Handball 3. Liga SV Kornwestheim krönt Saison mit Sieg – Meisterstück für die Ewigkeit
Der SV Kornwestheim schlägt die HSG Konstanz mit 34:27 und setzt einen Glanzpunkt unter die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.
Der SV Kornwestheim schlägt die HSG Konstanz mit 34:27 und setzt einen Glanzpunkt unter die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.
Auch im letzten Saisonspiel ließ sich der SV Kornwestheim den perfekten Abschluss nicht nehmen: Mit einem überzeugenden 34:27-Erfolg gegen Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz setzte die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Schurr am Samstagabend den emotionalen Schlusspunkt unter eine Spielzeit, die in die Vereinsgeschichte eingehen wird.
50:10 Punkte, 23 Siege, vier Unentschieden und nur drei Niederlagen – eine Bilanz, die den Ausnahmecharakter dieser Mannschaft eindrucksvoll unterstreicht. Dabei war der Weg zum Titel alles andere als vorbestimmt und einfach. Immer wieder mussten die Kornwestheimer schwere Rückschläge verkraften. Bereits am ersten Spieltag fiel Abwehrchef Marvin Bahmann aus, im November erwischte es Spielmacher Jan Reusch mit einem Kreuzbandriss. In den letzten Wochen fehlten zudem Kreisläufer Moritz Lanig und Rückraumspieler Luke Kaysen.
Doch die Lurchis trotzten allen Widrigkeiten. „Dass es uns gerade nach den Ausfällen wichtiger Spieler gelungen ist, so konstant auf hohem Niveau zu spielen, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, sagte Cheftrainer Alexander Schurr voller Stolz.
Besonders beeindruckend: Immer wieder sprangen ehemalige Akteure in die Bresche und halfen dem Team entscheidend weiter. Allen voran Fabian Kugel, aber auch Hendrick Schoeneck und Peter Jungwirth, die vor allem beim legendären Heimsieg Ende Oktober gegen den VfL Pfullingen bereits das scheinbar Unmögliche möglich machten.
Und so wurde auch der letzte Tanz dieser Saison zu einem Handballfest. Vor einer bebenden Halle entwickelte sich zunächst eine nervöse, emotionale Partie. Keines der beiden Teams wollte das letzte Spiel der Saison als Verlierer verlassen. Ganze drei Minuten dauerte es, bis Tim Zeppmeisel den ersten Treffer des Abends erzielte. Felix Kazmeier und Finn Joneleit legten nach. Bereits nach zehn Minuten führten die Hausherren mit 6:4. Bis zur 20. Minute bauten die Lurchis ihren Vorsprung auf 12:8 aus.
Die Gäste vom Bodensee kämpften sich zwar immer wieder heran, doch das 2:2 in der fünften Minute blieb das einzige Unentschieden der ersten Hälfte. Mit einer verdienten 17:14-Führung ging es in die Pause.
In der zweiten Halbzeit wurde es noch einmal spannend: In der 37. Minute gelang der HSG Konstanz tatsächlich der Ausgleich. Doch die Kornwestheimer stemmten sich – getragen von einer lautstarken und leidenschaftlichen Kulisse – mit aller Macht gegen einen Rückschlag. Max Keil brachte die Lurchis wieder mit 21:19 in Führung, Lukas Reu erhöhte auf 22:19. Bis in die Schlussphase hinein hielten die Gastgeber ihren Drei-Tore-Vorsprung. Dann folgte der entscheidende 5:0-Lauf, unter anderem mit Treffern von Kapitän Christopher Tinti und Recke Toni Luithardt. Der Meistertriumph, kurz vor der 60. Minute bereits perfekt. Am Ende stand ein souveräner 34:27-Erfolg.
Der überragende Mann der Saison kam ebenfalls aus Kornwestheim: Felix Kazmeier traf im letzten Spiel erneut achtmal und schraubte seine persönliche Ausbeute auf unglaubliche 267 Tore. Damit ließ er Jonas Poser vom TV Erlangen-Bruck (263 Tore) hinter sich – obwohl Kazmeier sogar ein Spiel weniger absolvierte. Der Rückraumshooter ist damit nicht nur Torschützenkönig der Südstaffel, sondern der gesamten 3. Liga.
So endete dieser besondere Abend genau so, wie eine Meistersaison enden muss: mit einer bebenden Halle, euphorischen Fans und einer riesigen Party des Meisters der 3. Liga Süd.