War Jesus also von Geburt an reich? Zu diesem Schluss kommt zumindest der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, der sich den Spaß erlaubt hat, die möglichen Werte der Königsgaben zu bestimmen. Am einfachsten geht das beim Gold. So ist überliefert, dass der Monatslohn eines Legionärs in der römischen Armee zur Regierungszeit von Kaiser Augustus eine Goldmünze (Aureus) betrug.
5000 Goldmünzen in der Truhe
Aber wie viel Gold hatten die Heiligen Drei Könige im Gepäck? Eine Münze? Ein Säckchen voll? Oder eine kleine Truhe, so wie sie viele Königs-Krippenfiguren in den Händen halten? Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hat sich für eine solche Truhe entschieden und ausgerechnet, dass da wohl mindestens 5000 Aurei hineingepasst hätten. Was ein Vermögen von über 400 Jahreseinkommen bedeutet hätte. Beim heutigen Marktpreis von Gold, der deutlich unter dem der damaligen Zeit liegt, käme man immer noch auf die Summe von rund 240 000 Euro.
Wurde das Kind mit Millionenwerten beschenkt?
Anders als Gold klingen Weihrauch und Myrrhe nicht besonders wertvoll – handelt es sich dabei lediglich um getrocknete Baumharze. Zur Zeit Jesu waren sie jedoch schwer zu bekommen und als Heilmittel gefragt. Das machte sie ähnlich wertvoll wie Gold. Nimmt man also die Geschenke von Caspar, Melchior und Balthasar zusammen, könnte es durchaus ein Millionenbetrag gewesen sein, mit dem das Kind in der Krippe beschenkt wurde.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Der dritte Mann an der Jesuskrippe
Vielleicht waren die Gefäße, in welchen die Könige ihre Gaben verpackt haben sollen, aber auch bloß gut gepolsterte Mogelpackungen, in denen sich nur eine Goldmünze und zwei kleine Harzklümpchen verbargen? Einerlei, sagen Theologen. Bei den Geschenken gehe es ohnehin vor allem um die sinnbildliche Bedeutung. Demnach steht Gold für die Königswürde, Weihrauch für die Gottheit und Myrrhe für den vorbestimmten Tod.
An Bedeutung verloren haben die Mitbringsel der Sterndeuter bis heute nicht. Gold ist wegen seiner Farbe, seiner Formbarkeit und Langlebigkeit ein vielfältig einsetzbarer Rohstoff, nicht nur für Schmuck. Unentbehrlich für viele Industriezweige wie die Zahnmedizin (als Füllung), die Pharmabranche (gegen Rheuma und Arthrose), die Medizintechnik (wegen seiner antibakteriellen Eigenschaft) oder in der Autoindustrie (als elektrische Leiter).
Lesen Sie aus unserem Angebot: Oman – Wüste, Wind und Weihrauch
Zudem gilt Gold als eine Geldanlage, wenn auch eine, die starken Schwankungen unterworfen ist. Im Sommer 2020 erreichte der Goldpreis neue Rekorde. Der Preis je Feinunze Gold (31,1 Gramm) stieg zwischenzeitlich auf rund 1750 Euro, derzeit sind es immer noch 1580 Euro. Ob man im Falle eines Falles aber heute tatsächlich noch irgendwo mit seinem Goldbarren bezahlen könnte, ist mehr als fraglich. Weshalb Finanzexperten und Verbraucherschützer davon abraten, mehr als zehn Prozent seines Vermögens in Gold anzulegen.
Geld verdienen lässt sich bis heute mit Weihrauch
Geld verdienen lässt sich bis heute mit Weihrauch. Das getrocknete Baumharz enthält ätherische Öle und Säuren, die schon lange in der ayurvedischen Medizin eingesetzt werden. Sie sollen Entzündungen lindern, desinfizierend wirken und auch bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma helfen. „Häufig wird Weihrauch inzwischen auch in Kosmetika angeboten“, sagt Katina Lindmayer von der Landesapothekenkammer Baden-Württemberg.
Lesen Sie aus dem Plus-Angebot: Gold als Stabilitätsanker fürs Depot
Weihrauch stammt meist aus Äthiopien, Somalia, Indien oder dem Oman und wird dort in der heißesten Jahreszeit geerntet. Ritzt man dann die Rinde des Weihrauchbaums auf, erhärtet der austretende Balsam an der Luft zu Harz. Der Marktpreis liegt heute bei rund 130 Euro pro Kilo.
Myrrhe hilft gegen Entzündungen
Günstiger ist eine der ältesten Heilpflanzen der Welt zu haben: Das Gummiharz Myrrhe gibt es schon ab 70 Euro das Kilo. „Myrrhe wird traditionell als Tinktur bei Entzündungen in Mund und Rachen verwendet und ist in entsprechenden Produkten enthalten“, sagt Lindmayer.
Aber auch in Parfüms und Deos findet sich die holzig-süßlich riechende Myrrhe, weil sie andere Düfte fixiert. Deshalb haben sich die Frauen aus dem Orient schon früher ihre Achselhöhlen mit dem Harz eingeschmiert. Kosmetika und Schmuck zählen zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken der Deutschen. Was zeigt: Die Heiligen Drei Könige haben vor mehr als 2000 Jahren zeitlos gute Geschenke gewählt.