Am letzten Landesliga-Spieltag haben die Handballer der SpVgg Renningen noch einen rausgehauen und Meister ASV Ottenhöfen 33:31 geschlagen. Doch diese Einschätzung relativiert sich beim genaueren Blick. Eigentlich war der Erfolg für das Team von Trainer Jakob Ulrich so viel Wert wie ein falscher Fuffziger. Die Renninger waren bereits vor dem Saisonfinale abgestiegen, der ASV längst Meister. „Unsere Saison ist hinten raus sehr unglücklich gelaufen“, sagt SpVgg-Spieler Tim Wagner, „da haben uns einfach die nötige Abgezocktheit und Erfahrung gefehlt.“
Am 14. März hatte der Aufsteiger beim TSV Altensteig 2 mit 26:20 gewonnen, danach folgten fünf (zum Teil knappe) Niederlagen – die SpVgg stürzte auf den vorletzten Rang ab. Konkurrent TV Ispringen dagegen feierte in den letzten fünf Spielen drei Siege und zog mit diesem Endspurt vorbei. „Vielleicht haben wir uns im März schon zu sicher gefühlt“, sagt Tim Wagner selbstkritisch, „wenn man die ganze Zeit im Abstiegskampf steckt, ist man vielleicht eine Spur heißer.“
Fünf Niederlagen in Folge besiegeln Abstieg
Überprüfen lässt sich der Erklärungsansatz nicht, belegbar aber ist, dass die SpVgg mit Personalproblemen zu kämpfen hatte – gerade auf wichtigen Positionen. Rückraum-Spieler Thomas Fleig fehlte die gesamte Rückrunde verletzt, Kreisläufer Patrick Stein erlebte die Rückrunde ebenfalls nur als Zuschauer; er war erst wieder bei den letzten beiden Spielen im Team. „Das hat uns sicher geschwächt“, findet Tim Wagner, „aber ich behaupte, dass unser Kader grundsätzlich Landesliga-tauglich war.“
Nun geht es in der nächsten Saison wieder in der Bezirksoberliga ran, allerdings in völlig neuer Konstellation. Von Sommer an vereinigen sich die Handballer der SpVgg Renningen, des SV Magstadt und der SKV Rutesheim im Handball-Team Heckengäu. Die Kader aller Mannschaften (die zweite wird in der Bezirksliga antreten) werden sich kräftig durchmischen, dabei müssen sich die Renninger nicht auf einen neuen Trainer einstellen: Jakob Ulrich bleibt Coach und wird den Wiederaufstieg in Angriff nehmen.