Gablenberg macht sich frisch Kreuzungen können auch schön sein
In Gablenberg sind drei umgestaltete Bereiche eingeweiht worden. Jetzt gibt es dort Sitzgelegenheiten, Fahrradstellplätze und mehr Platz für Bäume und Fußgänger.
In Gablenberg sind drei umgestaltete Bereiche eingeweiht worden. Jetzt gibt es dort Sitzgelegenheiten, Fahrradstellplätze und mehr Platz für Bäume und Fußgänger.
Kreuzungen meidet man in Stuttgart normalerweise lieber. Oder versucht, so schnell wie möglich drüber und weg zu kommen: zu viel Verkehr, zu unübersichtlich, zu laut, zu gefährlich, zu stauträchtig und im Sommer oft auch zu heiß. In Gablenberg gibt es jetzt aber drei Kreuzungen, an denen man gerne ein bisschen länger bleibt. Dort haben Fußgänger deutlich mehr Platz bekommen, es wurden Bäume gepflanzt, vielfältige Sitzgelegenheiten geschaffen, sogar zwei Schachtische gibt es. Baubürgermeister Peter Pätzold, Tiefbauamtsleiter Jürgen Mutz und Bezirksvorsteherin Charlotta Eskilsson kamen, um die neu gestalteten Kreuzungen einzuweihen.
Eines der wesentlichen Ziele von Sanierungsgebieten wie dem in Gablenberg ist, den öffentlichen Raum aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern. Was im Fall der Gablenberger Hauptstraße vermutlich noch Jahre auf sich warten lassen wird, ist ein paar Meter weiter an der Berg- und Libanonstraße jetzt schon gelungen. Die Anwohner waren von Anfang an in den Planungsprozess einbezogen, die Bürgerbeteiligung begann im Oktober 2018. Die Entwürfe für die Gestaltung der Kreuzungen und auch der Bergstraße wurden im Rahmen des Beteiligungsprozesses immer wieder zur Diskussion gestellt. Viele Vorschläge der Anwohner schafften es, in die Planungen aufgenommen zu werden.
„Wir wissen natürlich, dass nicht jede und jeder mit der Umgestaltung einverstanden ist“, sagte Bürgermeister Pätzold bei der Eröffnung im Stuttgarter Osten. Aber jetzt seien die Kreuzungen vor allem auch für Schulkinder sicherer und barrierefrei. Und: „Wir bekommen immer wieder zurückgespiegelt, dass es in der Stadt zu wenig Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum gibt.“ Das hat sich in Gablenberg entlang der Bergstraße nun grundlegend geändert.
An den drei Kreuzungen Klingen-/Libanonstraße, Libanon-/Bergstraße und Berg-/Pflasteräckerstraße wurden in den vergangenen 18 Monaten die ursprünglich überdimensionierten Straßenräume reduziert und große Teile der Verkehrsflächen den Gehwegen zugeordnet. Außerdem wurden kleine Aufenthaltsbereiche geschaffen, auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Der Belag der Kreuzungsbereich ist heller als der frühere Asphalt, damit sich die Flächen nicht so stark aufheizen. Das auch im Stuttgarter Osten weit verbreitete (und nicht zulässige) Kreuzungsparken wird durch entsprechende Gestaltung verhindert.
Insgesamt wurden in den drei Bereichen und entlang der Bergstraße 19 zusätzliche Bäume gepflanzt, die Gehwegnasen sind mit Sickerpflaster belegt, 91 Sitzgelegenheiten auf Pollern mit und ohne Holzauflage sowie auf runden oder normalen Bänken entstanden. An 19 Rad- und drei Lastenradbügeln können die Anwohner jetzt ihre Zweiräder sicher abstellen, was auch schon gut genutzt wird. Entlang der Bergstraße ist der Gehweg auf der Seite zum Berg hin jetzt 2,50 Meter breit. Außerdem neu: zwölf Motorradstellplätze und eine Ladesäule mit zwei Ladeplätzen an der Bergstraße.
Die Umgestaltung der etwa 9300 Quadratmeter Verkehrsfläche hat 2,8 Millionen Euro gekostet. Bis zu 60 Prozent davon werden im Rahmen der Städtebauförderung im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ von Bund und Ländern übernommen. Bei den Bauarbeiten sind auch gleich neue Strom- und Glasfaserkabel verlegt worden, damit die neuen Kreuzungen und Gehwegbereiche nicht gleich wieder aufgerissen werden müssen. Durch die Umgestaltung sind in dem Bereich, in dem Parkraummanagement gilt, nach Angaben der Stadt 34 Pkw-Stellplätze entlang der Straßen und Kreuzungen weggefallen.
Bei der Einweihung hatten die rund 50 teilnehmenden Gablenberger die Möglichkeit, weitere Anregungen aufzuschreiben. Sie wiesen dabei auf die noch fehlenden Schilder mit den Straßennamen hin. Ein Motorradfahrer wünschte sich, an den neu geschaffenen Fahrradbügeln auch Motorräder abstellen zu dürfen. Lob gab es auch: „Optisch schön gemacht“, „super Kreuzungen“ und: „Vielen Dank!“