Gefährlicher Elektroschrott Ein Müllwerker erklärt, worauf es bei der Entsorgung ankommt

Viele Verbraucher wüssten nicht, wo sie ihren Elektromüll abgeben könnten, sagt der Müllwerker Marius Kreuzberger. Foto: Ines Rudel

Wenn sie defekt sind oder ausgedient haben, landen viele Elektrogeräte auf der Deponie am Esslinger Zollberg. Nicht alles, was dort ankommt, wurde jedoch fachgerecht entsorgt. Der Müllwerker Marius Kreuzberger warnt vor gefährlichen Folgen.

Für die Waschmaschine, den Fernseher, den Kühlschrank und viele weitere Elektrogeräte ist in der Hohenheimerstraße auf dem Esslinger Zollberg Endstation. Dort finden sie ihre letzte Ruhestätte, Teile von ihnen werden jedoch wiederverwertet. Auf dem Recyclinghof befindet sich der Abfall in den Händen von Marius Kreuzberger. Der Müllwerker ist sei rund neun Jahren beim Abfallwirtschaftsbetrieb Esslingen angestellt, seit dreieinhalb Jahren arbeitet er auf der Deponie auf dem Zollberg.

 

Der gebürtige Plochinger weiß, wo jedes Müllstück seinen Platz hat. Und er übt seinen Beruf mit viel Freude aus. Kreuzgerber gefällt es, an der frischen Luft zu arbeiten. Auch der Kontakt mit den Menschen und die Arbeit mit den Baumaschinen bereiten ihm Spaß. Auf der Deponie werden Grünschnitt, Elektroschrott sowie Papiermüll und der Gelbe Sack angenommen. Was war das Verrückteste, was Kreuzberger im Abfall gefunden hat? Einmal sei er im Grünschnitt auf einen Blumenkübel aus Asbest gestoßen. Ein anderer kurioser Fund war eine Flasche Altöl, die jemand hinter einem Container hatte stehen lassen.

Im Gelben Sack landen viele falsche Produkte

Unwissenheit herrsche bei einigen Verbrauchern und Verbraucherinnen beim Thema Gelber Sack. Hier würden oft falsche Produkte eingeworfen, etwa Gießkannen oder Plastiksachen. Eine fachgerechte Mülltrennung- und Entsorgung ist nicht nur wichtig für die Umwelt. Wird ein Produkt in den falschen Abfall geworfen, kann das zu gefährlichen Situationen führen. Mitte Februar lösten zwei falsch entsorgte Lithium-Akkus einen Großbrand bei der Firma Kaatsch im Plochinger Hafen aus. Lithium-Batterien seien unter anderem in Handys, Laptops und Pedelecs verbaut, sagt Kreuzberger. Viele Verbraucher und Verbraucherinnen wüssten gar nicht, wie sie den E-Schrott richtig entsorgen könnten. Ihnen sei nicht bewusst, wie eine Lithium-Batterie aufgebaut sei und wie das chemische Element auf die Umwelt reagiere. Lithium reagiert sofort, wenn es mit Feuchtigkeit oder Stickstoff in Berührung kommt. Teilweise seien die Leute aber auch zu bequem, um den Müll richtig zu entsorgen, sagt Kreuzberger.

Auch im Handel kann E-Schrott abgegeben werden

Elektroschrott kann neben dem Recyclinghof auch im Handel abgegeben werden und zwar bei Elektrohändlern, die eine Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern vorweisen können. Seit Anfang dieses Jahres wurde diese Regel nun erweitert. Nun müssen auch Supermärkte, die eine Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern haben und mehrmals im Jahr oder dauerhaft Elektrogeräte verkaufen, Rücknahmestellen einrichten. Bis zum 30. Juni haben die Lebensmittelgeschäfte Zeit, das umzusetzen. Kreuzberger erhofft sich von der Regelung eine Entlastung der Recyclinghöfe und eine bessere Verteilung des Mülls.

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Auch „normale“ Batterien dürfen nicht in den Hausmüll geworfen werden, da sie giftige Stoffe enthalten, so Kreuzberger. Sie können bei Recyclinghöfen oder im Handel abgegeben werden. Kreuzberger empfiehlt Verbrauchern, einen Blick auf die Verpackung zu werfen. Wenn darauf ein durchgestrichenes Mülltonnensymbol abgebildet sei, darf das Produkt nicht im Hausmüll entsorgt werden.

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In Deutschland fallen mehr als 20 Kilogramm Elektroschrott pro Kopf und Jahr an. Auch auf dem Recyclinghof auf dem Zollberg kommt einiges an alten Elektrogeräten zusammen. An Samstagen werden hier teilweise bis zu 30 Großgeräte abgegeben, berichtet Kreuzberger. Die großen Mengen an Müll bereiten dem Plochinger Sorge. „Es wird zu viel in den Verkehr gebracht und zu wenig recycelt“, sagt er. Kreuzberger sieht vor allem die Hersteller in der Pflicht. Diese müssten ihre Produkte so konstruieren, dass diese langlebiger sind sowie einfacher repariert werden können. Denn heutzutage seien viele Elektrogeräte so konzipiert, dass sich der Verbraucher nach ein paar Jahren ein neues Modell anschaffen müsse.

Während des Lockdowns wurde der Recyclinghof überrannt

Die Pandemie hat auch die Müllwerker stark gefordert. Zu Beginn des ersten Lockdowns vor zwei Jahren wurden die Recyclinghöfe teilweise überrannt, da viele Bürger und Bürgerinnen nun Zeit fanden, ihren Müll zu entsorgen. Von einem „Chaos“ berichtet Kreuzberger. Die Autoschlange hätte bis nach Nellingen gereicht. Inzwischen habe sich die Situation jedoch gebessert, da sich auch die pandemische Lage entspannt habe.

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Entsorgung
Elektroschrott kann auf Recyclinghöfen sowie im Handel abgeben werden. Im Handel gilt die Regel, dass es sich hierbei um ein Elektrogeschäft handeln muss, dass eine Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern hat. Bei der Entsorgung sollten die Pole abgeklebt werden. Daneben haben Verbraucher das Recht, ihr Altgerät zurückzugeben, wenn sie ein neues Gerät derselben Art gekauft haben. Wichtig ist in diesem Fall, den Händler bei Abschluss des Kaufvertrages über die geplante Rückgabe zu informieren.

Standorte
In der Stadt Esslingen kann Elektroschrott auf den Recyclinghöfen auf dem Zollberg in der Hohenheimerstraße sowie in Wäldenbronn in der Stettener Straße entsorgt werden. Annahmestellen im Kreis Esslingen gibt es in Plochingen in der Deponie Weißer Stein sowie beim Kompostwerk in Kirchheim und in Leinfelden-Echterdingen in der Sielminger Straße. Des Weiteren können Verbraucher ihren Elektroschrott beim Recyclinghof Großbettlingen entsorgen sowie beim Recyclinghof in Filderstadt-Bonladen und in Beuren. Weitere Informationen gibt es unter www.awb-es.de.

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