Der schöne Traum vom Aufstieg scheint endgültig geplatzt für den SGV Freiberg. Im Topspiel der Regionalliga Südwest unterlag die Mannschaft von Coach Kushtrim Lushtaku bei der SG Sonnenhof Großaspach mit 0:4 (0:2). Zwei Patzer des bislang tadellosen Freiberger Keepers Benedikt Grawe leiteten die Niederlage schon in der ersten Halbzeit ein. Wie schon so oft war Fabian Eisele der Matchwinner bei den Rot-Schwarzen mit zwei Treffern. Der Aufsteiger hat jetzt sechs Zähler Vorsprung vor Freiberg und wird sich den Durchmarsch in die 3. Liga nicht mehr nehmen lassen.
Dabei waren die Freiberger vor 6015 Zuschauern in der Wir-machen-Druck-Arena angetreten, um sich mit drei Punkten zumindest nach Zählern wieder auf eine Ebene mit dem drei Punkte besseren Spitzenreiter zu stellen. Erster gegen Zweiter, Flutlicht, Heimspiel – viel mehr geht nicht. In den ersten 30 Minuten hatten die Gäste mehr Ballbesitz, ohne sich aber eine Torchance zu erarbeiten. Überhaupt spürte man die Nervosität auf beiden Seiten, es ging um viel bei diesem Gipfeltreffen. Die beiden Mannschaften neutralisierten sich weitgehend und die Zuschauer stellten sich schon auf ein 0:0 zur Pause ein.
Zwei bittere Patzer von SGV-Keeper Grawe
Den ersten Torschuss überhaupt gab der Tabellenführer in der 34. Minute ab, als Marius Kunde Freibergs Keeper Grawe prüfte. In dieser Szene sah der Schlussmann noch sicher aus. Das änderte sich vier Minuten später: Benedikt Grawe rutschte beim Versuch aus, den Ball zu klären und spitzelte ihn ausgerechnet in die Beine von Fabian Eisele, der natürlich nur auf so eine Situation gewartet hat. Der Top-Torjäger der Regionalliga blieb eiskalt und erzielte das 1:0. Es war der 21. Treffer für den 31-Jährigen. Es sollte aber noch schlimmer kommen für die Freiberger und ihren Schlussmann. In der 40. Minute setzte sich Großaspachs Michael Kleinschroth auf der linken Seite mit einem Solo durch und flankte auf Loris Meier. Grawe stürzte heraus und brachte den Stürmer zu Fall. Den fälliger Elfmeter verwandelte erneut Fabian Eisele.
Die Freiberger kamen trotz der Enttäuschung mit Schwung aus der Kabine, bäumten sich noch einmal auf. Doch wieder war es die SG, die in der 54. Minute jubeln durfte, als Elias Rahn von der rechten Seite den Ball ins linke, obere Toreck beförderte. Diesmal gab es für Grawe nichts zu halten. Die Gastgeber hätten noch erhöhen können, doch Luca Molinari verzog den Ball in der 65. Minute. Freibergs Coach Lushtaku wechselte noch drei Mal, doch sein Team bekam keinen richtigen Zugriff mehr auf die Partie, schaffte er nicht einmal, sich eine echte Torchance zu erspielen. Statt dessen erhöhten die Gastgeber in der 78. Minute sogar noch auf 4:0 durch Loris Meier. Das zeichnet die Mannschaft von Cheftrainer Pascal Reinhardt aus – sie benötig nicht viele Chancen und verwertet eiskalt. Den Freibergern fehlte zuletzt die Genauigkeit im Offensivspiel und beim Topspiel leider auch die defensive Stabilität.
Auf der Zielgeraden geht Freiberg die Luft aus
Es war auch das Aufeinandertreffen der besten Offensive und der besten Defensive der Liga, doch am Mittwochabend lieferte nur der Dorfclub ab. Die Freiberger Ergebniskrise ging nach zwei Niederlagen in Serie ausgerechnet im entscheidenden Spiel weiter. Es wurde nichts mit dem Türeinbrechen. Vor der Partie hatte Lushtaku noch gefordert: „Wenn der Schlüssel nicht passt, dann muss man die Tür auch einfach mal einbrechen – fertig.“ Es blieb bei einem sachten Pochen. Für die Mannschaft, die bis vor zwei Wochen immer an der Tabellenspitze gestanden war, ist das ein herber Tiefschlag, den man jetzt erst einmal verdauen muss.
Der SGV Freiberg hatte von Vereinsseite alles richtig gemacht, die Lizenz für die 3. beantragt und im Heilbronner Frankenstadion eine neue Heimat gefunden. Dem Team aber ging auf der Zielgeraden die Luft aus. Doppelpacker Fabian Eisele hat 45 Drittligaeinsätze für den VfB Stuttgart II und den FSV Zwickau absolviert . Es sieht so aus, als würden weitere hinzukommen in der kommenden Spielzeit. Am Samstag steht für Freiberg die Heimpartie gegen den 1. FSV Mainz 05 II an – die Hoffnung stirbt zuletzt, aber in dieser Form wird sich der Dorfclub den Titel nicht mehr nehmen lassen.