So soll das neue Hallenbad in Sonnenberg aussehen. Foto: a + r Architekten
Das Hallenbad Sonnenberg ist marode. Es soll durch einen Neubau ersetzt werden. Planen soll diesen die a+r Architekten aus Stuttgart. Für den Neubau braucht es mindestens 40 Millionen Euro, doch die Stadt muss sparen.
Es klingt recht abstrakt, wenn die Stadtspitze„Überlegungen zur Haushaltssicherung“ vorlegt, weil man sparen muss. Doch es wird schnell konkret, wenn man Geld für einen Neubau braucht. So wie die Bäderbetriebe für den Neubau des Hallenbades Sonnenberg.
Das Hallenbad Sonnenberg Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der Wettbewerb immerhin ist entschieden. Die a+r Architekten aus Stuttgart haben ihn gewonnen. Professorin Christa Reicher von der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen war die Vorsitzende der Jury. Sie sagte: „Der erste Preis geht äußerst überzeugend und kreativ mit den Herausforderungen um, indem der Ersatzneubau sich gut in die Nachbarschaft einfügt, eine attraktive Wasserlandschaft im Inneren schafft und die Zukunftsaspekte des Bauens klug in den Entwurf integriert.“ Mit einer klaren Holzbaukonstruktion im Badebereich und Recyclingbeton im Untergeschoss, sowie einem durchdachten Energiekonzept entspreche der Beitrag von a+r Architekten den hohen klimapolitischen Zielen der Stadt Stuttgart.
Die Wettbewerbsaufgabe umfasste den Neubau eines Funktionshallenbads mit zwei 25-Meter-Schwimmbecken, ein Sprungbecken, sowie ein Kinder und Planschbecken in akustisch getrennten Bereichen für einen parallelen ganzjährig an allen Wochentagen stattfindenden Betrieb von Schul- und Vereinssport sowie öffentlicher Nutzung.
Und wo kommt das Geld her?
So weit, so gut. Doch wer zahlt das Ganze? Zumal auch die Sanierung des Hallenbades in Zuffenhausen ansteht sowie der Bau des mobilen Bades (12,5 Millionen Euro) in Zuffenhausen. Das später dann nach Möhringen als Ersatz während der Bauzeit in Sonnenberg und schließlich nach Untertürkheim wandern soll. Dafür werden in den Jahren 2026 und 2027 jeweils rund 21 Millionen Euro benötigt. Darüber entscheidet der Gemeinderat im Herbst 2025 bei den Haushaltsberatungen.
Das Bad in Zuffenhausen wird nach derzeitigem Stand 60 Millionen Euro kosten, das mobile Bad 19 Millionen Euro. Der Neubau in Sonnberg ist laut Grundsatzbeschluss aus dem Jahre 2021 mit knapp 38 Millionen Euro veranschlagt. Dort hat man auch die Sanierung untersucht, die wäre nur 300 000 Euro günstiger gewesen. Also entschied man sich für einen Neubau. Mit dem man 2027 beginnen wollte. Doch das ist überholt, die Bauzeit ist nun voraussichtlich von 2029 bis 2032.
Jährliche Prüfung
So das Geld kommt. Fraglich ist auch, ob das alte Hallenbad bis dahin durchhält. Es wurde 1976 errichtet und beugt sich unter der Last des Alters. Jedes Jahr im Sommer wird geprüft, ob es noch ein weiteres Jahr durchhält. Oder wie die Stadt schreibt: „Das gesamte Gebäude ist in rechtlicher und technischer Hinsicht dringend sanierungsbedürftig.“ Und wie in Zuffenhausen auch heizen Gebäude aus dieser Ära vornehmlich die Umgebung. Der Neubau soll nicht nur klimaneutral werden, sondern einen Überschuss an Energie erzeugen. Durch Solarzellen, Geothermie und Blockheizkraftwerk, Kleinwindkraftanlagen, Wärmerückgewinnungsanlagen und Stromspeicher.
Beratungen im Herbst
Doch zunächst einmal müssen die Stadträte im Herbst entscheiden, ob sie Geld dafür bereitstellen. Und ob die „Überlegungen zur Haushaltssicherung“ den Neubau eines Hallenbades erlauben.