Handball Verbandsliga Die Aufholjagd der TSF Ditzingen bleibt ohne Happy End

Nick Bohnen (im Foto im Spiel gegen die Spvgg Mössingen) war mit sechs Toren erfolgreichster Torjäger der TSF Ditzingen. Foto: Andreas Gorr

Die Handballer der TSF Ditzingen unterliegen in der Verbandsliga der HSG Böblingen/Sindelfingen 32:33 – zum Ausgleich in letzter Sekunde hat nicht viel gefehlt.

Die in blau gekleideten Gäste der HSG Böblingen/Sindelfingen versammelten sich zum Siegestänzchen im Kreis und stimmten das Lied vom Derbysieger an. Die TSF-Handballer hatten in den Schlusssekunden noch einmal am Punktgewinn geschnuppert, doch am Ende war der 33:32-Auswärtssieg des Tabellenvierten in der Sporthalle Glemsaue nicht unverdient.

 

„Die HSG wollte den Sieg vielleicht einen Tick mehr, und uns hat in der ein oder anderen Situation das Quäntchen Glück gefehlt“, meinte der Sportliche Leiter David Thomitzni, der den in Köln beim Final Four weilenden Trainer Dennis Zwicker vertrat.

Nur fünf Sekunde für den Abschluss

In einer über weite Strecken auf Augenhöhe geführten Partie schien sich die Waage in Richtung der HSG Böblingen/Sindelfingen zu neigen, als diese 3:30 Minuten vor Schluss per Tempogegenstoß 32:29 in Führung ging und Spielmacher Yannick Hüther von den Referees für zwei Minuten auf die Bank geschickt wurde. Doch Tim Steckroth und Florian Ruoff mit zwei Treffern bei nur einem Gegentor brachten die TSF 15 Sekunden vor Schluss auf 32:33 heran.

Tatsächlich kamen die Grün-Weißen dank einer offenen Manndeckung noch einmal in Ballbesitz und hatten nach einer Auszeit fünf Sekunden für einen letzten Abschluss. Diesen musste Yannik Ruffner allerdings aus wenig aussichtsreicher Position nehmen, sein Wurf war kein Problem für den über 60 Minuten stark haltenden HSG-Schlussmann Fabian Rothsching.

Spannung zum Fingernägel-Kauen: Der Sportliche Leiter David Thomitzni (li.) vertrat Cheftrainer Dennis Zwicker auf der Bank. Foto: Andreas Gorr

Zuvor war zwischen dem Tabellenvierten und den Ditzingern (Platz acht) über weite Strecken kein Leistungsunterschied zu erkennen. Bis zum 8:8 (13.) wechselte die Führung ständig, dann setzten sich die Grün-Weißen zweimal (10:8 und 12:10) auf zwei Tore ab, was die HSG jedoch beide Male kurzfristig zu egalisieren wusste. Höhere Führungen gelangen den Gastgebern nicht, weil einmal ein Heber von Florian Ruoff am Pfosten landete und ein Wurf von Yannik Ruffner an der Latte. Zudem parierte HSG-Torhüter Rothsching einige freie Würfe von den Außenpositionen. Seine Qualitäten deutete in dieser Phase der junge Robert Strkalj im TSF-Rückraum an, der Würfe aus zwölf Metern genau in den Winkel setzte. 

Nachdem die TSF kurz vor und nach der Pause eine doppelte Unterzahl ohne Gegentor überstanden hatten und Pascal Duck, der in der zweiten Hälfte ins Tor kam, gleich einen Siebenmeter der Gäste parierte, hatten die Hausherren die Chance auf eine erneute Führung mit mehr als einem Tor – sie scheiterten jedoch erneut am Pfosten und am HSG-Schlussmann. Die Gäste, die sich in der 51. Minute erstmals auf zwei Tore (26:24) absetzen konnten, verdankten den Sieg vor allem ihrem Rechtsaußen Florian Heinkele, der enorm abschlusssicher war und acht Treffer mit neun Versuchen erzielte.

„Positiv ist anzumerken, dass wir uns Chancen gut erarbeitet haben. Aber wir hatten wenige Ballgewinne in der Abwehr für Tempogegenstöße, und die HSG ist mit ihrem auf Durchbrüche angelegten Angriffsspiel zu oft durchgekommen“, analysierte Thomitzni. Vielleicht hätten angesichts des sicheren Klassenverbleibs auch die letzten fünf Prozent bei einigen Akteuren gefehlt. TSF Ditzingen: Biehl, Duck - Bohnen (6), Steckroth (5), Ruoff (5), Strkalj (4), Ruffner (4), Graykowski (3), Hüther (2), Kienle (1), Bartels (1), Tran (1), L. Heer, J. Heer.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Verbandsliga Böblingen Derby Leonberg