Stuttgarts Wohnungs- und Städtebaugesellschaft hat aus einem Bau nahe des Milaneo ein Zuhause für Mieter gemacht – und plant weitere Umnutzungen. Wir wissen, wie es weitergeht.

Bauen/Wohnen/Architektur : Nicole Golombek (golo)

Es war ein aufwändiges Projekt, das drei Jahre lang gedauert hat. Es hat sich aber gelohnt – gestalterisch und fürs Renommée: Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) hat das ehemalige Bettenhaus des Stuttgarter Bürgerhospitals in ein Wohnhaus umgebaut.

 

Der strahlend weiße Gebäuderiegel, der nahe der Heilbronner Straße steht, erhielt jüngst vom Verband Immobilienwirtschaft Stuttgart (IWS) für die Umnutzung des ehemaligen Bettenhauses des Bürgerhospitals in Stuttgart-Nord den IWS-Award in der Kategorie Wohnen. Jüngst gab es schon beim Deutschen Städtebaupreis in der Kategorie Sonderpreis „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“ eine besondere Belobigung.

Ein weiteres Umbau-Projekt ist in Stuttgart in Planung

„Der Umbau verbindet kulturelles Erbe mit sozialem Anspruch und ökologischer Verantwortung – ein glänzendes Beispiel moderner Stadtentwicklung“, begründet die Jury des IWS-Awards die neuerliche Auszeichnung.

Blick von einer der Dachterrassen auf Stuttgart. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Mit dem 2024 fertiggestellten Projekt wird bezahlbarer Wohnraum – 136 Wohnungen, vornehmlich öffentlich gefördert – mitten in der Stadt geschaffen. Darüber hinaus entstanden eine Kita, ein Familienzentrum und ein Bürgergarten. Umbau statt Abriss und Neubau ist zudem hinsichtlich nachhaltiger Stadtentwicklung und ressourcenschonendem Bauen vorbildlich.

Das Bettenhaus bildet den Auftakt für ein neues Quartier in zentrumsnaher Lage, das künftig rund 650 Wohnungen, Gewerbeeinheiten, weitere Kitas sowie Raum für Werkstätten und nachbarschaftliche Treffpunkte bieten soll.

Eine Stuttgarter Schule wird zum Wohnhaus

Samir M. Sidgi, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWSG plant weitere Umbauprojekte in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

„Die Prämierung bestätigt unseren Ansatz, kreativ nachhaltige und bezahlbare Wohnungen in Stuttgart zu schaffen“, sagt Samir M. Sidgi, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWSG. „Mit der Umnutzung des ehemaligen Bettenhauses setzen wir ein Zeichen für verantwortungsvolle Stadtentwicklung, bezahlbares Wohnen und den nachhaltigen Umgang mit bestehenden Ressourcen.“

Dieses gute Beispiel macht Schule, auch im Wortsinn: „In der Werastraße nutzen wir ein ehemaliges Schulgebäude in Wohnraum um“, sagt die SWSG-Sprecherin Saskia Bodemer-Stachelski auf Anfrage unserer Zeitung. Dort entstehen bis voraussichtlich 2027 13 öffentlich geförderte Wohnungen. Das Gebäude in der Werastraße wurde in der Vergangenheit als Außenstelle des Zeppelin-Gymnasiums genutzt.

Info

Der Preis
Der Verband Immobilienwirtschaft Stuttgart (IWS) verlieh den Preis 2025 bereits zum zehnten Mal. Bereits bei der letzten Verleihung wurde das Energie-Plus-Quartier der SWSG am Prießnitzweg in Stuttgart-Bad Cannstatt ausgezeichnet.