Die Tialini im Marquardt-Gebäude an der Lautenschlagerstraße ist dauerhaft geschlossen. Foto: Stzn
Die italienische Kette Tialini, 2013 vom Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gegründet, schließt ihre Türen im Marquardt-Gebäude für immer. Eine andere Kette übernimmt.
Uwe Bogen
08.07.2025 - 16:09 Uhr
Einst zählte Wendelin Wiedeking zu den Top-Managern der Republik. Nach der missglückten Übernahme von Volkswagen durch Porsche verließ der heute 73-Jährige im Juli 2009 Zuffenhausen und widmete sich fortan zahlreichen neuen unternehmerischen Projekten. Eines seiner Herzensprojekte war die Gründung der italienischen Gastro-Kette Tialini, die nach der ersten Filiale in Ludwigsburg im Jahr 2013 einen Standort im Stuttgarter Marquardt-Gebäude mit Zugang über die Bolz- und die Lautenschlagerstraße eröffnet hat.
Die Gäste sollten sich wie in Italien fühlen
Viel Lob gab es beim Start für das Essen und für das Ambiente. Die Gäste fühlten sich wie in Italien. Für eine „authentische Küche“ mit südländischen Genüssen wollte Tialini stehen, für Original-Produkte aus dem La Dolce Vita-Universum. Wiedekings Kette erweiterte sich rasch und eröffnete zusätzliche Standorte in Ludwigshafen, Karlsruhe und Wiesbaden.
Mit diesem Hinweis verabschiedet sich Tialini aus Stuttgart. Foto: privat
Nun aber ist Schluss in Stuttgart. Nach über zehn Jahren wurde der Standort im Marquardt-Gebäude dauerhaft geschlossen. Auch die Filiale in Ludwigsburg schließt. Die Tialini-Gruppe mit Sitz in Bietigheim-Bissingen – mittlerweile unter der Leitung von Geschäftsführer Achim Lindenschmid, der Wendelin Wiedeking abgelöst hat – will sich künftig auf wirtschaftlich erfolgreiche Standorte konzentrieren. An den Schaufenstern des Marquardt-Gebäudes steht nun: „Wir sagen Arrivederci! Wir verabschieden uns von Ihnen und bedanken uns für Ihre Treue. L’Osteria übernimmt.“
L’Osteria will bis 2030 auf 500 Filialen anwachsen
Die Nachfolge tritt die deutschlandweit etablierte Systemgastronomie-Kette L’Osteria an – wieder liegt der Schwerpunkt in den einstigen Tialini-Räumen auf der italienischen Küche. Mittlerweile betreibt L’Osteria 200 Filialen in neun Ländern Europas. Seit 2023 gehören zwei Drittel des Unternehmens mit Sitz in München dem amerikanischen Investor „McWin“. Mit ihm wollen die Gründer bis 2030 auf 500 Filialen anwachsen. In Stuttgart ist die Kette bereits in Degerloch, an der Kronprinzstraße und am Mailänder Platz vertreten und eröffnet nun also die vierte Stuttgarter Filiale.
L’Osteria setzt auf ein modernes, aber traditionell verwurzeltes Konzept: Pasta, Pizza und Antipasti werden mit regionalen Zutaten frisch zubereitet – zu einem Preis, der eine breitere Zielgruppe anspricht als das bisherige Tialini-Konzept. Wann genau es unter der neuen Regie gegenüber des Szene-Treffs Palast der Republik losgeht, ist noch unklar.