Der ehemalige Rennfahrer soll im großen Stil mit Luxusautos gehandelt haben. In Sindelfingen schlugen die Ermittler am vergangenen Donnerstag zu.
Der ehemalige deutsche Formel-1-Rennfahrer Adrian Sutil ist am Donnerstag, 27. November, in Sindelfingen festgenommen worden. Ihm wird nach übereinstimmenden Berichten in der „Bild“-Zeitung, „Auto, Motor und Sport“ sowie einschlägigen Motorsport-Portalen gemeinschaftlicher Betrug im besonders schweren Fall sowie gemeinschaftliche Unterschlagung vorgeworfen. Die Festnahme erfolgte im Rahmen einer groß angelegten Razzia, bei der Ermittler zeitgleich Objekte in Sindelfingen, Monaco und der Schweiz durchsuchten, heißt es.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte bisher lediglich, dass gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg mehrere Objekte durchsucht wurden, äußerte sich aber noch nicht zu den genauen Details der Vorwürfe. Laut „Bild“-Bericht und weiteren Medienberichten soll gegen Sutil bereits vor den Razzien ein Haftbefehl vorgelegen haben. Nach seiner Festnahme in Sindelfingen wurde Sutil dem Amtsgericht Stuttgart vorgeführt, wo ein Richter den Haftbefehl in Vollzug setzte. Der 42-jährige Ex-Pilot befindet sich seither in Untersuchungshaft.
Beim Handel mit Luxusautos betrogen?
Die Ermittlerkreise sprechen von einem Verdacht „des gemeinschaftlichen Betrugs im besonders schweren Fall und der gemeinschaftlichen Unterschlagung“. Es wird vermutet, dass Sutil in den vergangenen Jahren in der Schweiz und in Monte Carlo mit Luxusautos gehandelt hat, wobei die Rechtmäßigkeit dieser Geschäfte nun Gegenstand der Ermittlungen ist.
Für Adrian Sutil ist dies nicht der erste Konflikt mit dem Gesetz. Im Jahr 2012 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem er am Rande des China-Grand-Prix 2011 den damaligen Lotus-Teambesitzer Eric Lux mit einem abgebrochenen Champagnerglas am Hals verletzt hatte.
Adrian Sutil bestritt zwischen 2007 und 2014 insgesamt 128 Formel-1-Rennen für die Teams Spyker, Force India und Sauber. Er ist zudem der Formel-1-Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Starts ohne Podiumsplatzierung. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2014 wurde es weitgehend ruhig um den Wahlschweizer, bis zu den aktuellen Meldungen über seine Verhaftung.