Handball – 3. Liga Neuhausen zeigt „eine Bombenleistung“
Die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen revanchieren sich für die Hinspielniederlage und feiern gegen die ambitionierten Wölfe Würzburg einen verdienten 32:29-Sieg.
Die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen revanchieren sich für die Hinspielniederlage und feiern gegen die ambitionierten Wölfe Würzburg einen verdienten 32:29-Sieg.
Mit einem Wort beschrieben: unglaublich. Die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen haben beim 32:29 (13:15)-Sieg gegen die Wölfe Würzburg einen unglaublichen Willen gezeigt. Wer in der 25. Minute beim Stand von 7:12 gedacht hatte, es könnte wieder ein Debakel wie im Hinspiel geben – da hatten die Maddogs mit 29:46 verloren –, der hatte sich gewaltig getäuscht.
Auch vier Minuten später führten die Würzburger noch mit fünf Toren (10:15). Aber die Neuhausener ließen die Köpfe nicht hängen, wollten sich Zuhause nicht vorführen lassen. In nur einer Minute verkürzten sie auf 13:15 (30.). Zum 11:15 setzte sich Tobias Haag durch. Im Anschluss fing Glenn Baumann einen Ball ab und leitete den nächsten Treffer von Haag zum 12:15 ein. Der stark haltende TSV-Schlussmann Niklas Prauß vereitelte dann einen Wurf von Lev Szuharev und Baumann warf zum 13:15 ein.
Jetzt wollten die Neuhausener mehr. „Wenn man in der 40. Minute gegen Würzburg noch mithalten kann, gibt das das nötige Selbstvertrauen und die Bälle gehen rein. Es war ein Kraftakt, aber wir haben uns alle gut ausgeholfen“, sagte Spiellenker Lukas Fischer und betonte zudem: „Ich habe gewusst, dass wir gut aus der Halbzeit kommen.“
Das war dann auch so. Nach dem Seitenwechsel dauerte es keine zwei Minuten, ehe Kapitän Philipp Keppeler zum 16:16 ausglich. Wieder hatte Baumann den Ball abgefangen und den Gegenstoß eingeleitet. „Prauß hat überragend gehalten, wir sind sehr glücklich über den Sieg. Würzburg ist eines der stärksten Teams der Liga“, sagte Baumann. Torhüter Prauß zeigte regelmäßig Paraden und trug so auch seinen Teil zur ersten Führung bei. Würzburgs Tim Bauder scheiterte am Schlussmann und Rohat Sahin traf zum 18:17 (38.). Auch in der 50. Minute vereitelte Prauß einen Wurf, dieses Mal von Felix Karle. Im Anschluss traf Linus Schmid mit einem wuchtigen Wurf aus dem Rückraum und die Neuhausener führten mit drei Toren (27:24). Die Zuschauer hatten es schon vermutet, als Schmid zum Wurf ansetzte. „Jetzt knallt‘s“, rief einer.
Und es knallte noch weitere Male. Die Maddogs bauten ihre Führung weiter aus – zwischenzeitlich auf fünf Tore durch Keppeler (30:25, 54. Minute), der keine Chance vergab, und sechs Tore durch Haag zum 32:26 (58.). Am Ende zeigte die offensive Deckung der Würzburger noch Wirkung, aber mehr als auf drei Tore kamen sie nicht mehr heran. „Das war eine Bombenleistung, unsere beste Saisonleistung. Ein hoch emotionales Spiel“, lobte Trainer Daniel Brack.
Die Halle war mit 350 Fans nicht sehr gut gefüllt. Das hatte auch Brack vor der Partie beobachtet. Umso mehr freute er sich über die sensationelle Stimmung. Hallensprecher Jürgen Kull fand die richtigen Worte und heizte den Zuschauern gekonnt ein. „Das hat Jürgen super gemacht, er hat die Fans richtig gepusht“, lobte Brack.
Würzburgs Trainer Heiko Karrer gratulierte zum verdienten Sieg, betonte aber, dass die Wölfe weiterhin aufsteigen wollen: „Wir wollen hoch und wissen, dass wir es schaffen können. Alle, die vor uns stehen, kommen noch zu uns in die Halle.“ Zudem sagte er lachend, dass ja vielleicht auch die Neuhausener mit solchen Heimauftritten helfen. Für die Maddogs geht es nun aber erst mal zum Tabellenschlusslicht TuS Fürstenfeldbruck. „Fürstenfeldbruck ist sehr heimstark, aber wir müssen uns nicht verstecken“, betonte Brack. Damit hat er sicherlich recht.
TSV Neuhausen: Prauß, Hamann; Julien Sprößig, Huss, Heydecke, Marlin Sprößig, Haag (5), Schmid (4), Reinhardt (1), Baumann (4), Sommer (1), Fischer (5/4), Sahin (2), Keppeler (6), Kosak (4).
Wölfe Würzburg: Klein (1), Bogojevic; Krenz, Schöming (2), Karle (4), Mauch (1), Kaufmann, Kütt, Bauder (10/3), Schmidt (4), Sziharev (2), Reitemann (3), Daugs, Grömling (2), Merk.
Schiedsrichter: Sven Ernst / Johannes Sippel (Fellbach / Freiburg).
Zuschauer: 350.
Zeitstrafen: 6:10 – zwei Mal zwei Minuten für Reitemann (Würzburg), zwei Minuten für Haag, Reinhardt, Sommer (Neuhausen), Krenz, Szuharev, Merk (Würzburg).
Beste Spieler: Haag, Prauß, Fischer / Bauder, Reitemann.