Zum runden Geburtstag lässt’s die Rampe ordentlich krachen – mit Party und Performance, bei der auch Möbel eine gewichtige Rolle spielen. . Foto: Rampe/Miet Warlop
1984 wurde das Theater Rampe in Stuttgart als studentische Bühne gegründet. Zu seinem 40. Geburtstag ist das Produktionshaus im Alten Zahnradbahnhof bestens vernetzt – in der freien Szene genauso wie im eigenen Quartier.
Nicht nur große Theater sind in Stuttgart für Superlative gut. Auch kleine Bühnen wie die Rampe können mithalten. Wo gibt es das sonst rund um den Kulturglobus: Ein Theater, das sich sein Haus mit Zahnradbahnen teilt? Seit 1992 wird im alten Bahnhof in der Filderstraße mit theatralen Formaten experimentiert, während im Hintergrund allabendlich die gelben Bahnen in ihr Nachtquartier rumpeln.
Lebendige Theater-Kapitel
Tatsächlich ist das Theater Rampe noch älter: 1984 hatte es seine erste Intendantin Regula Gerber mit Alexander Seer als studentische Bühne gegründet, gespielt wurde unter anderem an einem Institut der Universität Stuttgart, bevor der Alte Zahnradbahnhof zum neuen Kunstquartier wurde. Jetzt kommt das seit vielen Jahren als Produktionsort für Theater, Performance, Tanz und Musik bestens in der freien Szene und auch im Stadtquartier vernetzte Haus ins Schwabenalter – und das will gefeiert werden.
Im Alten Zahnradbahnof ist auch die Kunst zu Hause. Foto: Theater Rampe/Dominique Brewing
Unter dem Motto „40 Jahre Gegenwart“ blickt das aktuelle Rampe-Team an diesem Freitag zurück und nach vorn. Gefeiert wird von 18 Uhr an. Das mit dem Haus seit 14 Jahren verbundene Performance-Kollektiv O-Team sorgt mit dem Raumschiff aus der Space Opera „Raumpatrouille 433“ für Zukunftsflair; der Schriftsteller Philipp Röding beleuchtet in einem Impulsvortrag die Gegenwart als merkwürdigste aller Zeitformen. Für ganz gegenwärtiges Heimatgefühl sorgen dann hoffentlich Redebeiträge und Grußbotschaften der ehemaligen Intendantinnen. Eva Hosemann kann an die Zeit erinnern, als in der Rampe Autorentheater, Uraufführungen und Co-Intendant Stephan Bruckmeier am Kochtopf für Überraschungen sorgten. Marie Bues und Martina Grohmann können ein sehr lebendiges Rampe-Kapitel aufschlagen, das mit Volkstheater aller Art die Grenzen zwischen Publikum und Produzenten aufhob.
Sie platzierten die Bühne stärker auf dem Performance-Feld, öffneten sie in die Stadt hinein und setzten mit den Choreografen Nicki Liszta und Edan Gorlicki bewegte Akzente. Wo der Weg hinführt? Das aktuelle Rampe-Leitungstrio und das Theater-Happening „After All Springville“, für das die belgische Künstlerin Miet Warlop von 20 Uhr an Dinge wie Tisch, Hose oder Sicherungskasten zu Performern macht, geben während der Jubiläumsgala Orientierungstipps.
Info
Termin Das Jubiläumsfest „40 Jahre Gegenwart“ steigt an diesem Freitag, 25. Oktober, von 18 Uhr an im Foyer des Theaters Rampe. Nach der Vorstellung von „After All Springville“ (20 Uhr und nochmals am 26. Oktober um 20 Uhr) gibt es Schallplattenunterhaltung mit Andreas Vogel.
Gäste Am Montag, 28. Oktober, berichten Gudrun und Werner Schretzmeier anlässlich des Rampe-Jubiläums von der Fernsehserie über ein kleines Privattheater, die sie vor dem Einzug der Rampe im Alten Zahnradbahnhof drehten. Mit dabei waren unter anderen Hanns Dieter Hüsch, Heidemarie Rohweder und Mathias Richling. Ab 21 Uhr geht es in einem Gespräch um die Entstehungsgeschichte der Serie „Die kleine Heimat“, anschließend werden so viele Folgen geschaut, wie das Publikum aushält. Durchhalten bis Nummer vier ist angesagt. An dieser Folge der Serie, die einmal im Monat sonntags um 11.15 Uhr ausgestrahlt wurde, waren die Musiker Konstantin Wecker, Wolfgang Dauner, Albert Mangelsdorff und Peter Maiwald beteiligt. Sie spielten die prominenten Gäste einer Gala, die das Familientheater unterstützen sollte.