Hochwasserschutz in Herrenberg Amphibien werden vor Baggern geschützt
Herrenberg baut ein Rückhaltebecken am Erzlochgraben. Einen halben Meter hohe Zäune sollen Erdkröten und Bergmolche von der Baustelle fernhalten.
Herrenberg baut ein Rückhaltebecken am Erzlochgraben. Einen halben Meter hohe Zäune sollen Erdkröten und Bergmolche von der Baustelle fernhalten.
Ein Rückhaltebecken am Erzlochgraben soll den Hochwasserschutz in Herrenberg verstärken. Beim Bau hat die Stadt auch den Artenschutz im Blick. So sind Anfang des Jahres im Umfeld des geplanten Beckens bereits Hecken entfernt und Maßnahmen zum Reptilienschutz umgesetzt worden.
In einem nächsten Schritt sollen nun Vorkehrungen für den Schutz von Amphibien getroffen werden. Der zeitweise wasserführende Erzlochgraben weise zwar keine Laichgewässer auf, erklärt die Stadtverwaltung, dennoch seien Lebensräume von Erdkröte und Bergmolch vorhanden. Neben der streng geschützten Zauneidechse waren diese Arten im Genehmigungsverfahren festgestellt worden. Die Bergmolche etwa wurden nahe des Baufelds in einem benachbarten Gartenteich entdeckt.
Zum Schutz der Amphibien sollen nun in nächster Zeit Zäune aufgestellt werden, welche die Tiere von der späteren Baustelle fernhalten sollen. Dabei handele es sich um schwarze Zäune, die circa einen halben Meter aus dem Boden herausragen sollen. Es werde darauf geachtet, dass die Grundstücke in dem Gebiet zur Bewirtschaftbarkeit befahrbar bleiben.
Ein Nebeneffekt der Zäune bestehe darin, dass auch die dahinter liegenden Wiesen oder Streuobstbäume vor einer Befahrung durch Baumaschinen geschützt seien, teilt das Rathaus mit. Wenn der Hochwasserrückhaltedamm fertig gebaut sei, würden die Schutzzäune wieder abgebaut.
Alle Maßnahmen werden durch ein von der Stadtverwaltung beauftragtes Fachbüro und einen Biologen begleitet und mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Sollten im späteren Baufeld bei den laufenden Kontrollen dennoch einzelne Amphibien gefunden werden, werden diese in einen Tümpel umgesiedelt, der nun eigens dafür im Süden des Plangebiets am Erzlochgraben angelegt wird. Alle Maßnahmen erfolgten vor Baubeginn, sodass zum einen die Tiere von der Baustelle ferngehalten oder einzelne Tiere bei Bedarf in die neuen Lebensräume umgesiedelt werden könnten.