Nach einem ersten Bericht unserer Redaktion über den anstehenden Wechsel im Ratskeller bestätigt die Brauerei Dinkelacker-Schwabenbräu als Pächter nun auch den Namen des neuen Betreibers. Es ist Milos Vujicic mit seiner Gastro GmbH & Co. KG. Das Unternehmen aus dem Kreis Göppingen löst Denise Schuler ab, die sich vorzeitig aus „the ratskeller“ zurückzieht und auf das Rothaus im Gerber konzentriert. Vujicic betreibt mit dem Sternerestaurant auf Schloss Filseck in Uhingen eine der besten italienischen Adressen der Republik. Zudem ist sein Unternehmen für die Gastronomie in der Stadthalle Göppingen zuständig. Mit der Übernahme der Pacht des Restaurants Plenum hat Vujicic 2019 auch Fuß in Stuttgart gefasst.
Im Landtag erfolgreich, im Rathaus freudig erwartet
Vor allem über das Restaurant im Landtag „kooperiert man schon einige Jahre erfolgreich miteinander“, sagt Til Odenwald, Prokurist und Verkaufsdirektor Gastronomie bei Dinkelacker. Nach wenigen Sondierungsgesprächen sei man sich mit Milos Vujicic schnell einig gewesen. „Wir sind glücklich und stolz, dass wir ihn dafür begeistern konnten“, so Odenwald. Ähnliches hört man nun auch seitens der Stadt. Sie ist schließlich Eigentümerin des Ende November 2021 wiedereröffneten Ratskellers, der für 9,5 Millionen Euro fünf Jahre lang saniert wurde. „Wir freuen uns auf Herrn Vujicic und sein Team und hoffen auf enge Verzahnung sowie gute Nachbarschaft im Rathaus. Er hat bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass er große gastronomische Einheiten mit hoher Qualität und persönlicher Atmosphäre zu führen beherrscht“, sagt Stuttgarts Erster Bürgermeister Fabian Mayer.
Keine Vermischung von zwei Welten soll es geben
Der Pachtvertrag zwischen Dinkelacker und Vujicic ist auf zehn Jahre plus angelegt. Das ist bei solchen Projekten nicht unüblich, wie Til Odenwald sagt, damit alle Beteiligten Planungssicherheit haben und der Unterpächter „die Möglichkeit, das Investment langfristig wieder reinzuholen“. Die Übergabe ist schon am 28. April. Milos Vujicic will in den ersten Maitagen mit seinem Betrieb starten. „Es soll wieder die gute Stube der Stadt sein, allerdings kein Wirtshaus“, sagt er, wobei man „abends auch einfach nur zum Biertrinken vorbeikommen kann“. Es soll einen „attraktiven Mittagstisch“ geben, bei den Gerichten aber „keine Vermischung von zwei Welten“ wie zuvor etwa mit Maultaschen Shakshuka. Zu 80 Prozent regionale Spezialitäten sollen es sein, „und zu 20 Prozent wollen wir zeigen, was wir auch können“, sagt Vujicic. Er meint damit keine Sterneküche, aber schon „raffinierte Gerichte, die man woanders nicht bekommt“.
Hauseigene Konditorei und volles Programm auf der erweiterten Terrasse
Der seit Mai 2022 als Küchenchef im Ratskeller arbeitende Darius Graziano wird übernommen. Mindestens so wichtig für Vujicic aber ist „das Gesicht des Hauses“. Restaurantleiterin wird Sarah Mohamaden, die schon unter den vorvorherigen Betreibern der Familie Grupp im Ratskeller war, zwischenzeitlich den Andechser in Göppingen miteröffnet hat und seit Sommer 2022 im Vujicics Gastrounternehmen tätig ist. „Unsere Stärke ist: Wir gehen auf die Gäste zu und entwickeln uns weiter“, erklärt Vujicic seinen KVP – den kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Die im Plenum aufgebaute Konditorei soll in den Ratskeller verlagert werden. Im Sieben-Tage-die-Woche-Betrieb wird es auf der erweiterten Terrasse „ein vollumfängliches Angebot“ geben. Und ansonsten: größtmögliche Transparenz schon auf der Homepage. Musste man dort bei den Vorgängern verzweifelt nach einer Speisekarte suchen, soll künftig alles direkt einsehbar sein inklusive Kinder- und Bankettkarte. Der Ratskeller verfügt nicht nur über 290 Sitzplätze im Restaurant, sondern im Veranstaltungsbereich kommen noch einmal 170 hinzu sowie mehr als 300 in der Außengastronomie.
Und der Name? „Das ,the’ kommt weg“, sagt Milos Vujicic, ebenso bei „the weinbar“, in der er sich auch einen Ausschank von hochwertigen Raritäten vorstellen könne. Da es in der Republik viele Ratskeller gebe, ist klar: Stuttgarter Ratskeller kann es nur einen geben. Mit einem stilisierten Rössle im Logo.