Handball – Regionalliga Axel Steffens bleibt ein „Plochinger Junge“
Beim Handball-Regionalligisten TV Plochingen sind sie froh, dass Routinier Axel Steffens verlängert hat und das sehr junge Team führen wird.
Beim Handball-Regionalligisten TV Plochingen sind sie froh, dass Routinier Axel Steffens verlängert hat und das sehr junge Team führen wird.
Axel Steffens wohnt in Stuttgart. Und er sagt diesen Satz: „Es steht ‚Plochinger Jungs’ drauf. Jetzt stecken sie auch wieder drin.“ Was er damit meint: Die Vereinsführung des Handball-Regionalligisten TV Plochingen hat angesichts der vielen Abgänge nach dem Ende der vergangenen Saison aus der durchaus beträchtlichen Not eine Tugend gemacht und die Mannschaft verjüngt. Dabei setzt sie vor allem auf den eigenen Nachwuchs. Nebenbei soll damit die Bindung zum Publikum wieder gestärkt und der Vereins-Claim („Plochinger Jungs“) mit Leben gefüllt werden. Dennoch oder gerade deshalb sind die Plochinger froh, dass Steffens geblieben ist. Der 35-Jährige soll der Kopf des Teams werden.
„Es ist eine wichtige Personalie“, sagt der sportliche Leiter Reiner Hauff dazu, dass sich Steffens entschieden hat, seinen Vertrag zu verlängern. Und: „Für unsere junge Mannschaft ist es gut, wenn so ein alter Haudegen vorangeht. Er ist mehr als nur ein guter Handballer.“ Spieler wie Vereinsführung gehen offen damit um, dass sich Steffens das eine oder andere Angebot angehört hat, nachdem ein erfahrener Handballer nach dem anderen um Kapitän Felix Stahl seinen Abgang verkündet hatte und auch die Trainer Michael Stettner und Volker Haiser keine ausreichende Perspektive mehr gesehen und sich ebenfalls verabschiedet hatten. „Das war sein absolutes Recht“, erklärt Hauff.
Dass sich Steffens für den TVP entschied, hat mehrere Gründe – und eben auch mit dem Thema Perspektive zu tun. Zum einen betont der frühere Drittligaspieler, dass die vielen Abgänge nichts mit dem Verein oder der Stimmung im Team zu tun gehabt hätten: „Es war eher Zufall, dass da eins zum anderen kam.“ Zum anderen beobachtete er, wie die Führung um Hauff die Ärmel hochkrempelte. Es dauerte eine Weile, aber in Engelbert Eisenbeil wurde ein Trainer gefunden und nach und nach ein Team zusammengestellt, für das neben viel Talent in Dusan Ilijin (SG Helmbrechts/Münchberg) und Khaled Metwally (Pause) zwei erfahrene Kreisläufer und vor allem Innenblockspieler geholt wurden, die auch bei anderen Vereinen auf der Wunschliste standen.
Dazu kommt, dass sich Steffens beim TVP sofort wohl gefühlt hat, nachdem er kurz vor dem Beginn der vergangenen Saison vom TV Blaustein gekommen war. „Ich weiß, was ich in Plochingen habe, es ist ein toller Club“, sagt er, „ich erfahre eine große Wertschätzung vom Verein, vor allem aber von den jungen Spielern – so was ist wichtig.“
Und dann sagt der Spielmacher noch etwas, was einige erstaunen dürfte: „Der Kader ist super, da bewegt sich richtig was.“ Auch Neu-Coach Eisenbeil tue bislang „genau das Richtige“. Denn es ist noch nicht lange her, da schauten viele Beobachter der Szene mit sehr skeptischem Blick nach Plochingen und trauten dem Verein kaum zu, ein wettbewerbsfähiges Regionalligateam auf die Beine zu stellen. Steffens Bleiben ist ein wichtiger Mosaikstein und dürfte mit entsprechendem Wohlwollen aufgenommen werden.
Wie gut der neue TVP wirklich ist, muss sich freilich erst zeigen. „Das wird Zeit brauchen“, sagt Steffens, „man muss es abseits von den Ergebnissen sehen, es geht rein um die Entwicklung der Spieler.“ Auch Hauff rechnet nicht damit, dass das Team oben mitspielen wird. Für den Leader Steffens wird das alles durchaus eine Herausforderung – auf und neben dem Spielfeld. „Ich muss ganz schön Gas geben, denn die Jungen rennen wie die Hasen“, sagt er und lacht.
Der Routinier selbst nimmt sich und seine Rolle nicht so wichtig. Er ist eher ein stiller Schaffer als einer, den es ins Scheinwerferlicht drängt. Beim TVP aber sind sie sehr froh, dass der Stuttgarter Axel Steffens ein „Plochinger Junge“ bleibt.
Kader Tim Gübele, Sebastian Rica-Kovac, Luis Erhardt, Cedric Hauff, Philipp Pirner, Marvin Schmid, Finley Peters, Axel Steffens, Manuel Kopf, Marco Serrano, Denis Wilke, Fynn Scheurle, Niklas Priebe, Jan Hellmann, Dusan Ilijin, Khaled Metwally, Hendrik Kilast, Nick Euchenhofer.