Haus des Tourismus in Stuttgart Die Trautwein-Brüder eröffnen das Lokal Knitz am Marktplatz

Die Brüder Maximilian (links) und Ferdinand Trautwein übernehmen die Gastronomie im neuen Haus des Tourismus am Marktplatz. Foto: Julia Schramm

Die Gastronomie im neuen Haus des Tourismus ist sehr begehrt. Jetzt steht fest, wer sie bekommt: Die Trautwein-Brüder von der Möhringer Linde eröffnen im Spätsommer 2024 am Stuttgarter Marktplatz ein schwäbisches Lokal mit dem Namen Knitz.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Laut Duden wird das Wort „Knitz“ im Süddeutschen verwendet und bedeutet: „Auf liebenswerte Weise raffiniert, schlau, gewitzt.“ Der Großvater des Gastronomen Maximilian Trautwein liebte dieses Wort, weil es so schön und lobend ausdrücke, „wie mir Schwoba send“. Seit über 70 Jahren gibt es in den „Stuttgarter Nachrichten“ eine Kolumne unter dem Namen KNITZ, die aktuell Tom Hörner als sechster Autor schreibt. Die fünf Buchstaben sollen vom Spätsommer 2024 an auch für kulinarische Qualität stehen.

 

Die Trautwein-Brüder, die das Rennen um die begehrte Gastronomie im Haus des Tourismus in Stuttgart gemacht haben, werden das neue Lokal, das zusätzlich zum Gastraum im Inneren über eine Außen- und eine Dachterrasse verfügt, Knitz nennen. Damit wollen sie anzeigen, dass ihre schwäbische Küche über „einen besonderen Pfiff“ verfügt. Die klassischen Gerichte der Region, sagt der Linde-Wirt, sollen „raffiniert, schlau und gewitzt“ eine moderne Note erhalten.

Am Donnerstag soll der Vertrag unterschrieben werden

Maximilian Trautwein, bekannt auch vom Weindorf, hat unserer Redaktion mitgeteilt, dass er am Donnerstag mit seinem Bruder Ferdinand Trautwein bei Stuttgart-Marketing den Gastro-Vertrag für das Haus des Tourismus unterschreibt, das im ehemaligen Breitling-Gebäude entsteht. Die geplante Eröffnung zur Fußball-Europameisterschaft im Juni kommenden Jahres klappt nicht. Wohl im Spätsommer 2024 wird der neue große i-Punkt auf dem Marktplatz eröffnet – und dann auch der Knitz.

Die Trautwein-Brüder werden die Linde in Möhringen fortführen und weiterhin mit ihrem vom Vater gegründeten Familienunternehmen für Catering bereitstehen. In ihrer Produktionsküche in Plieningen werden unter anderem Maultaschen hausgemacht, die es in vielfältiger Form künftig auch im Lokal Knitz geben wird.

„Das Wort Knitz funktioniert auch international“, sagt Maximilian Trautwein, „es ist kurz und kann leicht ausgesprochen werden.“ Internationale Gäste werden schließlich im Haus des Tourismus erwartet, die mit dem Namen erfahren sollen, dass es den Wirt um Regionalität geht. Auf der Weinkarte sind deshalb auch keine italienischen oder französischen Weine – im Land gebe es schließlich auch eine sehr hohe Qualität.

Im Inneren wird es beim Knitz 50 bis 60 Plätze geben, außen auf dem Marktplatz etwa 80, hinzu kommen auf der Dachterrasse des vierten Stocks noch einmal 40 Plätze. Der Knitz soll also auch zur coolen Rooftop-Bar werden, von der man über die Dächer der Stadt schauen kann. „Im Winter bieten wir dort Glühwein an“, sagt Trautwein, „und man schaut auf die Weihnachtmarktlauben hinab.“

Suche des Pächters über ein „Interessenbekundungsverfahren“

Armin Dellnitz, der Geschäftsführer von Stuttgart Marketing, freut sich über die Entscheidung: „Die Brüder Trautwein überzeugten einerseits ganz persönlich, ebenso mit ihren zahlreichen hervorragenden Referenzen innerhalb der Region sowie einem regionalen, innovativen Angebot an künftigen Speisen und Getränken am Marktplatz.“

Zum Vorwurf, der in Gastrokreisen zu hören ist, man habe die Pacht nicht ausgeschrieben, erklärt Dellnitz: Im Herbst vergangenen Jahres habe es ein „Interessenbekundungsverfahren“ gegeben. Auf diese Weise geht also ein Betrieb vor, der zur Stadt gehört. Das Land handhabt dies anders: Für das Grand Café Planie hat das Finanzministerium über eine Zeitungsanzeige die Pacht offiziell ausgeschrieben. Ein „Interessenbekundungsverfahren“ ist bei Behörden ein „weniger streng formalisierter Teilnahmewettbewerb, das der Aufforderung zur Angebotsabgabe vorgeschaltet ist“.

Knitz ist für alle da

Anfang des Jahres, berichtet Armin Dellnitz, habe sich der Aufsichtsrat der Stuttgart-Marketing GmbH aus mehreren Gastronomen, die sich beworben hatten, für die Trautweins entschieden. „Sie haben mit einem Gesamtkonzept überzeugt, das mit unseren Erwartungen weitestgehend übereinstimmte“, erklärt der Geschäftsführer des i-Punkts. Wichtig sei ihm, dass die Gastronomie bei ihm „eine Ergänzung zu bestehenden Wettbewerbern“ darstellt und sich von den Angeboten der Nachbarn abhebt. Durch die verschiedenen Gastroflächen im Haus des Tourismus könne man „mehrere Zielgruppen und Generationen“ ansprechen. Merke: Knitz ist für alle da – natürlich raffiniert, schlau und gewitzt.

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