Eine Werbeaktion mit einem Influencer und einigen (Ex-)Fußballprofis sorgt in Stuttgart-Untertürkheim für großen Andrang.
Ein kleiner Sommer-Kick hat in Stuttgart-Untertürkheim für einen Menschen-Auflauf gesorgt - und einen Influencer wortwörtlich in arge Bedrängnis gebracht. „Ich bin grade in Stuttgart, hier auf dem Bolzplatz. Kommt gerne vorbei, wir kicken `ne Runde.“ Mit diesem Satz hat Arda Saatçi einen Ansturm auf den Kunstrasenplatz der Sportgemeinschaft Untertürkheim ausgelöst.
Kurze Zeit später war der 28-Jährige umringt von mehreren hundert Kindern und Jugendlichen, die allesamt etwas - vermutlich Selfies oder Autogramme - von ihm haben wollten. Auf einem Video ist das Gedränge zu sehen, Saatçi wird von einem breitschultrigen Mann hindurchgeleitet. Sein Lockenkopf verschwindet in einem Meer aus Armen und gezückten Mobiltelefonen.
Saatçi folgen auf Social Media Millionen
Arda Saatçi ist Influencer und Extremsportler. Eigentlich strebte er eine Profikarriere im Fußball an, als daraus nichts wurde, widmete er sich vor allem dem Laufen. Unter anderem hat er mit extrem langen Ultramarathons Bekanntheit erlangt - sein wohl meist beachtetes Projekt war ein Lauf von Berlin nach New York. Unlängst absolvierte er eine Strecke von rund 600 Kilometern vom Death Valley zum Santa Monica Pier in den USA. Auf den gängigen Plattformen wie Tiktok, Instagram und Youtube folgen ihm dabei mehrere Millionen Menschen.
Einige von ihnen haben offenbar auch den Aufruf am Dienstag gesehen. Zeugen sprechen von mehreren hundert jungen Menschen, die sich zum Sportplatz am Bruckwiesenweg aufmachten. Der Marketingaktion eines Essenslieferdienstes waren offenbar auch aktuelle und ehemalige Fußballprofis gefolgt.
Nübel, Kuranyi und Khedira in Untertürkheim auf dem Bolzplatz
Auf Bildern sind die ehemaligen VfB-Akteure Kevin Kuranyi und Alexander Nübel sowie Sami Khedira zu sehen. Ex-VfB-Stürmer Kuranyi hatte in einem Ansager auf Social Media gesagt: Wir wollen das Ding - er meinte den Sportplatz - „richtig voll haben“. Und so kam es dann auch.
Laut einem Sprecher des Lieferdienstes Wolt, der das Event „Crash the Cage“ im Zuge der anstehenden Fußball-WM organisierte, sei es darum gegangen „Fußball, Entertainment und Community-Kultur miteinander zu verbinden und Fans aktiv in das Erlebnis einzubinden“. Nach seinen Informationen sei die „Veranstaltung insgesamt erfolgreich und friedlich“ verlaufen.
Neben den Zuschauern, die offenbar lange geduldig hinter dem Zaun warteten, waren auch die Rapper Dardan und Azet auf dem Sportplatz zugegen und drehten ein Video. Aus Sicht der Polizei sei die Veranstaltung „nicht weiter erwähnenswert“ gewesen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Beamte seien lediglich im Einsatz gewesen, weil der Tross der Rapper und Influencer offenbar einen Autofahrer zugeparkt hatte, der nicht so wegfahren konnte, wie er wollte.
Arda Saatçi scheint den Vorfall im Übrigen schadlos überstanden zu haben. In Stuttgart weilt der Influencer nicht mehr. Am Abend postete er ein Foto aus Wien.