Dem Duell kommt enorme Bedeutung zu. Und irgendwie verständlich, dass der aktuellen prekären Lage alles untergeordnet wird und alle Zukunftsfragen rund um das Thema Trainer zumindest in der Öffentlichkeit nicht kommentiert werden. Auch nicht der Name Misha Kaufmann. Der ist nach Informationen unserer Redaktion derzeit der heißeste Kandidat auf die Nachfolge von Jürgen Schweikardt – spätestens am Ende der laufenden Saison.
ThSV siegt auch in Leipzig
Kaufmann hat den ThSV Eisenach 2023 in die Handball-Bundesliga geführt und mit dem Club aus Thüringen in der Saison 2023/24 dann als Tabellen-14. fast schon sensationell den Klassenverbleib geschafft. In dieser Saison läuft es sogar noch besser: Am Donnerstag siegte der ThSV beim SC DHfK Leipzig mit 36:31, steht nun mit 12:12 Punkten auf Platz zehn und ist auch noch im DHB-Pokal vertreten, wo es im Viertelfinale am 19. Dezember (19 Uhr) zu den Rhein-Neckar Löwen geht.
Dass an diesen Erfolgen des Außenseiters der Trainer einen großen Anteil hat, bezweifelt in der Handballszene keiner. Kaufmann gilt als der kreativste Coach der Liga. Er setzt auf unorthodoxe Spielweisen in Abwehr und Angriff, stellt damit die Gegner vor ganz spezielle Aufgaben. Emotion und Leidenschaft lebt der Schweizer an der Seitenlinie vor.
Doch offenbar sucht Kaufmann eine neue Herausforderung. Gerüchten zu Folge soll er gegenüber der Mannschaft bereits Anfang dieser Woche seinen Abschied im Sommer angekündigt haben. Zwar hat der 40-Jährige seinen Vertrag beim ThSV vor einem Jahr vorzeitig bis 2027 verlängert, doch entsprechende Ausstiegsklauseln sind in der Branche keine Seltenheit.
Entwicklungschancen in Eisenach begrenzt
Kaufmann gilt als extrem ehrgeizig. Die Entwicklungsmöglichkeiten in Eisenach mit der nur 3140 Zuschauer fassenden Werner-Aßmann-Halle sind überschaubar. Der TVB hinkt sportlich zwar klar hinterher und kann mit Blick auf den aktuellen Punktestand und der Konkurrenzsituation im Tabellenkeller auch das Szenario Abstieg keinesfalls ausblenden. Andererseits ist in Stuttgart die Infrastruktur deutlich besser, die Wirtschaftskraft höher, zudem wäre Kaufmann näher an seiner Schweizer Heimat dran und in bester Gesellschafter von drei Landsleuten: Samuel Röthlisberger, Lukas Laube und Lenny Rubin tragen den TVB-Dress.
Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, daher hat der TVB auch Alternativen auf dem Schirm. So wird auch der frühere serbische Weltklassespieler Momir Ilic (42/zuletzt Coach bei KC Veszprem/Ungarn) gehandelt. Doch die absolute Priorität gilt der aktuellen sportlichen Notsituation. Wie sagte Routinier Kai Häfner nach der Niederlage gegen Hamburg? „Gegen Frisch Auf sollten wir nun auf jeden Fall gewinnen.“ Dem ist wenig hinzuzufügen.
Ergebnisse und Termine
Pflichtspiele
SC DHfK Leipzig – TVB Stuttgart 33:24, TVB – SG Flensburg-Handewitt 25:39, HC Erlangen – TVB 25:26, TVB – VfL Gummersbach 28:35, TVB – HSG Wetzlar 23:26, HSC 2000 Coburg – TVB (25:22/DHB-Pokal, zweite Runde), THW Kiel – TVB 29:24, TVB – MT Melsungen 27:36, TBV Lemgo Lippe – TVB 28:24, TVB – SC Magdeburg 25:36, TSV Hannover-Burgdorf – TVB 33:20, Füchse Berlin – TVB 33:29, TVB – HSV Hamburg 27:28, TVB – Frisch Auf Göppingen (5. Dezember, 19 Uhr), SG BBM Bietigheim – TVB (9. Dezember, 19.30 Uhr), ThSV Eisenach – TVB ( 14. Dezember, 20 Uhr), TVB – Rhein-Neckar Löwen (23. Dezember, 19.30 Uhr), TVB – 1. VfL Potsdam (27. Dezember, 19 Uhr). (jüf)