In Stuttgart und Neu-Ulm Wie die Betriebsratswahlen bei Daimler Truck liefen
Die Ergebnisse der Betriebsratswahlen bei Daimler Truck liegen vor. Wer am Standort Stuttgart gewonnen und verloren hat – und was an der Wahl in Neu-Ulm besonders ist.
Die Ergebnisse der Betriebsratswahlen bei Daimler Truck liegen vor. Wer am Standort Stuttgart gewonnen und verloren hat – und was an der Wahl in Neu-Ulm besonders ist.
Mercedes-Benz, Bosch und Co.: Nach und nach stehen dieser Tage die Ergebnisse der bundesweiten Betriebsratswahlen fest, darunter die an den Standorten der großen Unternehmen aus der Automobilindustrie. Nun liegen auch Resultate von Daimler Truck vor.
Der Gesamtbetriebsrat des weltgrößten Nutzfahrzeugherstellers informiert unter anderem über die Ergebnisse aus Stuttgart und Neu-Ulm. Am Standort Stuttgart, zu dem neben der Zentrale in Leinfelden-Echterdingen beispielsweise auch der Sitz in Untertürkheim zählt, standen vier Listen zur Wahl – nach sechs bei der vorherigen Abstimmung 2022.
Die IG Metall verbuchte – wie auch an den anderen großen Standorten – einen Großteil der Stimmen. Sie gewann die Wahl mit 51,21 Prozent klar – und sicherte sich 16 der 31 Sitze, gefolgt von „Die Unabhängigen“ (18,12 Prozent). Diese Liste wird künftig nicht mehr mit elf, sondern mit sechs Mandaten im Gremium vertreten sein. Drei Sitze gewann dagegen „CGM“ (16,34 Prozent) dazu. Die Christliche Gewerkschaft Metall kommt dadurch auf fünf Mandate. Ebenfalls zulegen konnte die Liste „UAG2006“ (14,33 Prozent), die nun vier statt bislang zwei Vertreter stellen darf.
Am Standort Stuttgart waren nach Angaben des Gesamtbetriebsrats 6048 Mitarbeiter wahlberechtigt. Was im Vergleich zu den anderen Standorten auffällt: die niedrige Wahlbeteiligung. Sie lag diesmal bei 35 Prozent – und sank somit nochmals um zwei Prozentpunkte im Vergleich zur 2022.
Am Standort Neu-Ulm, laut dem Unternehmen „das Kompetenzzentrum für Reisebusse aller Antriebsarten“ und Teil des Produktionsverbundes von Daimler Buses, lag die Wahlbeteiligung bei 61,3 Prozent (2022: 64 Prozent). Das Besondere: Dort fand nach Angaben des Gesamtbetriebsrats für die 4132 Stimmberechtigten keine Listen-, sondern wie schon vor vier Jahren eine Persönlichkeitswahl statt. Neu-Ulm bilde damit eine Ausnahme unter den Standorten. Die dortigen Beschäftigten hatten also so viele Stimmen wie ihr Gremium Sitze hat.
Die Vorsitzende Andrea Reith und ihr Stellvertreter Oliver Mayer wurden dabei mit einer klarer Mehrheit im Amt bestätigt. Beide sind von der IG Metall, wie ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats mitteilt. Die Industriegewerkschaft belege auch in Neu-Ulm die Mehrzahl der Mandate.
Bei der zurückliegenden Wahl „haben sich erneut die Listen der IG Metall in allen Werken von Daimler Truck sowie in der Zentrale in Leinfelden-Echterdingen durchgesetzt“, fasst Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht in seinem Statement zusammen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben uns den Rücken gestärkt und uns ein klares Mandat erteilt“, wird Brecht, selbst bei der IG Metall, weiter in der Mitteilung zitiert.
Aus seiner Sicht wird es in den kommenden Jahren entscheidend sein, „Daimler Truck für die Herausforderungen der Zukunft fit zu machen und gleichzeitig die Interessen der Kolleginnen und Kollegen zu wahren“. Zentral für die Sicherung von „guten und attraktiven Arbeitsplätzen ist die Fortschreibung der vereinbarten Zukunftsbilder“.
Der Lkw- und Bushersteller, der kürzlich für 2025 einen Gewinnrückgang um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vermeldete, will mit dem Programm „Cost Down Europe“ bis 2030 eine Milliarde Euro einsparen. „Mit der Geschäftsführung ist vereinbart worden, zunächst individuelle Zielbilder für die einzelnen Standorte zu erstellen und anhand derer Lösungen zu suchen, wie und wo eingespart wird“, sagte Carmen Klitzsch-Müller, Betriebsratschefin des Daimler-Truck-Standorts Stuttgart, kürzlich im Interview mit unserer Zeitung.