Haus Ahorn in Beilstein Kauft Stadt leeres Altenheim von 170 Eigentümern?
Was wird aus dem Haus Ahorn? Das inzwischen geräumte Altenheim inmitten Beilsteins (Kreis Heilbronn) könnte in absehbarer Zeit der Stadt gehören.
Was wird aus dem Haus Ahorn? Das inzwischen geräumte Altenheim inmitten Beilsteins (Kreis Heilbronn) könnte in absehbarer Zeit der Stadt gehören.
Die Nachricht von der Schließung des Altenheims Haus Ahorn in Beilstein sorgte im Oktober vorigen Jahres für viel Wirbel. Inzwischen sind alle Wohnungen geräumt. Die Zukunft des leer stehenden Gebäudes in zentraler Lage ist aber noch ungeklärt. Licht ins Dunkel könnte der Erwerb durch die Stadt bringen. Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld hofft, dass der Gemeinderat mitzieht.
Das Aus für das Seniorenheim nach rund 30 Jahren schmerzte. Das Gebäude entsprach nicht mehr den Vorgaben der Landesheimbauverordnung. Ende März verloren etwa 70 Bewohner endgültig ihre Wohnstätte. Den circa 80 Mitarbeitern war zuvor schon von der gemeinnützigen Wohnintern gGmbH gekündigt worden.
Wenn nicht als Altenheim, wie kann das Haus dann weiter genutzt werden? Diese Frage dürften sich nicht zuletzt die rund 80 Eigentumsparteien mit insgesamt rund 170 im Grundbuch eingetragenen Personen stellen. Ihnen fehlen nun Mieten bei gleichzeitig laufenden Betriebskosten. Eine Lösung aus einem Guss für alle Eigentümer kann sich die Beilsteiner Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld vorstellen. „Das Objekt ist für uns eine Riesenchance, und wir wollen es erwerben.“
Das endgültige Ja muss der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung geben. Das Plazet kann das Ortsgremium aber nur gewähren, wenn es um den baulichen Zustand von Haus Ahorn weiß. Eine Sanierung von Wasserleitungen im laufenden Betrieb des Altenheims zum Beispiel hatte die Wohnintern-Geschäftsführerin Andrea Stoll als nicht praktikabel bezeichnet. Die von Wohnintern genannten Kosten von etwa sechs Millionen Euro für eine Komplettsanierung müssten laut Barbara Schoenfeld erst noch durch ein Gutachten verifiziert werden.
Um einen Fuß in die Tür zu bekommen und ein Gutachten erstellen zu können, plant die Beilsteiner Stadtverwaltung, zunächst eine der Wohnungen zu erwerben. Darüber entscheidet der Gemeinderat am kommenden Dienstag in seiner Sitzung. Der erste Schritt soll langfristig zu einem Begegnungszentrum führen. Das Haus Ahorn liegt zentral und ganz in der Nähe des Schulzentrums. „Unsere kommunale Infrastruktur könnte nachhaltig gestärkt werden“, informiert Schoenfeld die Räte im Vorfeld schriftlich.
Als mögliche Einzelprojekte in einem solchen Zentrum führt die Bürgermeisterin die Schülerbetreuung, Kindertagesstätten-Gruppen, einen Mensabetrieb sowie Räume für Bürger und Vereine auf. Das könne dem Sport, der Kultur und der Beratung dienen. „Ich finde es immer gut, wenn ältere Menschen und Kinder sich begegnen“, sagt die Bürgermeisterin. Ein Haus in dieser Lage könnte diesen Zweck erfüllen.
Ob das bestehende Gebäude zumindest in Teilen tauglich ist oder gar abgerissen werden muss, werde letztlich aus dem Gutachten hervorgehen, so Schoenfeld. Bleibt die Frage, ob sich die Langhansstadt ein solches Projekt leisten kann. „Die Finanzierbarkeit ist regelbar“, versichert die Rathauschefin mit Verweis auf den frisch genehmigten Haushalt 2025.
An Geld kommen kann die Stadt auch, indem sie ihre verstreut liegenden Gebäude und Grundstücke verkauft. Die Kommune müsste sie nicht mehr teuer unterhalten und könnte das Eigentum im neuen Objekt zentralisieren. Das wäre ganz nach dem Geschmack von Barbara Schoenfeld: „Die Gestaltungsmöglichkeiten in einer so wichtigen zentralen Lage sollten wir als Stadt in der Hand behalten.“