Eberspächer soll laut Gewerkschaft harte Einschnitte bei den Beschäftigten einfordern. Foto: Roberto Bulgrin/bulgrin
Laut der Gewerkschaft IG Metall seien beim Esslinger Unternehmen Eberspächer harte Einschnitte geplant. Um einen Stellenabbau zu vermeiden, fordere die Geschäftsführung weitreichende Beiträge der Beschäftigten. Das Unternehmen äußert sich dazu in einem Statement.
Simone Weiß
17.01.2025 - 13:23 Uhr
Beschäftigte der Eberspächer Gruppe in Esslingen sollen auf Entgelt verzichten, um ihre Jobs zu erhalten, teilt die IG Metall mit. Sie spricht von „drastischen Maßnahmen zur Personalkostensenkung“. Es würden flächentarifvertragliche Regelungen in Frage gestellt. Diese Maßnahmen seien gegenüber dem Betriebsrat und der IG Metall Esslingen kommuniziert worden.
Eberspächer bestätigt in einem Statement, dass es dieses Gespräch zwischen der IG Metall Esslingen und dem Betriebsrat gegeben habe. Thema sei die gemeinsame Gestaltung der Zukunft des Standortes Esslingen gewesen. Zu weiteren Inhalten der Gespräche äußert sich das Unternehmen nicht. Auch Eberspächer müsse sich einem veränderten Marktumfeld stellen. Das sei zudem zuletzt in einem Interview der Geschäftsführung von Eberspächer geäußert worden.
Eberspächer schweigt zum Vorwurf der IG Metall
Jörg Steins (links) und Martin Peters sind die Chefs von Eberspächer. Foto: Roberto Bulgrin
Der Automobilzulieferer sei seit 1948 und damit seit vielen Jahren Tarifpartner, und daher sei es ihm als Arbeitgeber wichtig, „dass gemeinsam Wege gefunden werden und notwendige Einsparungen nicht über Personalabbau realisiert werden“, teilt die Pressesprecherin Anja Kaufer mit. Weitere Angaben zu der Medieninfo der IG Metall macht Eberspächer nicht.
Die Gewerkschaft aber teilt weiter mit, dass das Unternehmen auch an anderen Standorten eine „radikale Unternehmenspolitik“ verfolge. Die Firma in Herxheim bei Landau mit rund 200 Beschäftigten solle trotz Standorttarifvertrag geschlossen werden. Ebenso das Werk in in Hermsdorf in Thüringen mit rund 120 Beschäftigten. Als ein Grund für die Maßnahmen sei der Gewerkschaft der „anhaltende Veränderungsdruck in der Automobilindustrie“ genannt worden. Auch der bestehende Sanierungsplan gegenüber den Banken sei verantwortlich dafür, dass die Geschäftsleitung harte Einschnitte bei den Beschäftigten einfordere, heißt es von Seiten der IG Metall.
Gewerkschaft: „Beschämendes Gesamtbild der Eberspächer-Gruppe“
Die Gewerkschaft spricht von einem „beschämenden Gesamtbild der Eberspächer-Gruppe“, in das sich das aktuelle Vorgehen nahtlos einreihe. Schon in der Vergangenheit habe die Unternehmensführung die berechtigten Interessen der Beschäftigten in keinem anständigen Maße berücksichtigt. Es sei „ein Verhalten, das an Respektlosigkeit kaum zu überbieten ist“.
Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen zudem Versäumnisse in der Zusammenarbeit mit der IG Metall vor. Der Betriebsratsvorsitzende Fatih Demirkol zeigte sich empört: „Seit Jahren drängen wir auf allen Ebenen, die uns als Arbeitnehmervertretung zur Verfügung stehen, auf einen gemeinsamen und verbindlichen Prozess zur Sicherung der Arbeitsplätze hier in Esslingen. Nun setzt man uns mit dieser Forderung die Pistole auf die Brust – und das von heute auf morgen.“
Alessandro Lieb, der erste Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen, stellt fest, dass diese Vorgehensweise von Eberspächer ihresgleichen suche.