Fünf Schülerinnen des Goethe Gymnasium Ludwigsburg gewinnen den ersten Preis des Startup Teens-Wettbewerbs 2025. Mit dieser Idee haben sie die Jury in Berlin überzeugt.

Volontäre: Frederik Herrmann (hef)

Mira Wittbrodt, Julia Koring, Bianca Bechtle, Enise Karaboga und Sireen Habboush stehen vor einem Problem, dass viele in ihrem Alter vermutlich kennen. Sie gehen in die 11. Klasse des Goethe Gymnasiums in Ludwigsburg. In einem Jahr machen sie ihren Abschluss und was folgt dann? Die Möglichkeiten sind riesig – Ausbildung, Studium oder doch ein Gap Year?

 

Ein deutschlandweiter Wettbewerb hat den fünf jungen Frauen nicht nur geholfen, eine Antwort auf diese Frage zu finden, sondern könnte künftig auch anderen Schülerinnen und Schülern Orientierung bieten.

„Smart Career Coach“ soll bei der Studien- und Berufswahl helfen

Die zündende Idee kam, als ihr Wirtschaftslehrer Stefan Geiger ihnen vorschlug, am Wettbewerb Startup Teens teilzunehmen – einer bundesweiten Initiative zur Förderung junger Gründer und Gründerinnen. Insgesamt reichten rund 5000 Jugendliche ihre Ideen für ein eigenes Startup ein. Drei Teams aus dem Kurs von Stefan Geiger machten mit – doch nur eines schaffte es ins Finale: Mira, Julia, Bianca, Enise und Sireen überzeugten mit ihrem „Smart Career Coach“ in der Kategorie „Digital Products & Platforms“.

Ihr Konzept: Eine Website, die Jugendlichen hilft, sich nach der Schule besser zu orientieren. „Wir wussten selbst nicht genau, wie es weitergehen soll“, sagt Mira Wittbrodt. „Und die bestehenden Angebote im Netz waren einfach nicht überzeugend“, ergänzt Sireen Habboush. Zu viele verschiedene Plattformen, zu wenig Übersicht, das wollten sie ändern.

Also entwickelten die Schülerinnen einen Fragebogen, der persönliche Interessen, Hobbys, Stärken und berufliche Ziele abfragt. Auf Basis der Antworten schlägt der Smart Career Coach passende Studiengänge oder Ausbildungen vor. Bei Mira kam zum Beispiel Wirtschaftsinformatik heraus. „Auch wenn ich inzwischen andere Pläne habe, vorstellen könnte ich es mir schon“, sagt sie. „Ich wollte immer Zahnärztin werden“, sagt sie. Mittlerweile spielt sie aber auch mit dem Gedanken, etwas mit Wirtschaft zu studieren.

„Das war wie bei der Höhle der Löwen“

Die Arbeitsteilung im Team lief wie in einem echten Unternehmen: Marketing, Management, IT – jede übernahm eine Rolle, die zu ihren Stärken passte. „Wir haben uns aber auch gegenseitig unterstützt“, sagt Bianca Bechtle. „Anfangs waren wir nur Mitschülerinnen, jetzt sind wir Freundinnen“, sagen sie.

Auch wenn nicht alles auf Anhieb funktionierte – das Team blieb dran. Der Lohn: Im Finale präsentierten die fünf Schülerinnen ihren Businessplan im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin. Dort erhielten sie nicht nur wertvolles Feedback von Mentorinnen und erfolgreichen Unternehmern, sondern auch einen Scheck über 10.000 Euro Preisgeld.

„Das war wie bei der ‚Höhle der Löwen‘“, erinnert sich Julia Koring begeistert. In der Fernsehsendung stellen Gründer ihre Geschäftsideen vor einer Jury vor, die anschließend entscheidet, ob sie investieren wollen.

Einen Unterschied zur Show gibt es allerdings: Beim Startup Teens-Wettbewerb müssen die jungen Siegerinnen jetzt selbst Investoren für ihre Idee finden. Denn bislang besteht ihre Website nur als Prototyp.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn aus unserer Idee ein echtes Unternehmen wird“, sagen die jungen Gründerinnen. Ein ordentliches Startkapital hätten sie mit den 10.000 Euro Preisgeld zumindest schon einmal.