Zeigt die Galerie Thomas Fuchs in Singapur (hier das Hotel Marina Bay Sands): Jongchul Kim, Figur mit Blumenstrauß, 2025 Foto: Jongchul Kim/Galerie Thomas Fuchs/Imago
Der Kunststandort Stuttgart zeigt Flagge in Singapur. Erstmals ist die Galerie Thomas Fuchs bei der Kunstmesse Art SG dabei – und vertraut einem Stuttgarter Doppel.
Herr Fuchs, erstmals nimmt die Galerie Thomas Fuchs an der Kunstmesse Art SG in Singapur teil. Ein neuer großer Schritt nach den Gastspielen unter anderem in New York?
Stimmt, die Art SG in Singapur ist schon ein Schritt. Hoher Aufwand und ein neuer Markt, auch wenn wir schon mehrfach nach Asien verkauft haben. Die Werke müssen mit dem Flugzeug nach Singapur und die von Logan T. Sibrel zuerst von New York nach Stuttgart, ein langer Flug auch für uns. In den USA – in Miami und in New York – haben wir schon mehrfach ausgestellt und kennen dort Sammler und Künstler. Die Welt verändert sich aktuell so schnell, dass wir immer neu überlegen und bewerten, für welche Messe wir uns bewerben und auch, welche wir nicht mehr machen. Ein wichtiges Kriterium für uns ist die Qualität der Messe, der Aussteller.
Thomas Fuchs am Stand der Galerie 2023 auf der Kunstmesse Art Cologne Foto: Art Cologne/messetv
Ihr Programm überrascht, zeigen Sie doch bei drei Künstlerpositionen zwei aus Stuttgart – Mona Ardeleanu und Yongchul Kim. Sie vertrauen diesen offensichtlich auch auf höchstem internationalen Niveau …
Die Art SG ist auf uns zugekommen, ob wir uns nicht bewerben wollen. Wir haben dies mit Mona Ardeleanu, Yongchul Kim und Logan T. Sibrel getan und wurden mit diesen auch angenommen. Wir denken, dies ist die richtige Auswahl für unsere Premiere in Singapur. Man macht solche Messen ja auch, um den Sammlern und Besuchern neue künstlerische Positionen vorzustellen.
Es gibt ja bei Messen immer auch Signale vorab. Wie fallen diese jetzt aus?
Das Vorabinteresse ist sehr erfreulich. Alle drei sind langjährige Galeriekünstler von uns. Es gibt Interessenten für ihre Arbeiten, die eine Preview bekommen haben. Das ist ein weiterer Grund, solche Messen zu machen: neue Werke von unseren Künstlern zu bekommen, um sie zeigen und anbieten zu können.
Wohin verkaufen Sie eigentlich die Werke auf der Art SG – nach Asien oder doch vor allem zurück nach Europa und gar nach Deutschland?
Das wissen wir im Detail erst nach Messeende. Es ist für uns aber nicht entscheidend, ob die Werke auf einer Messe an Käufer vor Ort gehen, auch wenn das natürlich erstrebenswert ist. Manchmal ist für Messebesucher leider ihr Lieblingswerk schon verkauft oder sie brauchen noch Zeit, ob sie einen für sie neuen Künstler erwerben wollen. Es geht uns um die langfristige Sicht.
Von Hoffnung kann eine Galerie nicht leben ...
Der Messebesucher von heute kann der Käufer von morgen sein. Bei Messen ist nicht „nur“ das Verkaufen der gezeigten Werke wichtig. Sie sind auch oft gute Gelegenheiten, Kontakte zu neuen Sammlern und Kuratoren zu knüpfen. Selbst einige süddeutsche Sammler sind erstmals durch Messebesuche in Köln oder auch Amerika auf uns aufmerksam geworden.
Die nächste Messe wartet schon – und findet quasi vor der Haustür statt. Was erwarten Sie von 5. Februar an von der Art Karlsruhe?
Karlsruhe als quasi Hausmesse für uns ist ganz anders. Die Art Karlsruhe war unsere erste Kunstmesse überhaupt. Da kennt man die Abläufe und viele Besucher, die treu jedes Jahr bei uns vorbeischauen. Wir nehmen die Art Karlsruhe sehr ernst und waren die letzten Wochen schon mitten in den Vorbereitungen. Wir zeigen auf einem großen Stand von 100 Quadratmetern Werke von zehn Künstlern, unter anderem von Rainer Fetting, Yongchul Kim, Carlo Krone und Johannes Müller.