Die gesunkene Mehrwertsteuer wird von Restaurantketten wie McDonald’s oder Vapiano nur bedingt an die Kunden weitergegeben. Foto: Plavec, dpa/Archiv
Fast-Food-Ketten geben die gesunkene Mehrwertsteuer nur teilweise an ihre Kunden weiter. Wir haben recherchiert, was es jetzt günstiger gibt als noch im Dezember.
Seit dem 1. Januar gilt eine niedrigere Mehrwertsteuer für Essen im Restaurant - doch Fastfoodketten haben ihre Preise kaum gesenkt. Das ergibt der Abgleich von Preisen aus acht Lokalen in der Stuttgarter Innenstadt.
Bei McDonald’s sind mehrere Gerichte im Januar 2026 günstiger als im Dezember 2025. Dort kosten Menüs zwischen 50 Cent und einem Euro weniger, ob mit großer oder mittlerer Pommes.
McDonald’s erklärt auf Anfrage, man habe die unverbindliche Preisempfehlung für fünf Menüs gesenkt. Das sei „für einen längeren Zeitraum vorgesehen“. Damit wirbt das Unternehmen auch etwa auf Werbetafeln in der Haltestelle Charlottenplatz. Weil letztlich die Franchise-Nehmer über die Preise entscheiden, können diese vor Ort von der Empfehlung abweichen.
Diese Speisen gibt’s jetzt günstiger
Wie sieht es bei den anderen Ketten aus? Die Pressestellen antworten auf Anfrage wie folgt:
Die Burgerkette Peter Pane senkt einige Preise für „ausgewählte Menüs, Signature Burger sowie Salate“.
Die auf Hühnchen spezialisierte Kette KFC hat Mitte Januar die Preise für einzelne Produkte wie Wraps oder Maiskolben reduziert.
Bei den Fischlokalen der Kette Nordsee ist „das beliebte Backfisch Menü aktuell in den deutschen Stores zu einem einheitlichen Preis von 8,99€ erhältlich“, so das Unternehmen. Zuvor waren es je nach Filiale zwischen 9,99€ und 11,49€.
Burger King nutzt die gesunkene Steuer für „spannende Promotions wie 20 Nuggets für 4,99 Euro“.
Eine Preissenkung über das gesamte Angebot hinweg gibt es bei keiner Kette. Durchweg argumentieren die Filialisten damit, dass die gesunkene Mehrwertsteuer vor allem sonstige Preissteigerungen auffange oder Spielräume für neue Investitionen schaffe.
Vapiano, Subway, Five Guys, Hans im Glück und Burgermeister weisen auf ihren Stuttgarter Speisekarten im Januar die genau gleichen Preise aus wie im Dezember. Bei der auf italienische Küche spezialisierten Kette L’Osteria ist nur der Preis für Tomatensuppe von 7,75€ auf 5,95€ gesunken.
„Vor allem große Betriebe und Systemgastronomie in den Metropolregionen“ profitierten von der gesunkenen Mehrwertsteuer, schrieb die Eichstätter Wirtschaftsprofessorin Dominika Langenmayr für eine Anhörung im Bundestag. Sie beurteilt die Steuersenkung als „relativ teure Subvention der Branche, mit fiskalischen Kosten von über 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2026“.
Bevor die Steuersenkung beschlossen wurde, hatten die Ketten bereits angekündigt, die Preise nicht senken zu wollen. Stattdessen wurde wie in der Gastronomie verbreitet argumentiert, dass man auf Preiserhöhungen verzichte. Nur McDonald’s wollte sich nicht äußern – möglicherweise weil die Kette nun mit den tatsächlich teilweise gesenkten Preisen wirbt.