Lange hatte sich der Abstieg aus der Handball-Verbandsliga, Staffel II, angedeutet, nun ist er Gewissheit: Die HSG Schönbuch wird in der kommenden Saison eine Ebene tiefer antreten. Eine gute zweite Halbzeit reichte bei der TG Schömberg nicht, um die 23:29-Auswärtsniederlage zu verhindern.
„Wir wussten bereits zu Beginn der Runde, dass es nach dem großen personellen Umbruch sehr schwer werden würde“, bilanzierte Holger Breitenbacher, der zum ersten Mal in seiner Trainerlaufbahn den Klassenerhalt nicht schaffte. Der Biss in den sauren Apfel habe mehrere Ursachen, „unter dem Strich müssen wir aber zugeben, dass wir gegen die meisten Gegner chancenlos waren.“
Auch beim Tabellendritten war dies nun der Fall. Schon bald lag dieser vor 200 Zuschauern mit 6:3 vorn, während sich der Kontrahent beeindruckt von der Stimmung in der Halle zeigte. „Das war ein Hexenkessel, der Gegner hat uns überhaupt nichts geschenkt“, haderte Breitenbacher mit dem fehlenden Mut seiner Schützlinge. „Wir haben viel zu brav agiert und waren sowohl im Angriff als auch in der Abwehr nicht aggressiv genug.“ Die Einheimischen nutzten diese Unsicherheiten konsequent und schraubte den Spielstand bis zum Halbzeitpfiff auf 16:9 nach oben. „Ich bin in der Kabine deutlich lauter geworden“, versuchte der Coach seine Truppe wachzurütteln.
Die Ansprache schien zu wirken, denn die Gäste kämpften sich mit einem 4:1-Lauf wieder heran und verkürzten auf 19:14 durch einen Siebenmetertreffer von Leon Egenter. „Wir haben nach dem Wiederanpfiff in allen Belangen besser gespielt“, lobte Holger Breitenbacher. „Wir haben uns mehr getraut und ordentlich dagegengehalten.“ Dennoch kamen seine Schützlinge nicht heran. Max Baumann und Malte Gressler korrigierten den Endstand kurz vor Schluss noch auf 29:23 und sorgten dafür, dass immerhin die zweite Hälfte sogar gewonnen wurde.
„Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, dass wir unser Leistungsvermögen nur phasenweise abrufen“, resümierte Breitenbacher. „Diese Inkonstanz müssen wir unabhängig von der Klasse dringend abstellen und künftig mehr Widerstand leisten.“ Warum die Schönbucher dies zukünftig in der Landesliga machen müssen, wird von den Verantwortlichen in den kommenden Tagen genauer analysiert. Kurzfristig konnte der Übungsleiter dennoch festhalten: „Es lag zum einen an der fehlenden Erfahrung, zum anderen an der mangelnden Bereitschaft, das Bestmögliche herauszuholen. Wir werden unsere Lehren ziehen und in der neuen Spielzeit wieder voll angreifen.“
HSG Schönbuch: Koch, Sauer; Schmitt (6), Griesmeier (5), Egenter (4/davon 4 Siebenmeter), Zegledi (3), Baumann (2), Plott (2), Gressler (1), Chmel, Müller.