Mächtiges Durchatmen auf der einen Seite, aufmunternde Worte auf der anderen. Während das Trainerduo des SV Fellbach Kiriakos und Nicos Gountoulas nach dem 2:1-Heimsieg über das abstiegsbedrohte Team von Calcio Leinfelden-Echterdingen von „Hauptsache wir haben die Punkte“ sprach, war deren Amtskollege Francesco Di Frisco mit Aufmuntern der Seinen beschäftigt. Besonders viel Zuspruch benötigte der brasilianische Winterneuzugang Gustavo Borges Da Silva. Er war die tragische Figur des Verbandsliga-Spiels am Maifeiertag.
Dabei erhellte sich Borges Da Silvas Miene nach 20 Minuten extrem. Nach dem ersten vernünftig vorgetragenen Gästeangriff legte diesem Martino Schlotterbeck schön auf und der Stürmer vollendete zum 1:0. Für den Brasilianer war es beim achten Einsatz die Torpremiere im Dress von Calcio. Das war es dann aber auch mit den Sonnenscheinmomenten für ihn, fortan zogen für ihn Schlechtwetterwolken an dem sonnigen Tag auf. In der 38. Minute parierte Fellbachs Schlussmann Levin Härtel einen Schuss reaktionsschnell zur Seite direkt vor die Füße von Borges Da Silva. Aus zwei Metern brachte dieser aber das Kunststück fertig, den Ball am leeren Tor vorbei zu schießen. In Minute 73 ergab sich erneut das Duell Härtel gegen Borges Da Silva. Dieses Mal aus elf Metern Entfernung. Auch dieses Mal ging der SVF-Torhüter als Sieger hervor, wehrte den nicht schlecht geschossenen Strafstoß stark ab. Beide Einschussmöglichkeiten hätten für Calcio den Ausgleich zum 2:2 bedeutet.
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Die Führung für die mit einer Fünferkette sehr tief stehenden Italo-Schwaben war indes sehr schmeichelhaft. Zwar sagte deren Trainer Di Frisco „genau auf solche Aktionen“ wie beim Führungstreffer gelauert zu haben, doch bis dato „hatten wir die Partie völlig im Griff, waren aber im Abschluss nicht konsequent“, konstatiert Kiriakos Gountoulas treffend. Beziehungsweise verkünstelten sich seine Akteure vor dem Tor, anstatt einfach mal draufzuhalten. Das praktizierte dann Torben Holoch aus 18 Metern. Und siehe da, sein Schuss und landete unhaltbar zum 1:1 im Torwinkel.
Die Hausherren legten nach und Raffael Terpsiadis (36.) erzielte die Führung im Anschluss an eine Freistoßhereingabe. Die Calcio-Abwehr samt Schlussmann Ali Bozatziolou gaben dabei keine gute Figur ab. „Wir waren in der ersten Hälfte klar dominant, haben nach dem Wechsel aber unsere Tugenden liegen gelassen, waren passiver, sind in die Schonhaltung und ins Verwalten gegangen und haben den Gegner unnötig stark gemacht“, sagt Kiriakos Gountoulas. Sein Bruder Nicos fügt an: „Wir haben aber genügend Chancen über Konter gehabt, um die Partie frühzeitig zu entscheiden.“ Unter anderem zog Torben Hohloch nach 53 Minuten frei vor dem Tor vorbei, anstatt das Spielgerät in die Mitte zulegen, wo Patrick Fossi nur noch hätte einschieben müssen. Der eingewechselte Sirin Dursum (84./88.) scheiterte zudem an Bozatziolou und einmal an der Latte. Die Gäste indes legten nach der Pause ihre Schüchternheit ab, stellten auf Vierer- und dann auf Dreierkette um und erzeugten viel Druck. Sie hätten ein Remis verdient gehabt. Sie hatten neben dem Elfmeter im Ansatz auch noch die ein oder andere Möglichkeit.
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Doch wie zuletzt häufig, strahlten sie im gegnerischen Strafraum kum Gefahr aus. Trotz der erneuten Niederlage war Di Frisco nicht unzufrieden mit seinen Kickern: „Wenn wir so verlieren, dann nehm’ ich die Niederlage in Kauf, wenn wir eine andere Moral zeigen, dann nicht.“
Die Brüder Gountoulas sprachen alles in allem aber dennoch von einem „verdienten Sieg nach einer kämpferisch guten Leistung“. Die Fellbacher haben den fünften Platz damit gefestigt. „Wir wollten unter die Top sechs, sind nun da, wo wir hinwollten,“, erklärt Nicos Gountoulas. Calcio Leinfelden-Echterdingen steht dagegen weiterhin auf dem kritischen Relegationsplatz.
SV Fellbach: Härtel – Gutzeit, Kastrati, Thomas Bauer, Loraing (69. Calemba) – Tobias Hohloch, Leon Bauer (88. Martinovic) – Icmez (60. Durmus), Fossi (78. Kara), Torben Hohloch (83. Heilig)– Terpsiadis.
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Bozatziolou – Vierra, Zweigle (78. Vittorio), Constantinescu, Olteanu, Schlotterbeck (84. Thompson) – Isik, Zekaj (78. Eltayeb), Casian-Matei Ulici (60. Philipp Seemann)– Ameta, Borges Da Silva.