Der Superblock an der Augustenstraße in Stuttgart war ein Versuch. Wie es weitergeht, wird sich womöglich schon bald herausstellen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Über die Zukunft des Superblocks an der Augustenstraße in Stuttgart soll Anfang 2026 beraten werden. Findet ein Sparvorschlag der Stadt Mehrheiten, würde das Aus aber vorweggenommen.
Kommt das endgültige Aus von Superblocks in Stuttgart durch die Hintertür – und das früher als gedacht? Wer sich die Streichliste der städtischen Ämter ansieht, könnte zu diesem Ergebnis kommen. Das Tiefbauamt schlägt vor, im Rahmen der angespannten Finanzlage in Stuttgart die insgesamt zwei Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027 einzusparen.
Der Verkehrsversuch an der Augustenstraße im Stuttgarter Westen – umgesetzt wurde eine Verkehrsberuhigung – ist offiziell beendet; eine Entscheidung, wie es nächstes Jahr weitergeht, soll laut Stadt im ersten Quartal 2026 fallen. Nun sieht es so aus, als könnte sie bereits indirekt mit dem Etat-Beschluss im Dezember vorweggenommen werden.
Bürgerrat Klima wollte weitere Superblocks für Stuttgart
„Der Bürgerrat Klima hat weitere Superblocks im Stadtgebiet Stuttgart empfohlen“, erklärt Oliver Hillinger, ein Sprecher der Stadt. „Zur Umsetzung neuer Standorte wurden im letzten Doppelhaushalt finanzielle Mittel bereitgestellt.“ Nur ist bis dato nichts weiter geschehen. Im Juli sei die Potenzialanalyse im Rahmen einer Gemeinderatssitzung zurückgestellt worden, so Hillinger.
Es wurde viel gestritten in Stuttgart um den Superblock an der Augustenstraße im Westen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Dass die finanziellen Mittel dafür nun für die beiden Folgejahre gestrichen werden soll, klingt eher nicht nach Umsetzung. Allerdings hält Hillinger fest: Über den Superblock an der Augustenstraße werde „voraussichtlich im ersten Quartal 2026“ im Gemeinderat gesprochen.
Allerdings: Würden die zwei Millionen Euro im Zuge der Haushaltsberatungen eingespart, „wäre aus Sicht der beteiligten Ämter eine mögliche bauliche Umsetzung der Augustenstraße und auch die Umsetzung weiterer Standorte nicht möglich“, so Hillinger. Denkbar wäre allenfalls eine „projektbezogene Finanzierung“.
Was derweil vor Kurzem beschlossen wurde: ein neues Förderprogramm, mit dem sich Anwohner in Stuttgart quasi selbst eine Art Superblock gestalten können. Bis zu 25.000 Euro an Materialkosten können gefördert werden, wenn man seine Straße umgestaltet. Für kleinere Projekte gibt es bis zu 10.000 Euro.