Fußball-Relegation, Landesliga Kopfball in der 120. Minute hält Traum der SpVgg Holzgerlingen am Leben

Unbändiger Jubel, nachdem es vorbei ist: Nur noch ein Sieg, dann wäre die SpVgg Holzgerlingen zurück in der Landesliga. Foto: Eibner/Cornelius Mann

Es war kein Sprint, sondern ein Marathon, aber am Ende behielt die SpVgg Holzgerlingen im Relegationshalbfinale zur Fußball-Landesliga, Staffel II, die Oberhand gegen den SV Neresheim.

Manche Geschichten schreibt eben nur der Fußball. Es ist nicht lange her, da wurde Steffen Wagner von der SpVgg Holzgerlingen in den Ruhestand verabschiedet. Doch dann qualifizierten sich er und sein Team für die Relegation zur Landesliga, Staffel II – die sportliche Rente zog sich noch etwas hinaus. Und jetzt das: Mit einem Kopfballtreffer in buchstäblich letzter Minute sorgte der langjährige Kapitän dafür, dass der Traum vom Aufstieg noch nicht vorbei ist. Letztlich endete das Halbfinale gegen den SV Neresheim mit 4:2.

 

Vor 600 Zuschauern in Ehningen legten die Kontrahenten munter los. Der Vizemeister aus der Bezirksliga Ostwürttemberg kam durch Ismael Kone und Co-Trainer Dominik Pfeifer zu ersten Abschlüssen. Beim Pendant aus dem Bezirk Stuttgart/Böblingen fand ein Pass von Felix Ribbe keinen Abnehmer, und Julius Hamm scheiterte mit einem Heber an Keeper Samuel Aubele. Beide Mannschaften waren um einen kontrollierten Aufbau bemüht, gefälliger und gefährlicher wirkte jedoch die Truppe von der Ostalb, die ihre Spitzen immer wieder in Szene setzte.

Den ersten Treffer erzielte allerdings Hotze, als Marco Quaranta nach einem Zuckerzuspiel von Sefa Yilmaz eiskalt vollstreckte. Schlussmann Simon Rolf verhinderte zwar zunächst den Ausgleich der Neresheimer, aber dann fiel er doch, als Fabio Mango eine Vorlage von Pfeifer nutzte. Nachdem Quaranta und Max Horn bei ihren Versuchen gescheitert waren, kam es für die Holzgerlinger noch dicker. Eine scharf getretene Ecke verlängerte Kone per Kopf zum 1:2-Pausenstand.

„Der Gegner ist ein echtes Brett“, war Bernd Gluiber davon beim Kabinengang keineswegs überrascht. „Trotzdem haben wir vorne die Bälle zu selten festgemacht.“ Der SpVgg-Coach wusste aber auch, dass der SV zuletzt konditionelle Probleme hatte. Genau da setzte er an. Er ließ seine Jungs, die nach dem Seitenwechsel mehr und mehr das Kommando übernahmen, Mann gegen Mann über den gesamten Platz spielen und ihre Gegenspieler konstant anlaufen. Yilmaz und Quaranta setzten erste Duftmarken, Horn stand knapp im Abseits, als Luca Conforti ihn auf die Reise schickte, und Confortis Freistoß wehrte Aubele mit Mühe ab. Zwischendurch parierte Rolf glänzend gegen Mahmoud Omeirat.

„Wenn wir ein knappes Ergebnis halten können, dann wird’s ein Marathon“, hatte Gluiber prophezeit. So kam es dann auch, nachdem der glänzend aufgelegte Yilmaz mit einem fantastischen Distanzschuss den Ausgleich erzielt hatte. Spätestens jetzt ging bei Neresheim kaum noch etwas. Holzgerlingen hingegen haderte mit dem Unparteiischen, der weiterspielen ließ, als Horn im Strafraum gegen Aubele zu Boden ging. Horn raufte sich noch einmal die Haare, als ihm im letzten Moment die Kugel über den Schlappen rutschte und knapp daneben ging, und eine Flanke von Genis Kastrati bereitete Aubele einige Mühe. Es ging also in die Verlängerung.

In deren zweiter Hälfte klärte die SV-Abwehr nach einem vielversprechenden Konter gegen Christopher Hatt zur Ecke. Dessen anschließender Kopfball war dann wiederum kein Problem für Aubele. Dafür musste Rolf auf der Gegenseite bei einem Distanzschuss von Dustin Holzner sein ganzes Können aufbieten. Schließlich sorgte Steffen Wagners eingangs erwähnter Treffer für grenzenlosen Jubel im Hotze-Lager. Yannick Hamann machte nach einem Aubele-Patzer endgültig den Deckel drauf.

„Spielerisch nicht unser bester Tag, aber Wille, Leidensfähigkeit und der Fight waren großartig“, lobte Gluiber. „Jetzt geht’s erst mal zum Regenerieren in die Eistonne, und dann bereiten wir uns mit wohldosiertem Training auf das Relegationsfinale gegen den 1. FC Eislingen vor.“

SpVgg Holzgerlingen: Rolf, Conforti, Kastrati (101. Wohlbold), Ribbe (81. Albien), Hamm (62. Hamann), Horn, Wagner, Paetzold, Yilmaz, M. Kempf (62. P. Kempf), Quaranta (89. Hatt).

Tore: 1:0 (16.) Quaranta, 1:1 (36.) Mango, 1:2 (45.) Kone, 2:2 (75.) Yilmaz, 3:2 (120.) Wagner, 4:2 (120.+3) Hamann.

Zuschauer: 600.

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