Die Polizei durchsucht das Haus der berüchtigten kriminellen Großfamilie aus Syrien in Stuttgart – mal wieder. Die Beamten werden vor Ort beleidigt.

Digital Desk: Sascha Maier (sma)

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hat am Freitagmorgen das Haus gestürmt, in dem eine Großfamilie aus Stuttgart wohnt, die bereits in der Vergangenheit durch eine Vielzahl von Straftaten auf sich aufmerksam gemacht hat. „Gegen 6 Uhr sind wir in das Objekt in Zuffenhausen eingedrungen“, sagt Timo Brenner, ein Sprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart, auf Nachfrage unserer Zeitung.

 

Der erste Gegenstand der Ermittlungen war das Mobiltelefon eines 15-Jährigen. „Es gibt Hinweise, dass dort eine Körperverletzung durch diesen dokumentiert ist, die sich Mitte Juni in Stuttgart ereignet hat“, sagt der Polizeisprecher. Der Gegenstand sei gefunden und mit anderen Beweismitteln gesichert.

Polizei setzt auf SEK

Das SEK, um einem 15-Jährigen das Handy abzunehmen? Laut Brenner ein gerechtfertigter Schritt: Da viele Familienmitglieder „eine hohe Affinität zu Gewalt mitbringen“ würden, in der Vergangenheit durch Messerdelikte aufgefallen waren und es auch Hinweise auf Verbindungen zu Schusswaffen gegeben habe, sei für die Polizei im Vorfeld klar gewesen, den Einsatz am besten mit dem SEK zu bestreiten.

Und herzlich fiel der Empfang der Beamten durch die Familie auch diesmal nicht aus. So habe sich die Polizei nach dem Eindringen in die Wohnung mit Gewaltandrohungen konfrontiert gesehen, ein weibliches Familienmitglied habe Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet. Es sei zu keinen Festnahmen gekommen, allerdings seien – laut Sprecher Brenner wie bei SEK-Einsätzen üblich – einige Familienmitglieder vorübergehend gefesselt worden, um weitere Eskalationen zu vermeiden.

Der zweite Fall, weswegen die Polizei angerückt war, bezog sich auf einen 44-Jährigen. Bei diesem herrsche der Verdacht, Sozialleistungsbetrug begangen zu haben. „Die Ermittler wurden durch die Medienberichterstattung über die Familie darauf aufmerksam“, sagt der Sprecher. Es existiert ein Video, wie der Tatverdächtige einem TV-Team davonläuft. Die Geldleistungen habe er auch wegen körperlicher Einschränkungen erhalten, die ihm so etwas wie Davonrennen aber eigentlich unmöglich machen sollten. Auch hier habe die Polizei Beweismittel gesichert.

Die Staatsanwaltschaft werte diese nun auch. Nach Polizeiangaben befinden sich aktuell fünf Mitglieder der Familie in Haft. Über die Personenzahl der Großfamilie gab die Polizei keine Auskünfte – es wird lediglich von „mehreren männlichen und weiblichen Personen gesprochen.“ Es heißt, 11 von 13 Brüdern seien straffällig geworden.

Die Familie erregte zuletzt Aufsehen, nachdem ein 27-jähriges Mitglied einen Mann auf offener Straße niedergestochen wurde. Der Haupttäter wurde im Juni zu sechs Jahre Haft verurteilt, zwei Brüder müssen ebenfalls Haftstrafen verbüßen. Die Familie hat auch schon den Landtag beschäftigt.