Haushalt in Aidlingen Kreditaufnahme von drei Millionen Euro geplant
Die Aidlinger Verwaltung bringt den Haushalt 2026 ein. Das größte Projekt im nächsten und übernächsten Jahr ist mit 4,5 Millionen Euro der Neubau des Dachteler Kindergartens.
Die Aidlinger Verwaltung bringt den Haushalt 2026 ein. Das größte Projekt im nächsten und übernächsten Jahr ist mit 4,5 Millionen Euro der Neubau des Dachteler Kindergartens.
Die Einbringung des Haushaltes 2026 und die Anträge der Fraktionen dazu standen besonders im Blickpunkt bei der Sitzung des Aidlinger Gemeinderats am Donnerstagabend. Erträgen von rund 29 Millionen Euro stehen knapp 700 000 Euro höhere Aufwendungen gegenüber. Außerdem ist eine Kreditaufnahme von drei Millionen Euro geplant. „Wir sind weiterhin voll handlungsfähig“, führte Bürgermeisterin Helena Österle aus, die Gemeinde habe ihre zentralen Investitionen fest im Blick.
Kämmerin Michelle Lang ging ins Detail. Insgesamt erhöhen sich die ordentlichen Erträge im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 auf rund 29 Millionen Euro. Faktor hierfür ist in erster Linie der um 1,1 Millionen Euro höhere Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Aber auch die Schlüsselzuweisungen vom Land sind um 465 200 Euro angewachsen, ebenso wie die Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke vom Land (plus 252 400 Euro). „Der hohe Anstieg ist dadurch zu erklären, dass der Ansatz im Jahr 2025 zu defensiv geplant war“, führte die Aidlinger Kämmerin zudem aus.
Demgegenüber erhöhen sich auch die ordentlichen Aufwendungen um zwei Millionen auf rund 29,8 Mio. Euro. Hauptkostentreiber hierbei sind um 1,1 Millionen Euro höhere Personalkosten, bedingt auch durch die Tarifsteigerung des öffentlichen Dienstes. Zudem erreicht die weiter gestiegene Kreisumlage mittlerweile in etwa das Niveau wie die Personalaufwendungen. Dies ergibt eine „Verschlechterung“ des ordentlichen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr von rund 180 000 Euro, fasste Michelle Lang zusammen. Dennoch bleibt unter dem Strich ein Zahlungsmittelüberschuss im Ergebnishaushalt von 153 500 Euro, während in der ebenfalls vorgestellten mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre ab 2027 jeweils ein negatives Ergebnis im niedrigen siebenstelligen Bereich vorgesehen ist.
Mit Abstand größtes Investitionsprojekt im Finanzhaushalt 2026 und 2027 ist mit allein 4,5 Millionen Euro der Neubau des Dachteler Kindergartens „Unterm Wäldle“, für den in der gleichen Sitzung ein erstes Ausschreibungspaket für den Rohbau im Umfang von knapp zwei Millionen Euro vergeben wurde. Als weitere dicke Brocken kommen die Dachsanierung der Buchhaldenhalle für 1,8 Millionen Euro und die Sanierung der Sonnenbergstraße für 750 000 Euro hinzu. Für den im kommenden Jahr insgesamt veranschlagten Finanzierungsmittelbedarf aus Investitionstätigkeit in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro setzt die Gemeinde Aidlingen 3,3 Millionen Euro liquide Eigenmittel ein und nimmt Kredite in Höhe von drei Millionen Euro auf. Etwas Erleichterung für die kommunalen Finanzen könnten 6,125 Millionen aus dem Sondervermögen vom Land bringen. „Verteilt auf zwölf Jahre“, mussten Bürgermeisterin und Kämmerin allerdings etwas Wasser in den Wein gießen.
Kaum Spielraum blieb eigentlich auch für kostenintensive Haushaltsanträge, die zumindest von der größten Fraktion deshalb auch ausblieben. „Wir sehen keine Möglichkeit zur Gegenfinanzierung“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Rott. Anders Freie Wähler, Freie, FDP, Grüne und Ortschaftsrat Deufringen, die in einer von halb sieben bis fast Mitternacht dauernden Mammutsitzung Dauerbrenner wie die Erweiterung des Gewerbegebietes, Parkraumkonzepte oder Fahrradwege mit ellenlanger Aussprache und hitzigen Diskussionen aufs Tapet brachten, die im eingebrachten Haushalt ohnehin schon zum großen Teil berücksichtigt sind.