Der Türk SV Herrenberg hat die erste Hürde auf dem Weg zum Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen gemeistert. Das 2:1 nach Verlängerung im Relegationshalbfinale gegen den SSV Zuffenhausen war allerdings ein hartes Stück Arbeit.
Trainer Gaetano Intemperante wirkte nur noch erleichtert. Gegen einen Rivalen, der sich ausschließlich aufs Kontern verlegte, tat sich seine eigene Mannschaft schwer. Chancen waren rar gesät, zudem verletzte sich Torjäger Can Miftar nach einer Viertelstunde am Oberschenkel. „Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, bangt Intemperante um seinen Stürmer mit 16 Saisontreffern.
„Wir haben abwartend gespielt, die Taktik ist aufgegangen“, wollte der Coach dem defensiv ausgerichteten Gegner nicht ins offene Messer laufen. Mitte der ersten Hälfte gab es eine Druckphase des Türk SV, jedoch nur mit zwei Halbchancen. In der Nachspielzeit von Halbzeit eins gab es doch noch den Lohn für den Aufwand. Mert Köse bediente Ömer Kilic, den Keeper Marc Schuhmacher von den Beinen holte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Köse.
Nach der Pause änderte sich nichts am Kräfteverhältnis, die Partie plätscherte vor sich hin. „Wir haben es nicht geschafft zu erhöhen. Dadurch haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht“, grantelte Intemperante. Der Sieg schien trotzdem in trockenen Tüchern, als aus heiterem Himmel der Ausgleich fiel: Der SSV verzichtete auf eine Schlussoffensive, bekam jedoch tief in der Nachspielzeit einen Freistoß aus gut 20 Metern zugesprochen, den Abdul Hakem Suriasi Hamid zu nutzen wusste.
Das wollten die Herrenberger nicht auf sich sitzen lassen. Sie gingen in der Verlängerung mit Wut im Bauch ans Werk, doch gegen das dichte Abwehrbollwerk der Zuffenhausener, die offensichtlich aufs Elfmeterschießen spekulierten, gab es fast kein Durchkommen. Dann aber tankte sich Fatih Halil am rechten Flügel durch, und seine Hereingabe verwandelte Muhammed Kilic aus der Drehung zum 2:1.
Danach nahm Intemperante mit zwei Wechseln Zeit von der Uhr, seine Truppe schaukelte die knappe Führung über die Runden. „Beide Teams waren am Limit, aber wir konnten noch eine Schippe drauflegen“, so der Übungsleiter. „Wir wollten es mehr als die.“
Nun kommt es zum entscheidenden Spiel gegen den SV Nufringen. Allerdings ohne Intemperante, der sich in den Urlaub verabschiedet und von seinem Co-Trainer Caner Miftar vertreten wird. Auch die Kicker haben schon länger einen Ausflug geplant und weilen von Dienstag bis Freitag in Kroatien. Nicht gerade die besten Voraussetzungen.
Türk SV Herrenberg: Durmaz, Halil, Köse, Miftar (17. Karrica, 116. Yelken), Kizilagil (78. M. Kilic), Lukic (88. Bektas), Yüksel, Vural, Cakmak, O. Yaprak, Ö. Kilic (117. Durak).
Tore: 1:0 (45.+2 Foulelfmeter) Köse, 1:1 (90.+8) Hamid, 2:1 (111.) M. Kilic.