Jugendhandball Nach der Bundesliga soll vor der Bundesliga sein
Der TV Nellingen setzt im Handball weiter ganz auf Ausbildung, will sich mit der B-Jugend erneut für die höchste Klasse qualifizieren und hat wieder eine A-Jugend.
Der TV Nellingen setzt im Handball weiter ganz auf Ausbildung, will sich mit der B-Jugend erneut für die höchste Klasse qualifizieren und hat wieder eine A-Jugend.
Als Nachzüglerinnen waren die B-Jugend-Handballerinnen des TV Nellingen als letztes Jugendteam der Region am vergangenen Wochenende im Einsatz. Alle anderen sind schon in der Sommerpause beziehungsweise in der Vorbereitung auf die Qualifikation für die kommende Runde. Was das Ergebnis betraf, gab es in der Pokalrunde der Bundesliga nichts Neues: Das 30:31 (20:13) gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach war im 24. Saisonspiel – inklusive der Vorrunde – die 23. Niederlage der Nellingerinnen. Lediglich im Hinspiel gegen den Vorletzten HBZ Altenstadt-Geislingen hatte es beim 34:34 einen Punkt gegeben. Dennoch zieht Trainer Patrick Lippmann, der auch sportlicher Leiter und stellvertretender Abteilungsleiter ist, nach der Saison eins nach dem Ende des Frauenhandballs beim TVN eine insgesamt positive Bilanz.
Damit meint Lippmann eben nicht die reinen Ergebnisse. „Unser Konzept geht auf“, sagt er. Das Konzept, sich ganz auf die Ausbildung zu konzentrieren, nachdem der ehemalige Frauen-Bundesligist am Ende einer Abwärtsspirale ohne Frauen-Team dastand. Zehn Teams von der F- bis B-Jugend hatte der TVN in der abgelaufenen Saison, betreut von 25 Trainerinnen und Trainern. In der kommenden Runde soll es wieder eine A-Jugend geben, die wie die anderen Teams von der D-Jugend aufwärts an der Qualifikation für die einzelnen Spielklassen teilnehmen wird – in den Altersklassen drunter gibt es keine. „Mit der A-Jugend streben wir einen Platz in der Regionalliga an, mit der C-Jugend, die nur um ein Tor die Oberliga-Meisterschaft verpasst hat, wollen wir auch in die Regionalliga und mit der B-Jugend wieder in die Bundesliga“, erklärt Lippmann.
Die magere Ausbeute in der abgelaufenen Runde schreckt ihn da nicht: „Wir waren froh, dass wir in der Bundesliga dabei waren. Die Spielerinnen haben sich im Verlauf der Saison toll entwickelt. Das sieht man auch daran, dass die Ergebnisse in der Rückrunde knapper waren als in der Hinrunde.“ Zudem gehörten die meisten dem jüngeren Jahrgang an. Entsprechend ist er für die kommende Runde zuversichtlich, dass sie sportlich erfolgreicher wird – sofern die erneute Qualifikation gelingt.
Was Lippmann freut: „Es ist sehr familiär geworden.“ Zudem würde der „Stamm der Ur-Nellingerinnen in der B-Jugend zusammenbleiben“, in diesem Fall mit Ausnahme von denen, die in die neue A-Jugend aufrücken. Die Abgänge beträfen Spielerinnen, die von außerhalb gekommen seien. Und die eine oder andere Nachwuchshandballerin, die beim großen Aderlass im vergangenen Sommer gegangen sei, wolle nun zurückkommen. Es gebe schon Zusagen, erklärt Lippmann, und „weitere Gespräche“.
Apropos Gespräche. Die Crux am neuen Nellinger Konzept ist, dass die Spielerinnen nach dem Ende der Jugendzeit wechseln müssen. Wobei Lippmann das nicht als Crux sieht. „Es ist ja nichts Neues. In anderen Regionen Deutschlands, vor allem im Osten, wird das auch gemacht. Wir füllen das mit Leben“, sagt er und betont, in diesem Zusammenhang in engem Kontakt mit anderen Vereinen im näheren und weiteren Umkreis zu stehen. „Wir sind ein Entwicklungsverein. Manche können die Art der Ausbildung, die wir hier machen, nicht leisten“, sagt er und ist zudem „ein großer Fan von Zweitspielrechten“. Inwiefern das Konzept langfristig trägt, müssen die kommenden Jahre zeigen.
Und was ist mit dem Nachbarn JANO Filder, der sich im männlichen Bereich zu einer der führenden Ausbildungsakademien Deutschlands entwickelt hat und mittlerweile auch in den weiblichen Bereich eingestiegen ist? „Ich sehe das nicht als Konkurrenz, wir sind in einem freundlichen Austausch“, sagt Lippman und hofft, dass er nach der Ein-Punkt-Saison der Nellinger B-Jugend als Trainer ab Ende April tatsächlich die A- und C-Jugend in die Regional- sowie die B-Jugend erneut in die Bundesliga führen wird.