In der kommenden Woche muss der Aufsteiger zum ebenfalls abstiegsbedrohten SSV Ehingen-Süd reisen, danach empfangen die Weilimdorfer die bereits als Meister feststehenden Young Boys Reutlingen an der Giebelstraße. Das besondere Handicap: Am letzten Spieltag sind sie spielfrei, während alle Konkurrenten noch punkten können. Platz neun, der ohne Wenn und Aber die Rettung bedeuten wird, ist bereits nahezu unerreichbar. Und der von den Nord-Stuttgartern aktuell belegte elfte Rang droht nach den jüngsten Ergebnissen in der Oberliga zu einem direkten Abstiegsplatz zu werden. Der Sportliche Leiter Michael Bachmann bleibt jedoch im Gegensatz zu Stierle entspannt: „Noch ist alles drin. Und wenn es am Ende nicht klappt, dann ist es halt so.“
Am Samstag kam der Gegner auf dem Weilimdorfer Kunstrasenplatz deutlich besser in die Partie. Und das, obwohl die Berger auf ihrer 190 Kilometer langen Anreise mehrfach im Stau gestanden waren. Der Anpfiff wurde deshalb um 15 Minuten verschoben. Bereits in der vierten Minute brachte David Hoffmann die Gäste in Führung. Nach einem Abstimmungsfehler war die Mitte der Weilimdorfer Verteidigung gänzlich offen, und der Berger Angreifer musste allein vor dem Torhüter Matej Barisic nur noch einschießen.
In der 26. Minute erhöhte Hannes Pöschl dann auf 0:2. Der Angreifer setzte sich trotz eines Stolperers im Kopfballduell gegen den Innenverteidiger Erdinc Bozoglu durch und drückte eine Flanke ins Netz. „Ich kann die erste halbe Stunde nicht verstehen – dass wir in so einer Situation so agieren. Das verstehe ich einfach nicht“, sagte Stierle und kündigte eine Aufarbeitung in dieser Woche an.
Was der Coach aber auch erkannte: Nach den ersten 30 Minuten wachte seine Mannschaft auf. Riccardo Scarcelli prüfte nach einem Doppelpass mit Roman Kasiar den Berger Schlussmann Andre Port erstmals mit einem strammen Schuss aus spitzem Winkel. Nach dem anschließenden Eckball stand Bozoglu richtig und drückte die Kugel aus dem Getümmel zum Anschlusstreffer über die Linie.
„In der Halbzeitpause gab es ein Donnerwetter“, verrät der Trainer Stierle. Und dies schien Wirkung zu zeigen: Die Weilimdorfer kamen deutlich verbessert aus der Kabine und dominierten die Partie. Die Gäste, die zuvor sechs Niederlagen in Folge kassiert hatten, schafften es kaum noch aus der eigenen Hälfte. Lediglich mit hohen Bällen in die Spitze sorgten sie noch für Gefahr. Die brenzligen Situationen klärte der weit aufgerückte Gastgeber-Keeper Barisic jedoch in Manuel-Neuer-Manier.
Der TSV Weilimdorf nutzte seine vielen guten Torchancen jedoch nicht. Entweder vereitelte der nicht immer souverän agierende Berger Schlussmann Port die Gelegenheiten doch noch irgendwie oder ein Berger Verteidiger rettete kurz vor der Linie. Gegen Ende ging den Nord-Stuttgartern, deren Großteil am Donnerstagabend noch beim Pokalgewinn der zweiten Mannschaft auf dem Feld gestanden war, dann die Luft aus.
Weilimdorfs „Spieler des Spiels“
Jonathan Zinram-Kisch (Nominierungen: 2). Kontrollierte im Mittelfeld das Spiel des TSV Weilimdorf. Stach mit seiner Ballsicherheit und Zweikampfstärke heraus. Mit seinen Standards sorgte er selbst für etwas Gefahr und leitete den Anschlusstreffer ein.
TSV Weilimdorf: Barisic – Krasniqi, Bozoglu, Kuchler, Addo – Zinram-Kisch (80. Fara), Genc (65. Bouich) – Scarcelli, Küley (58. Berretta) – Baierle, Kasiar (54. Offei).
TSV Berg: Port – Hill, Maucher (46. Zimmerer, 82. Karg), von Rüden, Aras (76. Samuel Lindinger) – Büg, Maurer, Held, Hettel (46. Mayr) – Hoffmann, Pöschl (90. +1 Ajdarpasic).