Große Brunnen-Karte für Stuttgart An diesen Trinkbrunnen gibt es Erfrischung
Insgesamt 112 Brunnen in Stuttgart spenden Trinkwasser. Wir haben eine Karte, in der alle Trinkbrunnen im Stadtgebiet verzeichnet sind, zusammengestellt.
Insgesamt 112 Brunnen in Stuttgart spenden Trinkwasser. Wir haben eine Karte, in der alle Trinkbrunnen im Stadtgebiet verzeichnet sind, zusammengestellt.
Der Durst ist da, aber auch Bedenken: Ist das Wasser in diesem Brunnen wirklich trinkbar? Eine Frage, die sich viele Stuttgarter stellen, wenn sich der Kessel dieser Tage aufheizt. Nach Informationen der Verwaltung gibt es in der Landeshauptstadt insgesamt mehr als 250 Wasserspielanlagen – aber nur 112 davon sind tatsächlich Trinkbrunnen. Ab nächster Woche soll der bereits installierte Trinkbrunnen am Marienplatz in Betrieb gehen. Damit wird die Zahl der Trinkbrunnen auf 113 steigen. Im nächsten Jahr soll nach Auskunft der Pressestelle ein weiterer Trinkbrunnen auf dem Erwin-Schoettle-Platz hinzukommen. Dieser ist noch in Vorbereitung.
Wir haben eine komplette Karte aller Trinkbrunnen in Stuttgart zusammengestellt (weiter unten im Artikel), die auch aufzeigt, dass manche Stadtbezirke mit deutlich mehr Trinkbrunnen gesegnet sind als andere. Außerdem zeigen wir eine Auswahl besonders prominenter Brunnen, die Trinkwasser spenden und sich an bekannten Orten befinden.
Viele Wasserspiele in Stuttgart sind nicht mit Trinkwasser betrieben – streng genommen gilt das auch für das Wasser, das am Pariser Platz in Stuttgart-Mitte durch die Bronzerinne fließt. An der Rückseite des Steinblocks zur Moskauer Straße hin befindet sich nach Informationen der Stadt aber auch ein Trinkbrunnen, wo sich Durstige bedenkenlos erfrischen können.
Einer der bekanntesten Trinkbrunnen der Stadt ist zweifellos der Hans-im-Glück-Brunnen in Stuttgart-Mitte. Zentral am Platz gelegen, ein Treffpunkt für Verabredungen bei allen möglichen Aktivitäten in der Stadt. Und ja, er spendet nach städtischen Informationen auch trinkbares Wasser.
Der Trinkbrunnen am Marktplatz wurde 2021 fertiggestellt und sprudelt seitdem in den warmen Monaten an der Ecke zur Hirschstraße. Optisch kommt er eher schlicht daher und liefert per Knopfdruck Wasser. Er ist Teil des Sofortprogramms „Blaue Infrastruktur“, das in den nächsten Jahren weitere Trinkwasserbrunnen und andere Wasserspiele im Stuttgarter Stadtgebiet vorsieht.
Im Stuttgarter Norden werden Durstige im Sommer an der Ecke Olgastraße/Lorenzstaffel fündig: Hier ist jede Seite des Beckens mit einer Trinkwasserdüse ausgestattet. Zu erkennen ist der Brunnen an einer Fischreihergruppe, die auf einem großen, ein bisschen monolithartigen Steinblock sitzt.
Im Stuttgarter Westen ist der Marktbrunnen am Bismarckplatz eine gute Anlaufstelle für alle, die Trinkwasser suchen. Zu erkennen ist er laut städtischen Informationen so: Er fügt sich in die Außenfassade der Elisabethenkirche ein.
Der Markttischbrunnen am Marktplatz in Bad Cannstatt ist so geformt, wie er heißt: wie ein Tisch. Schwer zu erkennen ist er darum nicht, aus einer Messingsäule sprudelt Trinkwasser, wie es bei der Stiftung Stuttgarter Brünnele heißt, auf die auch die Webseite der Stadt Stuttgart verweist.
Ein klassischer Bronzegussbrunnen findet sich auf dem Lukasplatz in Stuttgart-Ost: der Ventil-Brunnen. Nach Angaben der Brünnele-Stiftung ist der 2003 erbaute Brunnen solchen Brunnen nachempfunden, die zur Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert die Trinkwasserversorgung in Stuttgart sicherstellen sollten.
Nicht alle Stuttgarter Brunnen stehen unter freiem Himmel. Der Ceres-Brunnen befindet sich in der Stuttgarter Markthalle und zählt laut der Brunnenstiftung ebenfalls zu den Trinkbrunnen. Er ist an den Treppenaufgängen zur Empore zu finden. Die Statue der Fruchtbarkeitsgöttin ist kaum zu übersehen.
Die Uhlandshöhe in Stuttgart-Ost ist ein beliebter Ausflugsort. Wer seine Wasserflasche mit Trinkwasser nachfüllen will, kann dies nach Informationen der Stiftung Stuttgarter Brünnele bei der Sternwarte tun. Der Brunnen selbst ist allerdings recht unscheinbar: ein Halbrund an einer Steinmauer. Ursprünglich soll der Brunnen 1920 erbaut worden sein, vor knapp zehn Jahren wurde die Anlage saniert.
Auch die Brunnen im Mineralbad Leuze spenden üblicherweise trinkbares Wasser. Als es in der Vergangenheit zu Verunreinigungen des Wassers durch Bauarbeiten kam, wurde dies mit Trinkverbotsschildern an den Brunnen deutlich gemacht. Das Mineralwasser hat naturgemäß einen höheren Mineralgehalt als das Wasser in den meisten anderen Stuttgarter Brunnen und ist laut Stadt als Heilwasser eingestuft.
Hier sind sie zu finden: Marktplatz (Ecke Hirschstr.), am Töpferplatz, auf der Königstraße (auf Höhe Lange Str.), vor dem Alten Schloss und am Hans-im-Glück-Brunnen.
Es gibt natürlich noch etliche weitere Trinkbrunnen in Stuttgart, die meisten davon befinden sich aber entweder nicht so zentral oder sind leicht zu übersehen. Auf dieser Karte sind alle 112 Trinkbrunnen in Stuttgart mit Standort aufgeführt:
Nicht auf der Karte gelistet sind 19 weitere Brunnen mit Mineral- und Heilquellen in Bad Cannstatt und Berg. Denn aufgrund der natürlichen Inhaltsstoffe soll das hochkonzentrierte und kohlensäurereiche Mineralwasser allerdings nicht in Mengen normalen Trinkwassers zum täglichen Gebrauch verwendet werden, so die Stadt auf ihrer Webseite. „Die Mineralquellen unterliegen nicht der Trinkwasserverordnung“, sagt eine Sprecherin der Stadt. Für sie seien die Bäderbetriebe zuständig.
Beim Blick auf die Karte fällt auf, dass die Trinkbrunnen in Stuttgart nicht unbedingt fair verteilt sind. In Stadtbezirken wie Plieningen sprudelt das Trinkwasser quasi an jeder Ecke; In Rohr gibt es schlicht gar keinen. Allgemein ist zu beobachten, dass die Neckarvororte trotz Flussnähe eher wenige Trinkbrunnen besitzen, während in der Stadtmitte die höchste Trinkbrunnendichte herrscht. Von den umliegenden Innenstadtbezirken ist der Osten am trinkbrunnenreichsten.
Trinkbrunnen und Wasserspiele werden nach Angaben der Stadt während der Brunnensaison von Mai bis Oktober betrieben. Sie sprudeln täglich zwischen 8 und 22.30 Uhr. Dem Tiefbauamt stehen jährlich etwa 750.000 Euro für die Instandhaltung und den Betrieb der Brunnenanlagen zur Verfügung. Die Stiftung Stuttgarter Brünnele und die Stadt haben außerdem viele Projekte am Laufen, um trockengelegte Brunnen zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen.
Die Brunnenlagen des Tiefbauamtes werden in einem vierwöchigen Rhythmus durch eine Fachfirma grundgereinigt. In den heißen Sommermonaten werden nach Angaben der Stadt bei Bedarf im Einzelfall zusätzliche Reinigungen durchgeführt. „Daher kann es gegebenenfalls auch dazu kommen, dass Trinkbrunnen zeitweise kurzfristig außer Betrieb genommen werden müssen“, sagt die Sprecherin der Stadt. Solche Brunnen würden danach desinfiziert und erst nach einem entsprechenden Labortest wieder eingeschaltet.
Sollte mal kein Trinkbrunnen in der Nähe sein und Trinkwasserbedarf herrschen, kann womöglich auch die Initiative Refill Deutschland helfen. Dort haben sind bundesweit tausende private Einrichtungen bundesweit gelistet, die einen kostenlosen Service anbieten, Trinkflaschen mit Leitungswasser zu befüllen. Auch in Stuttgart machen dutzende Geschäfte und Gastronomien mit.