Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga gegen Sportfreunde Schwäbisch Hall zwar 1:4 verloren, da aber parallel der TSG Backnang der Aufstieg in die Oberliga gelang, sind wir auch aufgestiegen. Da standen vom heutigen Trainerteam Chris Baake, Alex Wellert, Gianluca Crepaldi und ich sowie einige Spieler des aktuellen Kaders als Spieler auf dem Platz. Deshalb sehe ich es als gutes Omen, sollte die Entscheidung über den Aufstieg erst in Crailsheim fallen.