Historisches Volksfest Stuttgart wird trister und düsterer

Die Glanzlichter bleiben aus: Stuttgart wird dunkler. Foto: Lichtgut

Es wird gespart: Vornehmlich an allem, was den Menschen Spaß macht. Das kann auf Dauer keine Strategie sein, findet unser Redakteur Frank Rothfuß.

Die Lage ist ernst. So ernst, dass sogar Stuttgarts OB Frank Nopper willens ist, ein Volksfest zu streichen. Und das als ausgewiesener Freund volkstümlicher Vergnügen.

 

Der Tourismus in Stuttgart lebt von Veranstaltungen

Historisches Volksfest, Glanzlichter, Silvesterparty werden gestrichen, Sporthallen nicht gebaut, Kulturelles eingespart. Sinkende Gewerbesteuer, erdrückende Sozialausgaben, Vorgaben des Bundes lassen Stadträten und Verwaltung wenig Spielraum; man kann Gebühren erhöhen. Und das streichen, was man freiwillig zahlt. Also das, was den Bürgern Freude bereitet. Was die Stadt lebenswert macht. Und anziehend. Tourismus und Hotels in Stuttgart leben von Veranstaltungen.

Zudem leidet die Innenstadt ohnehin unter dem Sterben des Einzelhandels, die Zeiten sind lange schon vorbei, als man zum Schaufensterbummel in die Stadt kam. Es braucht Events – also Angebote, um sich vom Sofa hochzuwuchten und um draußen einzukaufen und Essen zu gehen. Mehr Veranstaltungen bedeuten mehr Menschen in der Stadt, mehr Einnahmen für Gastronomie, Handel, Nahverkehr, Kino, Theater, eine lebenswertere, sicherere und attraktivere Stadt. Jeder Tagestourist gibt rund 40 Euro in Stuttgart aus.

Nehmen wir mal das Historische Volksfest: 600 000 Besucher mal 40 Euro macht 24 Millionen Euro, die bei Schaustellern, Gastronomen, Hoteliers, Taxifahrern landen. Und letztlich im Steuersäckel. Bei einer Million Euro städtischem Geld für die Organisation. Ohne Investition kein Ertrag. Daran sollte man denken, wenn man an der Freude spart. Es könnte sein, dass man am falschen Ende spart.

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