Fußball Verbandsliga Bortel sorgt für ein Happy End light beim TSV Heimerdingen

Max Stumm (li.) beschäftigte die Heilbronner Abwehr immer wieder und erzielte die frühe Führung für den TSV Heimerdingen. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der stark abstiegsbedrohte Fußball-Verbandsligist holt ein 2:2 (1:1) gegen den VfR Heilbronn. Die Mannschaft hat die von Trainer Daniel Riffert gestellte Charakterfrage positiv beantwortet.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Die Spieler des TSV Heimerdingen haben die von Trainer Daniel Riffert gestellte Charakterfrage beantwortet – und zwar positiv: Der stark abstiegsbedrohte Club trennte sich nach kämpferischer Leistung vom VfR Heilbronn mit 2:2 (1:1) und der Coach atmete durch. „Es war wichtig, dass wir uns für diese Leistung wenigstens ein Stück weit belohnt haben“, sagte Riffert.

 

Ein Punkt, der wertvoll war – im Kampf gegen den drohenden Abstieg ist der Zähler womöglich nicht mehr als ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein, für die Moral der Mannschaft allerdings darf man dieses Remis als Big Point bezeichnen. „Wir haben gesehen: Das Team lebt, die Jungs hängen sich rein“, freute sich Riffert.

Ob es reichen wird, zumindest den Relegationsrang in noch sieben Spielen zu erobern, bleibt fraglich. Der Abstand beträgt acht Punkte. Aber der Zähler nährt die leise Hoffnung, dass nicht alles verloren ist. Vier Minuten vor dem Ende hatte Sebastian Bortel per Kopf aus kurzer Distanz nach einer weiten Flanke von Robin Reichardt den verdienten Ausgleich erzielt. „Wir haben abgeliefert“, sagte der Kapitän, der in der Innenverteidigung nach Kräften abgeräumt hatte, „wir haben noch Hoffnung auf den Klassenerhalt, auch wenn wir auf der Stelle treten.“

Max Stumm wirbelt VfR durcheinander

Mit der gegen den VfR Heilbronn gebotenen Einstellung eine Einschätzung, die man so stehen lassen kann. Denn die Mannen um Bortel zeigten die Eigenschaften, die der Coach mit Nachdruck gefordert hatte: Kampfgeist, Wille, Einsatzbereitschaft – und zwar von der ersten Minute an. Der Lohn folgte auf dem Fuß, und zwar vom linken des eminent fleißigen Max Stumm.

Der flinke Außenbahnspieler hatte nach einem (Abwehr-)Schlag von Bortel seinen Gegenspieler an der Mittellinie genarrt und war auf rechts mit hohem Tempo entwischt, marschierte in den Strafraum und ließ VfR-Schlussmann Murat Zeyrek keine Abwehrchance (3.). 1:0. Aber auf die berühmte Frage in der Metzgerei „darf’s auch ein bissle mehr sein?“ hätten die Kicker des TSV mit „nein“ geantwortet – das 2:0 legten sie nicht nach. „Wir müssen in der ersten Hälfte eigentlich zwei oder gar drei Tore machen“, ärgerte sich Daniel Riffert, „wir waren nicht effektiv.“

Torschütze Max Stumm (li.) und Casian Ulici bejubeln die Heimerdinger Führung. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Robin Reichardt scheiterte in ähnlicher Situation wie Stumm am VfR-Keeper, der den Ball an den Außenpfosten lenkte (9.), Rudolf Buxmanns Drehschuss parierte Zeyrek ebenfalls (24.), Stumm setzte einen Schuss aus 16 Metern knapp übers VfR-Gehäuse (29.), Bortels Kopfball landete am Außenpfosten (50.). Was wäre wohl passiert, wenn DFB-Schiedsrichterin Kerstin Holzmayer in Minute 23 auf dem Punkt im Heilbronner Strafraum gezeigt hätte? Zuvor war Reichardt kurz vor dem Schuss abgegrätscht worden. Doch die 29-Jährige pfiff nicht. „Das war ein klarer Elfer“, schimpfte Riffert.

Bei Gegentoren nicht präsent genug

So passierten der Ausgleich und die Führung des VfR nach ähnlichem Muster. Auf der Außenbahn waren die Heimerdinger nicht präsent genug in der Zuordnung gegen Ball und Spieler, so kam es zu Flanken, die einmal Leorant Marmullaku am zweiten Pfosten über die Linie drückte (36.), David Scheurenbrand erzielte aus fünf Metern die 2:1-Führung für die Gäste (64.). Allerdings hatte Heilbronn ebenfalls die Möglichkeiten zu erhöhen, doch TSV-Goalie Adis Hamidovic war auf dem Posten. So blieb es Kapitän Bortel vorbehalten, für das Happy End light für den TSV Heimerdingen zu sorgen.

Ein Punkt für die Moral des personell gebeutelten TSV, bei dem sich mehr verletzte oder gesperrte Feldspieler unter den Fans befanden als die vier, die auf der Bank saßen. Die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt, lebt noch an der Weissacher Straße. TSV Heimerdingen: Hamidovic – Matias, Bortel, Baumeister, Pellegrino – C. Ulici (70. Riedmiller), Muratlar, Stagel Alberto, Stumm – Reichardt, Buxmann (76. Geist).

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