Großbrand in Korntal-Münchingen Haben Israel-Hasser das verheerende Feuer gelegt?

Die Halle wurde komplett zerstört, sie muss abgerissen werden. Der Sachschaden liegt bei 1,5 Millionen Euro. Foto:  

Bei einem Feuer in einem Korntaler Baustoffhandel ist ein Millionenschaden entstanden. Aufnahmen zeigen möglicherweise den Brandstifter. Er soll rechtsextreme Symbole gesprüht haben.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Am Tag nach dem Brand ist Paul Link gefasst, gleichwohl verärgert. „Wir sind glücklich, dass niemand verletzt wurde“, sagt der Seniorchef des gleichnamigen Baustoffhandels. Besonders froh ist er, dass die Verwaltung unbeschadet geblieben ist. „Wenn der Brand im Büro gewesen wäre, wäre das eine Katastrophe.“ Die Folgen für das Unternehmen seien dennoch gravierend: „Es ist ein Rattenschwanz, der sich nun hinterherzieht“. Damit müsse vor allem sein Sohn umgehen, seit er sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat. Aber natürlich ist der 76-Jährige weiterhin mit dem Betrieb verbunden.

 

Bei einem Feuer in Korntal ist am Sonntag in dem Baustoffhandel ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Die Kriminalpolizei ermittelt, auch wegen des Verdachts einer Brandstiftung. Die Abteilung Staatsschutz ist eingeschaltet: eine politisch motivierte Tat wird nicht ausgeschlossen. Link hatte nach dem 7. Oktober 2023, dem Überfall der Hamas auf Israel, auf seinem Betriebsgelände weithin sichtbar mehrere Israel-Flaggen gehisst.

Laut Link waren am frühen Sonntagmorgen zudem Nazi-Symbole auf den Boden in den Kies gesprüht worden. Zugleich war in englischer Sprache Freiheit für Palästina gefordert worden. Auf der Aufzeichnung einer auf dem Gelände angebrachten Kamera, die laut dem Senior-Chef eher dem Disponieren des Baustoffs denn der Überwachung dient, sei ein vermummter Radfahrer zu sehen, wie er auf eines der Silos kletterte. Die Polizei äußert sich nicht dazu, sie verweist auf die laufenden Ermittlungen.

Politische Reaktionen kommen aus dem Bundestag

Auf einen möglicherweise politischen Hintergrund wird in einer ersten politischen Reaktion abgehoben. Steffen Bilger, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises und Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion schrieb auf X, vormals Twitter „Volle Solidarität mit Familie Link“.

Paul Link hat zahlreiche enge Kontakte nach Israel, was auch im Ort bekannt ist. Er ist über lange Jahre aktives Mitglied der evangelischen Brüdergemeinde gewesen. Die Verbindungen der pietistischen Brüdergemeinde Korntal nach Israel sind vielfältig und eng, sie eint dieselben Glaubenswurzeln von Christentum und Judentum. Dass man die Fahnen irgendwann zerstören würde, habe er nicht ausgeschlossen, sagt Link.

Dass aber deshalb Feuer gelegt werden würde, das habe er sich nicht vorstellen können. Zumal in der Vergangenheit schon Fahnen vieler Nationen über den Silos geweht hätten: Gäste aus anderen Ländern wurden auf diese Weise willkommen geheißen, auch die eigenen Mitarbeiter seien so wertgeschätzt worden. Die politische Stimmung habe sich in den vergangenen Monaten ihm gegenüber nicht verändert, sagt Link. Er weiß zwar von einer anonymen Beschimpfung im Internet, auch habe es direkte persönliche Gespräche gegeben, in denen er auf seine Haltung angesprochen worden sei. Aber das seien in der Regel ruhige Gespräche gewesen. Link beschäftigt insgesamt 200 Mitarbeiter, allein am Stammsitz Korntal sind es laut dem Seniorchef hundert.

Der Baustoffhandel ist alteingesessen: Im Jahr 1934 hatte Paul Link senior das Unternehmen am Ort gegründet. Die Versorgung der Kunden mit Gesteinsbaustoffen und Entsorgung von Baustellen gehörte seit der Gründung nach eigenen Angaben schon damals zu den Hauptaufgaben. Heute ist auch die Dachbegrünung eines der Geschäftsfelder. Die Geschäfte führt inzwischen sein Sohn, der ebenfalls in der Brüdergemeinde engagiert ist. Er musste am Morgen umdisponieren: Die zerstörten Lastzüge seien beladen gewesen.

Paul Link Foto: Simon Granville

Millionenschaden und enormer Feuerwehreinsatz

Das Feuer zerstörte neben den drei Lastzügen auch Silos sowie die Prüfhalle. Die Halle zur Überprüfung der Fahrzeuge ist zum Teil eingestürzt, sie muss laut Link abgerissen werden. Den durch das Feuer entstandenen Sachschaden beziffert er auf rund 1,5 Millionen Euro.  Von dem Auflieger, der in der Halle gestanden habe, sei überhaupt nichts mehr zu erkennen. Die Knallgeräusche, die in der Umgebung während des Brands gehört worden seien, hatten ihre Ursache in den gefüllten Lastwagen-Reifen, die in der Hitze platzten.

Brandexperten der Polizei untersuchen den Tatort. Foto: KS-Images.de / Rometsch

Rund hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz gewesen, neben den benachbarten Wehren aus Ditzingen, Hemmingen und Leonberg, waren die Wehren aus Walheim, Steinheim und Remseck nach Korntal gekommen: In Wahlheim ist die Drohnengruppe ansässig , die Steinheimer Wehr wurde für Schadstoffmessungen in der Luft herangezogen, Remseck für den Einsatz von Sonderlöschmittel.

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