Fußball Landesliga Zwei Tore aberkannt – TSV Heimerdingen fühlt sich verschaukelt

Im Hinspiel in Heimerdingen siegte der TSV mit Rudolf Buxmann (li.) noch mit 2:0 über die SGM Krumme Ebene. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Dem TSV Heimerdingen gelingt beim 0:0 kein Treffer gegen den designierten Absteiger SGM Krumme Ebene am Neckar – der Schiri verweigert zwei Toren die Anerkennung wegen Abseits.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Markus Koch bediente sich einer im Fußball häufig benutzten Metapher, um das 0:0 des TSV Heimerdingen bei der SGM Krumme Ebene kurz und knapp zu beschreiben. „Wir hatten den Dosenöffner zwar fest in unserer Hand“, erklärte der Coach des TSV, „aber wir haben die Dose trotzdem nicht aufbekommen.“

 

Das torlose Remis beim designierten Absteiger aus Gundelsheim schmeckte für alle im TSV-Lager nach Niederlage, denn die Heimerdinger hatten einen Dreier verpasst, der nach Tabellenlage eigentlich fix gebucht schien. Da spielte es auch keine Rolle, dass die Gäste mit einem sehr schmalen Kader angetreten waren – neben Ersatztorhüter Maik Riesch saßen in Pascal Schüller, Marius Riedmiller und Adel Idrizi lediglich drei Feldspieler auf der Auswechselbank.

Nur vier Spieler auf der TSV-Bank

„An der knappen Bank lag es nicht, dass wir nicht gewonnen haben“, stellte Trainer Markus Koch aber klar. Ursache der Nullnummer war eine mangelhafte Chancenverwertung gepaart mit zwei umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen, die bei dem einen oder anderen Heimerdinger für eine Sonnenbrand-gleiche Zornesröte im Gesicht sorgte. Zweimal hatte Referee Silas Buth einen Heimerdinger Treffer aberkannt.

Der TSV Heimerdingen hat sich aus der akuten Abstiegsgefahr herausgekämpft. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Markus Koch, ein Mann, der seine Worte mit Bedacht wählt, polterte: „Bei zweiten Tor war es garantiert kein Abseits, beim ersten wahrscheinlich auch nicht.“ Kurz vor der Pause hatte Salvatore Pellegrino den Ball im SGM-Tor untergebracht (44.), später war es Rudolf Buxmann, dessen Jubel im Keim erstickt wurde (80.). In der Landesliga gibt’s aber keinen VAR, der die Entscheidung des Schiris hätte korrigieren können.

Doch abgesehen davon, die Kicker des TSV Heimerdingen hatten nicht nur eine ausgezeichnete Gelegenheit, um wenigstens einen Treffer zu erzielen. Robin Reichardt setzte sich in Minute 30 durch, schloss im SGM-Strafraum aber nicht selbst ab, sondern legte quer auf Haris Gudzevic, der in Rücklage übers Tor schoss. Kurz nach der Pause köpfte Buxmann aus zwei Metern frei am Tor vorbei (55.), dann rettete SGM-Tormann Andre Poslovsky erst gegen Gudzevic (70.), dann parierte er aus kurzer Distanz den Schuss von TSV-Kapitän Sebastian Bortel (85.). „Wir hatten ausreichend Gelegenheiten für ein Tor“, stöhnte der TSV-Coach.

Gabriel Fota (re.) und Leon Baumeister haben SGM-Kapitän Jonas Wörner (li.) soweit im Griff. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Oft laufen solche Spiele nach Murphy’s Gesetz, also, dass wirklich alles schief geht, was schiefgehen kann. Davon wurde der TSV immerhin verschont. In der 90. Minute bremste Filip Milos einen SGM-Kicker kurz vor dem Strafraum per Foul und sah dafür Gelb-Rot. Den fälligen Freistoß für die Hausherren parierte TSV-Goalie Lukas Emmrich. „Wenn es dumm läuft, kann ein solcher Standard das Spiel gegen uns entscheiden“, sagte Markus Koch, „so gesehen bin ich über den einen Punkt nicht zu Tode betrübt.“ TSV Heimerdingen: Emmrich – Fota, Baumeister, Baroudi (74. Riedmiller), Pellegrino – Bortel – Milos, Geppert, Reichardt (86. Idrizi) – Buxmann, Gudzevic.

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