Fußball Landesliga SV Leonberg/Eltingen: Joker Gabrijel Kolar schlägt schon wieder zu

Der Augenblick der Entscheidung: Gabrijel Kolar (hi.) köpft den Ball zum 1:0 für den SV Leonberg/Eltingen ins leere Löchgauer Tor – FV-Keeper Leon Dobler ist geschlagen. Foto: Andreas Gorr

Unerwartete Glücksgefühle im Lewa-Sportpark: Das Team von Trainer Robert Gitschier schlägt Landesliga-Primus FV Löchgau mit 1:0 und setzt ein Zeichen gegen die Ergebniskrise.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Was für ein Tag für Gabrijel Kolar: Am Samstagmorgen musste der Fußballer noch eine starke Schmerztablette schlucken, weil ihm eine Knieverletzung zu schaffen machte – am Nachmittag trumpfte er auf und erzielte fünf Minuten nach seiner Einwechslung das Siegtor für den SV Leonberg/Eltingen gegen Liga-Primus FV Löchgau. „Jetzt tut gar nichts mehr weh“, freute sich der 19-Jährige schelmisch nach der Partie.

 

Der Landesliga-Aufsteiger aus Eltingen zog damit womöglich den Schlussstrich unter die Ergebniskrise im Jahr 2026, in der in acht Spielen zuvor nur vier Punkte auf der Habenseite standen und der Club in Richtung Abstiegszone getaumelt war. „Der Sieg gegen den Tabellenführer tut richtig gut“, sagte SV-Coach Robert Gitschier, „ich hoffe, dass unsere Mini-Krise jetzt beendet ist.“

Bereits zweites Tor als Joker für Kolar

Der Trainer hatte in Kolar den Matchwinner eingewechselt wie schon im Spiel gegen den SV Kaisersbach, als der Winter-Neuzugang zum 2:1 getroffen hatte, und zwar genau sechs Minuten nachdem er auf den Platz geschickt worden war. Kolar, der Joker oder die Geheimwaffe – wie man ihn bezeichnen will, bleibt jedem selbst überlassen. „Wir wissen, was wir an ihm haben“, lobte Robert Gitschier den jungen Stürmer, „aber natürlich steht die Mannschaftsleistung im Vordergrund. Wir haben geackert, wir hatten unsere Chancen – und endlich auch ein wenig das nötige Glück.“

Der Schuss von SV-Stürmer Ennio Ohmes (li. hi.) fand nicht den Weg ins Löchgauer Tor. Foto: Andreas Gorr

Dabei dachte der 36 Jahre alte Übungsleiter an die Szene in der Nachspielzeit, in der der FV Löchgau bei einem Freistoß aus dem Halbfeld alles nach vorn geworfen hatte – wirklich alles, auch Torhüter Leon Dobler. Und der Goalie kam tatsächlich per Kopf an den Ball, die Kugel flog über Julian Bär hinweg, fiel aber nichts ins Tor, sondern prallte an die Latte. „Dieses Glück haben wir uns erarbeitet“, betonte der SV-Schlussmann.

Diese Aussage durfte man so stehen lassen. Denn die Gastgeber legten sich vor 200 Zuschauern bei bestem Frühlingswetter mächtig ins Zeug gegen den FV Löchgau, der erst eine Niederlage in seiner Saison-Vita (am 14. März 0:2 in Crailsheim) stehen hatte. Der FV-Express kam nicht wirklich ins Rollen, weil der SV mit viel Laufarbeit die Räume eng machte und so den Ball aus der Gefahrenzone hielt. Echte Top-Torchancen für Löchgau: null. Aber auch die Eltinger waren nicht drauf und dran einen Treffer zu erzielen. Ein Schuss von Julian Häusler wurde geblockt (20.), den Drehschuss von Marco Seufert parierte FV-Tormann Dobler (30.).

Die Kicker des SV Leonberg/Eltingen bejubeln das Führungstor von Gabrijel Kolar (3. v. li.) gegen den FV Löchgau. Foto: Andreas Gorr

Nach der Pause knabberten die Hausherren schon den ersten Bissen vom Glückskeks, als Kerim Keseroglus Schuss die Latte traf (48.) und der Nachschuss von Benjamin Hamann übers Tor flog. Doch es sollten lange die einzigen Hochkaräter bleiben, weil bei beiden Teams oft der letzte Pass nicht ankam oder ein Bein einen Schuss blockte. Bis zur 78. Minute. Bei einem hohen Ball in die FV-Box störte Patrick Hofmann seinen Gegenspieler so empfindlich, dass dieser den Kopfball nicht richtig traf – und die Kugel stattdessen über Torhüter Dobler in Richtung des lauernden Gabrijel Kolar flog.

„Ich habe darauf spekuliert“, sagte der Torschütze, „und mich konzentriert, dass ich den Ball ins leere Tor treffe. So was kann auch schief gehen.“ Ist es nicht, der SV Leonberg/Eltingen feierte den Dreier, wenngleich Trainer Gitschier einräumte: „Auch ein Remis wäre für beide Teams verdient gewesen.“ SV Leonberg/Eltingen: Bär – Häusler, Löwen, Lukas Feigl, Falch – Weeber (61. Kern), Schmidt – Nufer (66. David Feigl), Seufert (90+2 Labiadh)– Hofmann (85. Jumbam), Ohmes (73. Kolar).

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