Handball bei der HSG Schönbuch 600 Fans bei WM-Generalprobe der Brasilianerinnen in Holzgerlingen

Die Brasilianerinnen (in Blau) und TuS Metzingen probierten viel aus: Die Südamerikanerinnen setzten sich durch, Gewinner waren aber auch die 600 begeisterten Zuschauer. Foto: Eibner/Tobias Baur

Die brasilianische Handball-Frauen-Nationalmannschaft zeigte in Holzgerlingen ein starkes Testspiel gegen TuS Metzingen. Für die ausrichtende HSG Schönbuch ein besonderes Erlebnis.

Holzgerlingen war am Dienstagabend der Schauplatz eines ganz speziellen Handball-Highlights. Im Rahmen ihrer Vorbereitung auf die Frauen-Handball-Weltmeisterschaft legte die brasilianische Nationalmannschaft einen mehrtägigen Zwischenstopp auf der Schönbuchlichtung ein und bestritt gegen Bundesligist TuS Metzingen ihren letzten Test vor dem Großereignis.

 

Rund 600 begeisterte Zuschauer sahen ein abwechslungsreiches Duell, in dem beide Teams viel ausprobierten. Am Ende setzten sich die Südamerikanerinnen mit 30:24 durch. Für die HSG Schönbuch als Ausrichter war dieser Abend weit mehr als ein gewöhnliches Freundschaftsspiel.

Pressesprecher von TuS Metzingen lebt in Holzgerlingen, seine Tochter spielt bei der HSG Schönbuch

Viele Rädchen greifen ineinander: Dass die Brasilianerinnen ausgerechnet in Holzgerlingen Station machten, war der Verbindung von Sven Gernhardt zur Stadt und zur HSG Schönbuch zu verdanken. Der Pressesprecher von Tus Metzingen lebt in Holzgerlingen, seine Tochter spielt in der weiblichen C-Jugend der HSG Schönbuch. „Unsere brasilianische Spielerin Gabriela Bitolo hat im Vorfeld der WM-Vorbereitung bei uns angefragt, ob wir eine geeignete Trainingsmöglichkeit für ihr Nationalteam kennen – mit Hotel, Halle und Fitnessstudio in direkter Nähe“, erklärt Gernhardt. „Da es in Metzingen mit Hotels schwierig war, kam uns sofort das Hotel Gärtner in Holzgerlingen in den Sinn.“ Gesagt, getan – von Sonntag bis Mittwoch bereitete sich die brasilianische Auswahl optimal auf ihre WM-Gruppenspiele gegen Kuba, Tschechien und Schweden vor. „Ein Rädchen griff ins andere“, so Gernhardt, der einen großen Dank an alle Beteiligten aussprach, die das möglich gemacht haben.

Möglichmacher: Wolfgang Koring (li.) und Sven Gernhardt freuen sich darüber, wie toll alles gelaufen ist. Foto: Vanessa Frey

Kleiner Kraftakt: Für die HSG Schönbuch rund um Vorstand Wolfgang Koring bedeutete die Ausrichtung des Tests zwar einen kleinen Kraftakt, doch das Ergebnis war ein voller Erfolg. „600 Zuschauer an einem Dienstagabend – das ist einfach großartig“, freut sich Koring. „Besonders beeindruckend ist, wie viele ehrenamtliche Helfer wir mobilisieren konnten. Und dass unsere Schönbuch-Füchse mit den Mannschaften einlaufen durften, war das absolute Highlight.“ Jene Schönbuch-Füchse, ein offenes Inklusionsangebot für Kinder mit geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen, waren zum ersten Mal als Einlaufkinder dabei. „Wir sind sehr stolz auf dieses Team und glücklich, dass sie Teil des Ganzen sein konnten.“

Die Schönbuch-Füchse durften mit den beiden Teams einlaufen und posierten hinterher natürlich auch für ein gemeinsames Foto. Foto: Vanessa Frey

Großes Miteinander: Für die Bewirtung sorgten das HSG-Team sowie die Eltern der weiblichen A-Jugend, während die dritte Männermannschaft den Bierstand übernahm. Unter den Helfern waren auch Martina und Jens Mäutner. „Wir wurden gefragt, ob wir unterstützen können – das war für uns selbstverständlich“, erzählt Jens Mäutner. „Natürlich war die Vorbereitung aufwendiger als sonst, aber für so ein tolles Spiel nimmt man sich gerne Zeit.“

Jens und Martina Mäutner nahmen sich gerne die Zeit, um bei der Bewirtung zu helfen. Foto: Vanessa Frey
Nicht nur Lina, Emilia und Mia aus der C-Jugend der HSG Schönbuch begaben sich hinterher auf Autogrammjagd. Foto: Vanessa Frey

Vorbilder und Autogrammjagd: Zahlreiche Jugendliche der HSG Schönbuch nutzten die Gelegenheit, Handball auf Topniveau aus nächster Nähe zu erleben – teils sogar anstelle ihrer üblichen Trainingseinheiten. „Es ist richtig cool, solche Spielerinnen live zu sehen“, sagt Emilia aus der weiblichen C-Jugend, die gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Mia und Lina die Profis bestaunte. „Sowas in unserer Halle zu erleben, ist beeindruckend. Vielleicht können wir uns sogar den einen oder anderen Trick abschauen“, meint die 14-jährige Mia, die nach Abpfiff – wie viele andere Nachwuchsspieler – zur Autogramm- und Selfiejagd aufs Feld stürmte. In den nächsten Tagen geht es für viele HSG-Talente mit Spitzenhandball weiter, denn rund 150 von ihnen werden in Stuttgart die Vorrundenspiele der deutschen Frauen-Nationalmannschaft besuchen.

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